<< Bingmann, Carl Ferdinand
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Bingner, Adrian Aloys Philipp Heinrich
Jurist,
* 26.9.1830 Karlsruhe,
† 8.5.1902 Leipzig. (evangelisch)
Genealogie
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Genealogie ↑
V Heinrich Aegid, Großherzoglicher Stempelpapierverwalter;
M Maria Crescentia Merk.
Leben ↑
In Heidelberg und Berlin und durch Studien in Frankreich, England, Belgien und Italien erwarb Bingner eine umfassende allgemeine und juristische Bildung. 1852 trat er in den badischen Staatsdienst ein. Justizminister Anton Stabel berief ihn 1865 in sein Ministerium, wo er an der Durchführung der badischen Justizorganisation (1864) mitarbeitete, die für die Reichsjustizgesetze vielfach vorbildlich wurde. Als Mitglied der Bundesratskommission war Bingner an der Vorbereitung der Strafprozeßordnung und des Gerichtsverfassungsgesetzes von 1877 maßgebend beteiligt. Die badischen Einführungsgesetze zu den Reichsjustizgesetzen (1879) wie schon zum Reichsstrafgesetzbuch (1871) sind wesentlich sein Werk. Seine Arbeit für die Einheit des Rechts und der Rechtsentwicklung fand ihre Krönung bei der Errichtung des Reichsgerichts (1879). Auf Vorschlag Badens wurde er Präsident des Zweiten (rheinischen) Zivilsenats, dem alle Sachen aus den französisch-rechtlichen Gebieten zugewiesen waren. Diesen Senat leitete er 23 Jahre mit vollendeter Rechtskenntnis und Lebenserfahrung, vornehmer Würde und unbestechlicher Objektivität, aber auch mit ausgleichender Liebenswürdigkeit und menschlichem Wohlwollen. Zur inneren Organisation des höchsten Gerichts trug er
u. a. bei, indem er die Geschäftsverteilung der Zivilsenate für den 1.1.1900 verfaßte und den Reichsgerichtsrentenverein sowie die Reichsgerichtsgesellschaft gründete.
Werke ↑
u. a. Lit. üb. d.
Ghzgt. Baden in allen seinen
staatl. Beziehungen,
v. ca. 1750-1854, 1854; Das
bad. Strafgesetzbuch, in seiner jetzt geltenden Fassung …, 1864; Bad. Strafrecht …, 1872 (mit A. Eisenlohr); Justizgesetze f. d.
Ghzgt. Baden,
Abt. I: Civilrecht, 1879; Das
bad. Einführungsgesetz
z. d. Reichsjustizgesetzen …, 1879.
Literatur ↑
Nachruf d. Süddt. Reichskorr., in: Karlsruher
Ztg., 22.7.1902,
Nr. 198;
E. Müller, Die ersten 25 J. d. Reichsgerichts, = Sonderh. d.
Sächs. Archivs f.
Dt. Bürgerl. Recht …, 1904, S. 48 f.: E. Strobel, Ein Karlsruher am Reichsgericht, in: Bad. Neueste
Nachrr., 15.11.1950,
Nr. 234;
F. V. Weech, in:
BJ VII, S. 142 f. (u. Totenliste 1902,
L);
H. Dietz, in:
Bad. Biogrr. VI, 1932, S. 109-13.
Autor ↑
Julius FedererEmpfohlene Zitierweise ↑
Federer, Julius, „Bingner, Adrian Aloys Philipp Heinrich“,
in: Neue Deutsche Biographie
2
(1955), S.
248
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd101400314.html
Bingner, Adrian
Name: Bingner, Adrian
Namensvariante: Bingner, Adrian Aloys Philipp Heinrich
Lebensdaten: 1830 bis 1902
Geburtsort: Karlsruhe
Sterbeort: Leipzig
Beruf/Lebensstellung: Jurist
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Federer, JuliusPND: 101400314