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<< Aesticampianus, Johannes Rhagius     Agahd, Konrad >>

Afra

Heilige, 3./4. Jahrhundert.


LebenLiteraturAutorZitierweise

Leben  
Die Verehrung der Martyrin Afra in Augsburg ist schon durch Venantius Fortunatus (um 565) bezeugt; ihr Fest ist in den drei Rezensionen des Martyrologium Hieronymianum (um 600) vom 5.-7. August verzeichnet, wobei dasselbe wohl aus einem älteren Mailänder Kalender (um 500) schöpft. Ihr Martyrium fällt wohl in die Zeit Diokletians (um 304). Daß sie eine Dirne gewesen, ist unhistorische Legende; sie ist dadurch entstanden, daß ein Augsburger Kleriker des 8. Jahrhunderts (bei Erhebung ihres Leibes?) eine Passio verfaßte, dabei den Namen einer Heiligen, Venerea, der im Codex Bern des Martyrologium Hieronymianum dem Namen Afras folgt, als Apellativum - Venusdienerin - auf Afra bezog und im Anschluß daran auch eine Geschichte ihrer Bekehrung durch einen Bischof Narcissus (später in Gerona) erdichtete. Mit mehr Recht bezeichnen alte Augsburger Kalendarien sie als Jungfrau. Über ihrem Grab an der von Augsburg nach Süden führenden Via Claudia erhob sich eine Kirche, die bis zur Errichtung eines Domes innerhalb der Stadtmauern (um 800) dem Bischof und den Kanonikern als Kathedrale diente. 955 wie schon früher zerstört, wurde sie von Bischof Ulrich (923–73) wieder aufgebaut. Er selbst fand auf seinen Wunsch in ihr seine Ruhestätte. Das neben dem neuen Domstift weiter bestehende Kanonikerstift wurde 1012 zum Benediktinerkloster St. Ulrich und Afra (1802 säkularisiert). Trägt auch die Kirche in neuerer Zeit nur den Namen Ulrichs, so besteht doch die Verehrung und die Wallfahrt zu ihrem Grabe fort. Dargestellt wird Afra wegen der Art ihres Martyriums auf einem brennenden Holzstoß stehend; ihr Fest wird am 7. August gefeiert.

Literatur  
Passio u. Conversio, in: MGH SS rer. Mer. III, S. 41-64 u. VII, S. 192-204; A. Bigelmair, Die A.-Legende, in: Archiv f. d. Gesch. d. Hochstifts Augsburg I, 1910, S. 139-221; ders., Zur A.-Legende, in: Hist.-Polit. Bll. 134, 1914, S. 624-31; ders., Die hl. A., in: Lb. Bayer. Schwaben I, 1952, S. 1-29; O. Riedner, Der geschichtl. Wert d. A.-Legende, 1913; RGG; LThK.

Autor  
Andreas Bigelmair
Empfohlene Zitierweise  

Bigelmair, Andreas, „Afra“, in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 93 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd119099179.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 1 (1953), S. 93

PND: 119099179
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Index

Afra

Name: Afra
Lebensdaten: erwähnt um 304, gestorben 3./4. Jahrhundert
Beruf/Lebensstellung: Heilige; Märtyrerin
Konfession: katholisch
Autor NDB: Bigelmair, Andreas
PND: 119099179

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Afra

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