<< König, Paul
König, Samuel >>
Koenig, Paul
Tabakforscher, Technologe,
* 22.2.1881 Ellwangen,
† 23.10.1954 Karlsruhe. (katholisch)
Genealogie
| Leben
| Auszeichnungen
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Georg (1831–86), Umgeldskommissär in
E.,
S d. Heinrich (1799–1888), Putzmacher,
Fabr. v. künstl. Wachsblumen als Gräberschmuck, u. d. Josepha Bader;
M Louise (1840–84),
T d. Bauern Franz Alois Deimert in Gundelsheim u. d. Anna Maria Theresia Schwarz;
⚭ Aleppo 1917 Martha (1891–1962),
T d. Rechnungsrats u. Bürovorstehers
Joh. Franz Karl Haas in Straßburg u. d. Anna
Marg. Frieder. Marion; 2
S (1
⚔).
Leben ↑
Koenig gewann in der Ausbildung zum Apotheker 1897-1904 Verbindung zur Botanik und Chemie (Vergleichende Untersuchungen über die Bereitung von Tinkturen, in: Süddeutsche Apotheker-Zeitung 1902); er schloß das Studium 1907 an der Universität Straßburg und der Technischen Hochschule Stuttgart mit dem Staatsexamen ab. 1907/09 nahm er an der Universität Rostock die landwirtschaftlichen Fächer hinzu und beschrieb 1908 als Assistent an der Landwirtschaftlichen Versuchsstation von Reinhold Heinrich „Die Flora der Chromgebiete“ (Pflanzengeographie, unveröffentlicht), 1909 bei dessen Nachfolger F. Honcamp „Studien über die stimulierenden und toxischen Wirkungen der verchiedenwertigen Chromverbindungen auf die Pflanzen, insbesondere landwirtschaftliche Nutzpflanzen“ (Dissertation Rostock, in: Landwirtschaftliche Jahrbücher 1910). Zu Natur- und Vogelschutz kam Koenig im Eifel- und im Westerwaldverein zu Bonn. 1909-11 war er Direktorialassistent von U. Kreusler an der Landwirtschaftlichen Akademie Bonn-Poppelsdorf. In Bahtim/Kairo baute er 1911-14 die Landwirtschaftliche Versuchsstation mit auf, richtete die Laboratorien ein und legte Feldversuche an. 1914-16 am Landesproviantamt Ludwigsburg Sachverständiger für Untersuchung von Lebensmitteln, wurde Koenig 1916 auf Anforderung des Auswärtigen Amtes aus kurzem Heeresdienst zur Errichtung einer höheren Landwirtschaftlichen Schule auf der Bekanebene (Tanail im heutigen Libanon) beordert; auch Syrien und Palästina gehörten zum Arbeitsgebiet. In Adana (Kleinasien) baute er 1917/18 im Auftrag des türkischen Landwirtschaftsministers eine Baumwollversuchsstation auf. Nach Reisen als dessen Generalinspekteur in Süd- und Westkleinasien machte er Vorschläge zur Verbesserung der Landwirtschaft, besonders des Baumwollanbaus. 1919-22 war Koenig Referent für Landwirtschaftsfragen der Rote-Meer-Anrainer beim Auswärtigen Amt in Berlin. 1922-27 leitet er hier den Deutschen Wirtschaftsdienst und gab die gleichnamige Zeitschrift heraus. 1927 wurde ihm die Leitung des neu errichteten „Tabakforschungsinstituts für das Deutsche Reich“ anvertraut (1935-44 Reichsanstalt für Tabakforschung, seit 1938 Amtsbezeichnung „Direktor und Professor“). Seit 1928 lief die Züchtung anbauwürdiger nikotinarmer und -reicher Tabaksorten durch Auslese aus Landsorten über die Bestimmung des Alkaloidgehalts. Nikotin diente zur Schädlingsbekämpfung, Nornikotin – in Reinform weniger als 1/10 so toxisch, aber 1967 als sekundäres Amin für kokanzerogen erkannt – fiel bei den leichten Tabaken an. 1951 schied Koenig aus dem Dienst.
|Auszeichnungen ↑
Dr.
h. c. (Hohenheim 1951).
Werke ↑
u. a.
Die Entwicklung d. Reichsanstalt f. Tabakforschung in 12j. Tätigkeit, 1939, u. in: Landwirtsch.
Jbb. 89, 1940, S. 651-68
(W-Verz.);
Die Entdeckung d. reinen Nikotins im J. 1828 an d.
Univ. Heidelberg durch Reimann u. Posselt, 1940;
W-Verz. (ungedr.)
in
Bibl. d. Landesanstalt f. Tabakbau u. -
forschung Forchheim.
Literatur ↑
H. Dembeck, Mit Bleistift u. Kamera unterwegs I,
o. J. [1938], S. 65-70
(P);
E. Lehmann,
Schwäb. Apotheker u. Apothekergeschlechter in ihrer Beziehung
z. Botanik, 1951;
Karl Schmid, in: Süddt. Tabak-
Ztg. 61, 1951,
Nr. 8, S. 4
(W);
Min. f. Ernährung, Landwirtsch. u. Umwelt Baden-Württemberg, 50 J. Landesanstalt f. Tabakbau u. Tabakforschung Forchheim, 1.4.1927-31.3.1977, 1977 (
W S. 46-53);
Rhdb. (W, P);
Pogg. VI, VII a.
Portraits ↑
Ölgem. v. K. Schikaneder, 1935 (in
Fam.bes.);
Phot. in: World Tobacco Congress Amsterdam 1951, Proceedings II, S. 5.
Autor ↑
Horst Jörg KönigEmpfohlene Zitierweise ↑
König, Horst Jörg, „Koenig, Paul“,
in: Neue Deutsche Biographie
12
(1979), S.
348 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd123067677.html
Koenig, Paul
Name: Koenig, Paul
Lebensdaten: 1881 bis 1954
Geburtsort: Ellwangen
Sterbeort: Karlsruhe
Beruf/Lebensstellung: Tabakforscher; Technologe
Konfession: katholisch
Autor NDB:
König, Horst JörgPND: 123067677