<< Kolle, Kurt
Koller, Carl >>
Kolle, Wilhelm
Hygieniker,
* 2.11.1868 Lerbach Kreis Zellerfeld (Harz),
† 10.5.1935 Wiesbaden.
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Albert (1834–1908), Bergrat,
S d. Obergrubensteigers Friedrich Wilhelm u. d. Eleonore Louise Warnecke;
M Agathe (1845–1914),
T d. Karl August
Wilh. Goedicke, Förster in Unterhütte
b. Elbingerode, u. d. Marie Frankenfeld;
⚭ Berlin-Charlottenburg 1897 Alwine (1865–1933),
T d. Otto Bernhard Brigl (1831–92), aus Fulda, Verlagsbuchhändler in Berlin, u. d. Katherine Amalie Lepine aus Moers; 2
S Kurt (s. 1), Helmuth (1899–1931), Maler, Lithograph (als Helmut vom Hügel, s.
Vollmer).
Leben ↑
Nach dem Medizinstudium in Göttingen, Halle und Würzburg war Kolle. 1893-97 als Hilfsarbeiter am Institut für Infektionskrankheiten in Berlin Schüler von R. Koch und beschäftigte sich mit der Immunitätsforschung vor allem bei Typhus und Cholera. 1897/98 leitete er im Auftrag der Kap-Regierung eine Expedition zur Erforschung der Rinderpest und Lepra in Südafrika und 1900 im Auftrage der ägyptischen Regierung eine weitere im Sudan, die völlig neue Einblicke in das Wesen der Rinderpest brachten. 1901 wurde er Abteilungsvorsteher am Institut für Infektionskrankheiten in Berlin. 1906 folgte er einem Ruf als Ordinarius für Hygiene und Bakteriologie an die Universität Bern in Personalunion mit der Leitung des Schweizer Serum- und Impfinstitutes. 1914-17 war er Truppenarzt und Armeehygieniker im deutschen Heer und hatte Erfolge bei der Schutzimpfung gegen Diphtherie und Cholera. 1917 wurde er Nachfolger P. Ehrlichs als Leiter des Staatlichen Instituts für experimentelle Therapie und Chemotherapie sowie des Georg-Speyer-Hauses in Frankfurt/Main, 1918 Honorarprofessor an der dortigen Universität. – Kolle hat sich umfassend mit den Problemen der Bakteriologie, Serologie und Chemotherapie beschäftigt, zahlreiche Verfahren, Geräte und Impfstoffe wurden nach ihm benannt, so auch ein Meningokokkenserum. Er begründete die Choleraschutzimpfung und führte die Schutzimpfung gegen die Rinderpest ein. Die Erfindung neuer, weniger schädlicher Salvarsanpräparate ermöglichte die Eindämmung der sich nach dem 1. Weltkrieg ausbreitenden Syphilisinfektionen. Kolle wird als temperamentvolle Natur und hervorragender Organisator charakterisiert. Er war unter anderem Mitglied der Hygiene-Sektion des Völkerbundes und des Reichsgesundheitsrats.
|Werke ↑
u. a.
Experimentelle
Bakteriol. in d. Infektionskrankheiten, 1906,
10/11neu
bearb. v. H. Schloßberger 1952 (mit H. Hetsch,
zahlr. Überss.). -
Hrsg.: Lehrb. d.
klin. Unters.methoden u. ihrer Anwendung auf d. spezielle ärztl. Diagnostik, 1904 f. (mit A. Eulenburg u. W. Weintraud);
Hdb. d. pathogenen Mikroorganismen, 1903 ff. (mit A.
v. Wassermann),
31929-31 (mit R. Kraus, P. Uhlenhuth,
zahlr. Überss.);
Hdb. d. Salvarsantherapie, 1924 f. (mit
K. Zieler);
Arbb. aus d. Staatsinst. f. experimentelle Therapie, 1928 ff.
Literatur ↑
R. Otto, in:
Med. Klinik 24, 1928, S. 1726–28, 31, 1935, S. 767;
E. Hoffmann, in: Dermatolog.
Zs. 71, 1935, S. 294 f.;
K. Laubenheimer, in: Münchener
Med. Wschr. 82, 1935, S. 920 f.;
J. Hämel,
ebd. 110, 1968, S. 2567 f.
(P);
O. Gans, in: Hautarzt 19, 1968, S. 563 f.
(P);
Fischer;
Rhdb. (P);
Pogg. VI. -
K. Kolle,
Rob. Kochs Briefe an W.
K., 1959.
Autor ↑
Manfred StürzbecherEmpfohlene Zitierweise ↑
Stürzbecher, Manfred, „Kolle, Wilhelm“,
in: Neue Deutsche Biographie
12
(1979), S.
464 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd117531138.html
Kolle, Wilhelm
Name: Kolle, Wilhelm
Lebensdaten: 1868 bis 1935
Geburtsort: Lerbach Kreis Zellerfeld (Harz)
Sterbeort: Wiesbaden
Beruf/Lebensstellung: Hygieniker
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Stürzbecher, ManfredPND: 117531138