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<< Biedermann, Freiherren von     Biedermann, Gustav Woldemar Freiherr von >>

Biedermann, Flodoard Woldemar Freiherr von

Verlagsbuchhändler und Literaturforscher, * 14.3.1858 Chemnitz, 19.10.1934 Berlin-Steglitz. (evangelisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Woldemar s. (2); Frankfurt/Main 1885 Klara, T des Frankfurter Justizrats May; 1 S, 1 T.

Leben  
Biedermann wuchs schon in früher Jugend ganz in die geistige Welt des Vaters hinein. So reich jedoch dessen Leben an beruflichen Erfolgen war, so schwer machte es das Schicksal dem Sohn, sich immer wieder aus unverschuldeten Fehlschlägen zu erheben. Er wurde Buchhändler, übernahm in Leipzig einen Verlag, redigierte in Berlin die Zeitschriften „Der Baumeister“ und „Typographische Monatshefte“, erhielt für kurze Zeit die Leitung einer Abteilung für bibliophile Drucke bei der Berthold AG, mußte aber dann im Alter wieder wie schon früher lange Jahre hindurch mit der äußersten Anstrengung seiner Kräfte in der Arbeit eines freien wissenschaftlichen Schriftstellers berufliche Erfüllung und die Lebensbasis für seine Familie suchen. Viel schwerer in seiner geistigen Veranlagung als der zeitlebens vom Glück begünstigte Vater, hat er sich bei aller Liebe zum Spezialistentum doch wesentlich vielseitiger schriftstellerisch betätigt. Zu Fragen des Buchwesens liegen zahlreiche Veröffentlichungen von ihm vor. Sie reichen vom Urheberrecht bis zu programmatischen und historischen Abhandlungen über Typographie. Er war einer der geistigsten deutschen Bibliophilen, gleich stark von wissenschaftlichen und künstlerischen Impulsen bestimmt. Als Literarhistoriker arbeitete er in der gleichen Richtung wie sein Vater. Den Gedanken, den er einst dem Vater für Goethe nahegelegt hatte, durch sorgfältige Sammlung aller zeitgenössischen Originalzeugnisse die lebensunmittelbarste Dichterbiographie zu schaffen, übertrug er auf Kleist (1912), Schiller (1913) und Lessing (1924). Aber auch für ihn blieb Goethe zeitlebens die Mitte seiner geistigen Existenz. Das väterliche Vermächtnis, Goethes Gespräche, wurde zum Lebenswerk des Sohnes. Unablässig arbeitete er an seiner Mehrung und Besserung. 1909/11 konnte er im eigenen Verlag die 2. Ausgabe erscheinen lassen (Volksausgabe 1912). Immer wieder gelangen ihm neue Funde. Er hinterließ das fertige Manuskript zu einer 3. Aus|gabe, die seit 1934 auf ihre Drucklegung wartet.

Werke  
Weitere W Einführung in d. Rechtskde. d. Buchhändlers, 1899; Dt. Werkschrr. d. Gegenwart, in: Zs. f. Bücherfreunde, Jg. 6; Fraktur od. Antiqua, ebenda, NF, Jg. 3; Goethe als Rätseldichter, 1924; Die dt. Typogr. im Za. Goethes, 1928; Goethes Gespräche ohne d. Gespräche mit Eckermann, Ausw., 1929, 21949; Gesch. d. Berliner Bibliophilen-Abends, 1930; Chronik v. Goethes Leben, 1931, u. ö.; Prolegomena z. einer Neuausg. v. Goethes Gesprächen, Vortrag in d. Ges. f. dt. Lit., 1932 (Ms.); Was heißt u. z. welchem Ende betreibt man Bibliophilie?, 1935; Aus d. Frühzeit d. Goethe-F, hrsg. v. Lothar v. B., 1935; ferner zahlr. Abh. in: Zs. f. Bücherfreunde.

Literatur  
J. Petersen, F. v. B., in: Jb. d. Goethe-Ges., Bd. 21, 1935; E. Volkmann. F. v. B., in: Zs. f. Bücherfreunde, Jg. 39, 1935; W. Goetz, Gedächtnisrede in d. Berliner Ortsgruppe d. Goethe-Ges., 1934, in: F. W. Frhr. v. B. z. Gedächtnis, mit J. Petersen u. E. Volkmann, 1935 (P); E. Karrass-v. B., Lb. d. Frhr. F. W. v. B., gezeichnet v. seiner T f. d. Ortsgruppe Berlin d. Goethe-Ges., gelesen am 27.10.1946 (Ms.); A. Elschenbroich, Goethes Gespräche, F. v. B.s ungedr. Vermächtnis, in: FAZ, 1952, Nr. 274; s. a. Nekrolog z. Kürschners Literatur Kalender 1901-1935, 1936.

Autor  
Adalbert Elschenbroich
Empfohlene Zitierweise  

Elschenbroich, Adalbert, „Biedermann, Flodoard Woldemar Freiherr von“, in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 222 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd116163496.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 2 (1955), S. 222 f.
Erwähnungen: 
NDB 2 (1955), S.  223*

PND: 116163496
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Index

Biedermann, Flodoard von

Name: Biedermann, Flodoard von
Namensvariante: Biedermann, Flodobard Woldemar von
Lebensdaten: 1858 bis 1934
Geburtsort: Chemnitz
Sterbeort: Berlin-Steglitz
Beruf/Lebensstellung: Goethe-Forscher; Verlagsbuchhändler
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Elschenbroich, Adalbert
PND: 116163496

Weitere Informationen

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Biedermann, Flodoard von

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