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Knopf, Rudolf

evangelischer Theologe, * 26.10.1874 Biala (Galizien), 19.1.1920 Bonn.


GenealogieLebenAuszeichnungenWerkeLiteraturPortraitsAutorZitierweise

Genealogie  
V Robert (1846–1930), Lehrer, später Dir. d. ev. Schule in Biala, S d. Bäckermeisters Gottfried u. d. Henriette Busse; M Hedwig (1848–1919), T d. Rittergutspächters Carl Frdr. Hecker u. d. Friederike Börner; 1911 Martha (1886–1974), T d. Wollkaufm. Paul Nießen in Bielsko/Polen u. d. Elisabeth Schreiber; 1 S, 1 T , u. a. Irmgard ( Will-Andreas Kleber, * 1906, Prof. d. Mineralogie).

Leben  
Nach Besuch des Gymnasiums in Bielitz und Studium der evangelischen Theologie in Wien (I. und II. theologische Prüfung 1896) folgten Studien mit Promotion zum Licentiaten der Theologie in Berlin (1898). Eine Orientreise 1898/99 zur Handschriftenvergleichung für Hermann von Sodens Ausgabe des Neuen Testaments bildete die Grundlage für die eigenen Forschungen. Seit Herbst 1899 in Marburg, habilitierte er sich für das Fach Neues Testament (1906 außerordentlicher Professor), seit 1907 war er als außerordentlicher, seit 1909 als ordentlicher Professor an der Evangelisch-Theologischen Fakultät Wien tätig. 1914 wurde er als ordentlicher Professor für Neues Testament nach Bonn berufen. Knopf suchte das Anliegen der liberalen Theologie mit der religionsgeschichtlichen Forschung seiner Zeit zu verbinden und verstand sich als Vertreter der „religionsgeschichtlichen Schule". Ausgehend von religions- und sozialgeschichtlichen Untersuchungen über das Urchristentum, stellt sein erstes Hauptwerk „Das nachapostolische Zeitalter“ (1905) eine Weiterführung von Carl Weizsäckers „Das apostolische Zeitalter“ (31901) dar. Von seinem Ansatz aus gewinnt die Spätzeit des Neuen Testaments in ihrem Übergang zur patristischen Literatur auch von der religionsgeschichtlichen Fragestellung her verstärktes Interesse, wie die Fortführung des Werkes des ihm menschlich und theologisch nahestehenden Johann Weiß „Das Urchristentum" (1917) und sein bis heute nicht überholter Kommentar „Die Lehre der zwölf Apostel. Die zwei Clemensbriefe“ (1920) zeigen und die Kommentare „Die Briefe Petri und Judä“ (71912) und über „Die Apostelgeschichte“ (1907, 31917) bestätigen Eine umfassend die Forschung aufarbeitende Darstellung, verbunden mit pädagogischem Geschick, hat der religionsgeschichtlich orientierten „Einführung in das Neue Testament“ (1919, 51949) – wie seinen Textausgaben – beachtlichen Erfolg gebracht.|

Auszeichnungen  
D. theol. (Marburg 1907).

Werke  
Weitere W u. a. Der erste Clemensbrief, 1899; Über d. soz. Zusammensetzung d. ältesten heidenchristl. Gemeinden, in: Zs. f. Theol. u. Kirche 10, 1900, S. 325-47; Eine Thonscherbe mit d. Texte d. Vaterunsers, in: Mitt. d. Kaiserl. Dt. Archaeolog. Inst., Athen. Abt. 25, 1900, S. 313-24; Eine Tonscherbe mit d. Texte d. Vaterunsers, in: Zs. f. d. neutestamentl. Wiss. u. d. Kunde d. Urchristentums 2, 1901, S. 228-33; Die Anagnose z. 2. Clemensbrief, ebd. 3, 1902, S. 266-79; Ausgew. Märtyrerakten, 1901, 21913 (neubearb.), 31929 (durchges. u. erg. v. G. Krüger), 41965; „Clemens an d. Korinther“ u. „Laodicenerbrief“ in: E. Hennecke, Neutestamentl. Apokryphen, 1904, S. 84-112, 138-40; Der Text d. NT, 1906; Die Zukunftshoffnungen d. Urchristentums, 1907; Probleme d. Paulus-F, 1913; Die Himmelstadt, in: Neutestamentl. Stud. f. G. Heinrici zu s. 70. Geb.tag, 1914, S. 213-19; Mitarb. u. a. Theol. Jberr., 1901 ff.

Literatur  
G. W. Ittel, Urchristentum u. Fremdreligionen im Urteil d. rel.geschichtl. Schule, phil. Diss. Erlangen 1956, S. 45; E. Bizer, Zur Gesch. d. Ev.-Theol. Fak. v. 1919–45, in: 150 J. Univ. Bonn, 1968, S. 230; K. Beyschlag, Clemens Romanus u. d. Frühkatholizismus, Unterss. zu I Clemens 1-7, in: Btrr. z. hist. Theol. 35, 1966, S. 15 u. ö.; P. Vielhauer, Gesch. d. urchristl. Lit., Einl. in d. NT, die Apokryphen u. d. Apostol. Väter, 1975, S. VII, 529 ff., 719 ff. - Qu: Hs. Selbstdarst. in: Album Professorum d. Ev.-theol. Fak. d. Rhein. Friedrich-Wilhelm-Univ.

Portraits  
Phot. in: Bildnis- u. Phot.slg. d. Ev.-Theol. Fak. Wien.

Autor  
Otto Merk
Empfohlene Zitierweise  

Merk, Otto, „Knopf, Rudolf“, in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 215 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd11626019X.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 12 (1979), S. 215

PND: 11626019X
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Index

Knopf, Rudolf

Name: Knopf, Rudolf
Lebensdaten: 1874 bis 1920
Geburtsort: Biala (Galizien)
Sterbeort: Bonn
Beruf/Lebensstellung: evangelischer Theologe
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Merk, Otto
PND: 11626019X

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Knopf, Rudolf

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11626019X

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