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Krafft. >>
Kräusel, Richard
Paläobotaniker,
* 29.8.1890 Breslau,
† 25.11.1966 Frankfurt/Main. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Frdr. Wilh. Karl (1858–1922), Theateragent in
B., später in Mannheim,
S d. Dieners
Joh. Gottfried
Wilh. u. d. Sophie Caroline Florine Schulze;
M Katharina Maria (1851–1921),
T d. Anton Bartel (1812–78), Opernsänger in Wien, u. d. Katharina Vogel;
⚭ Joh. Mathilde Louise (1887–1954),
T d.
Oberpostsekr. Karl Wellenstein in
B. u. d. Maria Clara Hedwig Schröter; 1
S, 2
T .
Leben ↑
Kräusel studierte 1909-13 in Breslau bei F. A. Pax Botanik (Promotion 1913) und erwarb 1914 die Lehrbefähigung für höhere Schulen. Während des 1. Weltkrieges war er zeitweise als Kriegsgeologe in Südosteuropa tätig und ging 1920 als Studienassessor an das Goethe-Gymnasium nach Frankfurt/Main, wo er sich im selben Jahr an der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität für das Fach Paläobotanik (1925 auf Botanik und Paläobotanik erweitert) habilitierte. 1928 wurde er zum außerplanmäßigen und 1939 zum außerordentlichen Professor ernannt. Die Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft übertrug ihm 1938 die ehrenamtliche Leitung ihrer paläobotanischen Sammlung und ernannte ihn 1941 zum ehrenamtlichen Leiter der „Paläobotanischen Abteilung“. Diese Aufgabe, wie auch seine Lehrtätigkeit an der Universität, führte er noch nach seiner Pensionierung vom Schuldienst (1952) bis zu seinem Tode fort.
Kräusels Werk ist weitgespannt und berührt fast alle Perioden der Erdgeschichte. Besonders beschäftigt hat er sich mit dem Holzbau fossiler Koniferen und mit mesozoischen Floren Süddeutschlands, Österreichs und der Schweiz. Aus der engen Zusammenarbeit mit dem befreundeten Hermann Weyland entstand eine lange Reihe von Arbeiten über Devonfloren des Rheinlandes (Rekonstruktionen in alle einschlägigen Lehr- und Handbücher übernommen). Zum Studium gleichalter Floren unternahm Kräusel 2 Reisen in die USA und nach Kanada (1928 u. 1959). In Kräusels letzten 2 Jahrzehnten beschäftigten sich die beiden Freunde außerdem mit dem Bau von Laubblättern aus dem Tertiär. Weitere fruchtbare Arbeiten Kräusels sind nach Reisen in die Gondwanaländer, Süd- und Südwestafrika (1953/54 und 1963), Südamerika (1956/57) und Indien (1960/61 u. 1964) entstanden. – Eine ausgeprägte Beobachtungsgabe und kritische Betrachtungsweise sowie die Fähigkeit zu klarer Darstellung haben Kräusel zu einem führenden Paläobotaniker seiner Zeit gemacht, der schon früh erkannte, daß wesentliche Fortschritte in der Kenntnis der Geschichte der Pflanzenwelt nur durch bessere Untersuchungsmethoden und stärkere Beteiligung der Anatomie erzielt werden können. Seine Arbeiten über fossile Hölzer, die ersten Landpflanzen und mesozoische Floren haben grundlegende Bedeutung für die Paläobotanik. Darüber hinaus hat Kräusel sein Fachwissen auch in allgemeinverständlichen Vorträgen, Artikeln und dem Buch „Versunkene Floren“ (1950) einem größeren Kreis von Interessenten mitgeteilt. – Korrespondierendes Mitglied der American Botanical Society (1954), (Kaiserlich Leopoldinisch-Carolinische) Deutsche Akademie der Naturforscher (Halle/Saale) (1957), Ehrenmitgl der Palaeobotanical Society of India (1959), Dr. honoris causa (Universität of Durham und Newcastle-upon-Tyne 1963).
|Werke ↑
Btrr. z. Kenntnis d. Hölzer d.
schles. Braunkohle,
Diss. Breslau 1913;
Die fossilen Koniferenhölzer, in: Palaeontographica 62, 1919, S. 185-280, 89 B, 1949, S. 83-203;
Unterss. z. mesozo.
Florengesch. d. alpinen u. süddt. Raumes I-III,
ebd. 84 B, 1938, S. 21-43, 87 B, 1943, S. 59-93, 89 B, 1949, S. 35-82;
Krit.
Unterss. z. Kutikularanalyse tertiärer
Bll. I, II, IV (mit H. Weyland),
ebd. 91 B, 1950, S. 7-92, 96 B, 1954, S. 106-63, 105 B, 1959, S. 101-24;
Btrr. z. Kenntnis d. Devonflora I (mit
dems.), in: Senckenbergiana 5, 1923, S. 154-84, II u. III, in:
Abhh. d. Senckenberg. naturforsch.
Ges. 40, 1926, S. 115-55, 41, 1929, S. 315-60;
Die Flora d.
dt. Unterdevons (mit
dems.), in:
Abhh. d.
preuß. geolog. Landesanstalt
NF 131, 1930, S. 1-92;
Die Pflanzen d. Schles. Tertiär, in:
Jb. d.
kgl. preuß. geolog. Landesanstalt 38, 1920, S. 1-338;
Die paläobotan. Unters.methoden, 1929, 1950;
Die Keuperflora
v. Neue Welt
b. Basel I, III, IV (mit F. Schaarschmidt), in: Schweizer, paläontolog.
Abhh. 71, 1955, S. 1-27, 77, 1959, S. 1-19, 84, 1966, S. 1-64.
Literatur ↑
W. N. Edwards, in: Paläontographica 92 B, 1952, S. 53-62
(W, P);
F. Schaarschmidt, in: Natur u.
Mus. 67, 1967, S. 40 f.
(P);
ders., in:
Berr. d.
dt. botan.
Ges. 81, 1968, S. 65-80
(W-Verz., P);
ders., in: Taxon 17, 1968, S. 469-478
(W, P);
Pogg. VII a.
Autor ↑
Friedemann SchaarschmidtEmpfohlene Zitierweise ↑
Schaarschmidt, Friedemann, „Kräusel, Richard“,
in: Neue Deutsche Biographie
12
(1979), S.
642 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116355840.html