Logo der Deutschen Biographie
schwarzer Menuepunkt Schnellsuche
schwarzer Menuepunkt Erweiterte Suche
roter Menuepunkt Namen A-Z
schwarzer Menuepunkt Aktuelles
schwarzer Menuepunkt Hilfe
schwarzer Menuepunkt Über das Projekt
schwarzer Menuepunkt Impressum

ADB-Artikel

<< Kolbe, Johann Kasimir     Kölbl, Anton >>

Koelbl, Alois

 LebenAutorLiteraturZitierweise

Leben  
Koelbl: Alois K., Genremaler, geb. am 14. Januar 1820 in München, Sohn eines Schlossermeisters, besuchte die Latein- und polytechnische Schule, trat dann, durch das Vorbild seines Vetters, des edlen klassisch gebildeten Bildhauers Friedrich Brugger, welchem K. mit unbegrenzter Verehrung anhing und dessen treuer Gefährte er im Mannesalter blieb, zur Kunst über, kam in den Antikensaal und in die Malkasse von Heinrich von Heß, übte sich unter Bernhard in der Portraitmalerei, bereiste mit M. Echter Italien, wendete sich aber schließlich ganz zum kleinen Genre. Außer einem großen Freskogemälde in der historischen Gallerie des baierischen Nationalmuseums ("Pfalzgraf Rudolf I. und Herzog Otto von Niederbaiern fechten für Kaiser Adolf von Nassau in der Schlacht bei Göllheim 1298") bewegte sich K. in einem eng begrenzten Repertoire und auch hier noch mit möglichst geringem Personal. Die geringfügigsten Dinge waren ihm am meisten genehm: wie ein Dienstmädchen eine Pfanne scheuert oder ein Kind einen Schulpreis überbringt, eine Bauernstube etc. Dabei suchte er nie nach anmuthigen, ansprechenden Gestalten, sondern begnügte sich lieber mit ländlicher Häßlichkeit. Auf seine Bilder wendete er größtmöglichen Fleiß. Dazu gehören z. B.: "Ministranten in einer Sakristei naschend" (1852); "Ein Spaziergang" (1859); "Vorbereitung zum Sonntagsspaziergang" (1860); "Der Rekrut in der Küche" (photographirt von J. Albert). Unter seinen Kunstgenossen war K. seiner fröhlichen Laune wegen sehr beliebt. Er starb am 28. März 1871. — Sein Bruder Peter K., welcher 63 Jahre alt, am 26. Juli 1880 zu München starb, leistete im Gebiete der Kunstschlosserei ganz Vorzügliches, weckte durch mustergültige Arbeiten den guten Geschmack und brachte das Kunstgewerbe in erfreuliche Blüthe. Er verstand den zum gewöhnlichen Handgebrauch dienenden Gegenständen eine gefällige, sinnreiche und schöne Form zu geben; seine Leuchter, Schlösser und Schlüssel. Kassetten, Thürbänder und Beschläge u. dgl. tragen alle originelles und handsames Gepräge. Für den "Linderhof" lieferte K. u. A. vier schmiedeeiserne Balkongitter im reichdecorativen Prachtstile des 16. Jahrhunderts; er wurde in Anbetracht seiner Verdienste um|Hebung des Kunstgewerbes am 25. August 1874 von König Ludwig II. durch Verleihung der "Ludwigs-Medaille für Industrie" ausgezeichnet.

Literatur  
Vgl. v. Spruner, Wandbilder des baier. Nat.-Museums, 1868. S. 236. — Beil. 92. Allg. Ztg. Augsb. 2. April 1871. — Kunstvereinsbericht für 1872. S. 63.

Autor  
Hyac. Holland.
Empfohlene Zitierweise  

Holland, Hyacinth, „Koelbl, Alois“, in: Allgemeine Deutsche Biographie 16 (1882), S. 466-467 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd136118801.html?anchor=adb

Quelle/Vorlage: 
ADB 16 (1882), S. 466-467

PND: 136118801
Artikel drucken

Index

Koelbl, Alois

Name: Koelbl, Alois
Lebensdaten: 1820 bis 1871
Beruf/Lebensstellung: Maler
Konfession: katholisch
Autor ADB: Holland, Hyacinth
PND: 136118801

Weitere Informationen

Informationsangebote zu

Koelbl, Alois

PND
136118801

Normdaten
Personennamendatei (PND)
Virtual International Authority File (VIAF)

Lexika

Bibliothekskataloge und Bibliographien
Bibliotheksverbund Bayern (BVB)

Nachlässe
Kalliope