<< Köstlin.
Köstlin, Reinhold, Jurist >>
Köstlin, Heinrich
Kirchenmusiker,
* 4.9.1846 Tübingen,
† 4.6.1907 Cannstatt bei Stuttgart.
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Reinhold (s. 2); -
⚭ Cannstatt 1873 Sofie (1847–1930),
T d. Oberhofpredigers u. Dichters Karl
v. Gerok (
† 1890, s.
NDB VI); 1
T Therese (1877–1964), Schriftstellerin (s.
L).
Leben ↑
Nach Theologiestudium (1864–68) in Tübingen sowie einer Vikariatszeit war Köstlin zwei Jahre Hauslehrer in Paris, während des Krieges 1870/71 Feldprediger, anschließend Repetent am Tübinger Stift. 1872/73 hielt er dort eine Vorlesung zur Musikgeschichte, die Grundlage seiner „Geschichte der Musik im Umriß für die Gebildeten aller Stände“ (1875,
51899 unter Mitarbeit von K. Schmidt u. W. Nagel,
61910). Nach Pfarrstellen in Sulz am Neckar (1873–75), Maulbronn (1875–78), Frieddrichshafen (1878–81) und Stuttgart (1881–83) hatte er eine Professur für praktische Theologie am Predigerseminar in Friedberg (Hessen) inne (1883-91). 1891-95 war Köstlin Oberkonsistorialrat in Darmstadt und Superintendent der Provinz Starkenburg, danach bis 1901 Professor für praktische Theologie an der Universität Gießen; 1901-04 lebte er im Ruhestand in Darmstadt, dann in Cannstatt. Während seine Schriften zur Musik und Theologie überholt sind, bleibt sein Verdienst um den Kirchengesang und um die Organisation des Kirchenchorwesens unbestritten. 1875 begründete er auf lokaler Ebene einen Zusammenschluß der Kirchengesangvereine Calw, Nagold und Sulz, aus dem 1877 der Evangelische Kirchengesangverein für Württemberg hervorging. Wesentlich seinem Wirken ist es zu verdanken, daß auf dem Kirchengesangvereinstag in Frankfurt (Main) 1883 unter Beteiligung der meisten Landeskirchen der „Evangelischen Kirchengesangverein für Deutschland“ gegründet wurde. Neben der organisatorischen Vereinigung, der er als 2. (1883-1901) und später als 1. Vorsitzender (1901–05) angehörte, arbeitete er an der theologischen und programmatischen Ausrichtung des Kirchenchorwesens. Nach seinen, von Christian Palmer beeinflußten Vorstellungen muß der Kirchenchor „integrierendes Glied am Organismus der Kirche“ und nicht schmückendes Beiwerk sein. Im Hinblick auf den Gemeindegesang setzte er sich für die Vereinheitlichung der Melodien ein. In seinem theologischen Hauptwerk, dem von ihm herausgegebenenen „Kirchenbuch für die evangelischen Kirchen des Großherzogtums Hessens“ (2 Bände, 1904) hat er seine musikalisch-liturgischen Vorstellungen für eine breite Öffentlichkeit dargestellt.
Werke ↑
Weitere W
Die Tonkunst, Einführung in d. Ästhetik d. Musik, 1879;
Die
Gesch. d.
christl. Gottesdienstes, 1887;
Die Lehre
v. d. Seelsorge, 1895,
21907. -
Redakteur: Halleluja, Org. f. d. geistl. Musik in Kirche, Haus,
Ver. u. Schule, 1884-86. -
Autobiogr. (bis 1883) in:
Denkschr. d.
ev. Predigerseminars Friedberg, 1886.
Literatur ↑
BJ XII (
Tl.,
L);
MGG VII
(W, L);
RGG3;
Riemann. -
Zu T Therese: W. Schüssen, in:
Mschr. Württemberg, 1931, S. 540-44
(P);
Nachlaß
im
Dt. Lit.archiv. Marbach.
Autor ↑
Gerhard SchuhmacherEmpfohlene Zitierweise ↑
Schuhmacher, Gerhard, „Köstlin, Heinrich“,
in: Neue Deutsche Biographie
12
(1979), S.
408
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116301635.html
Köstlin, Heinrich
Name: Köstlin, Heinrich
Lebensdaten: 1846 bis 1907
Geburtsort: Tübingen
Sterbeort: Cannstatt bei Stuttgart
Beruf/Lebensstellung: Kirchenmusiker
Konfession: lutherisch
Autor NDB:
Schuhmacher, GerhardPND: 116301635