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Kohlhammer, Wilhelm

* 26.8.1839 Meimsheim bei Heilbronn, 8.3.1893 Stuttgart.


GenealogieLebenAutorZitierweise

Genealogie  
V Joh. Jakob (1800–55), Bauer u. Schäfer in M., S d. Schäfers Joh. Christoph in Frauenzimmern; M Rosine Margarethe (1801–77), T d. Bauern u. Gemeinderats Joh. Andreas Juppenlatz in M.; 1) Stuttgart 1866 Pauline Kath. (1844–73), T d. Buchdruckers Gottlieb Karl Rümelin (1807–56) u. d. Christiane Heinrike Sezinger, 2) 1874 Marie Friederike (1850–1925), T d. Buchhalters Louis Görlach u. d. Louise Wiesenthanner; Schwager Dr. Eugen Görlach (1856–1939), Verleger; 1 S Walter (s. 2), 1 T .

Leben  
Kohlhammer ging nach dem Besuch der Volksschule bei einem Notar in die Lehre und war einige Jahre als Notariatsassistent tätig, bis er 1866 von seiner Schwiegermutter die „Rümelin'sche Buchdruckerei, Buchhandlung und Badeanstalt“ übernahm. Er gab ihr sofort den Firmennamen „W. Kohlhammer“. Vor allem war ihm an der Druckerei gelegen; mit ihr wollte er einen alten Lieblingsgedanken, den Druck von Formularen, in die Tat umsetzen. Schon der junge Notariatsgehilfe hatte es als Übelstand empfunden, daß bei Verträgen und Beurkundungen immer wieder die gleichen, oft umfangreichen Schriftsätze mit der Hand geschrieben werden mußten. Die von ihm selbst entworfenen Vordrucke fanden bei Behörden großen Anklang, und die Formulardruckerei wurde immer weiter ausgebaut. Vom Vordruckverlag war nur ein kleiner Schritt zum Verlag von Dienstvorschriften und Gesetzestexten sowie rechtswissenschaftlichen Werken; vor allem die Vereinheitlichung des Rechts nach der Reichsgründung 1871 bot reiche Gelegenheit für württembergische Ausführungsbestimmungen. Hand in Hand mit dem Landesrecht entwickelte sich die Landeskunde, die verlegerisch in Sammelwerken wie den Beschreibungen der 64 württembergischen Oberämter (1824–86, die ersten Bände zunächst in anderen Verlagen) und den 4 Bänden „Das Königreich Württemberg“ (1882-86, herausgegeben von Julius Hartmann, Eduard Zeller und anderen) gipfelte. Nach und nach dehnte Kohlhammer seine Verlagstätigkeit auf weitere Wissensgebiete aus: Geschichte, Altertumskunde, Religionswissenschaft. Als Beispiele seien genannt: Das Standardwerk des Tübinger Gräzisten Wilhelm Schmid „Der Atticismus“ (5 Bände, 1887–97) und die von dem Marburger Iranisten Geldner besorgte kritische Textausgabe des Avesta (1885 ff.), zu deren Drucklegung Kohlhammer eigens einen Parsenpriester aus Indien hatte kommen lassen. Zu den Buchveröffentlichungen traten frühzeitig Kalender und Zeitschriften. Nach Kohlhammers Tod wurde der Verlag von seiner Witwe mit Unterstützung ihres Bruders Eugen Görlach weitergeführt.

Autor  
Oskar Rühle
Empfohlene Zitierweise  

Rühle, Oskar, „Kohlhammer, Wilhelm“, in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 426 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd136324096.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 12 (1979), S. 426

PND: 136324096
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Index

Kohlhammer, Wilhelm

Name: Kohlhammer, Wilhelm
Lebensdaten: 1839 bis 1893
Geburtsort: Meimsheim bei Heilbronn
Sterbeort: Stuttgart
Beruf/Lebensstellung: Verleger
Konfession: lutherisch
Autor NDB: Rühle, Oskar
PND: 136324096

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Kohlhammer, Wilhelm

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