<< Knoch, Heinrich
Knoder, Johann >>
Knoch, Karl
Klimatologe,
* 19.1.1883 Marburg/Lahn,
† 8.1.1972 Offenbach. (evangelisch)
Genealogie
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| Literatur
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| Zitierweise
Genealogie ↑
V Heinrich (1851–1903), Malermeister in
M.,
S d. Malermeisters Daniel in
M. u. d. Margarete Brög;
M Anna (1854–1927),
T d. Bleichers
Joh. Leisler in
M. u. d. Anna Maurer;
⚭ Berlin 1920 Margarete (1891–1947),
T d. Oskar Reimer u. d. Josephine Röder; 2
S (Architekten).
Leben ↑
Knoch studierte 1901-05 Naturwissenschaften in Marburg und wurde 1906 bei Theobald Fischer mit einer Arbeit über die Niederschlagsverhältnisse der Atlasländer promoviert. Schon 1905 hatte er beim Preußischen Meteorologischen Institut in Berlin eine Tätigkeit als wissenschaftliche Hilfsarbeiter aufgenommen, 1919 wurde er Observator. Hier entschied sich unter dem Einfluß G. Hellmanns Knochs Berufsweg. Nach Habilitation (1925), Ernennung zum außerordentlichen Professor (1928) an der Universität Berlin und Übernahme eines Lehrauftrages an der Landwirtschaftlichen Hochschule wurde Knoch 1929 zum Leiter der Klima-Abteilung des Meteorologischen Instituts ernannt. Seine Arbeiten zur klassischen Klimatologie wurden 1921 eingeleitet durch den von ihm zusammen mit Hellmann, G. von Elzner und H. Henze bearbeiteten Klima-Atlas von Deutschland. Sie umfaßten weitere großräumige Studien und Editionen wie zum Beispiel seine Habilitations-schrift „Haupttypen des jährlichen Ganges der Bewölkung über Europa“ (1926), eine „Klimakunde von Südamerika“ (1930) und eine Arbeit über die Niederschläge in den Alpen (mit E. Reichel, 1930). Bei Gründung des Reichswetterdienstes 1935 vermochte Knoch die klimatologische Praxis auch auf die Landwirtschaft und die Medizin (Agrarmeteorologie und Bioklimatotogie) nutzbringend zu übertragen und auch nachhaltig zu fördern. Bei Kriegsende 1945 gelang es Knoch durch persönlichen Einsatz, Archiv und Bibliothek des Reichswetterdienstes zu erhalten und deren Nutzung durch das in Bad Kissingen eingerichtete Zentralamt für den Wetterdienst in der US-Zone zu sichern, dem er als Abteilungsleiter 1945-53 angehörte.
Knochs Werk umfaßt 175 Veröffentlichungen. Seine Klima-Atlanten der deutschen Länder (unter anderem Baden-Württemberg 1953, Bayern 1952, Hessen 1950; Maßstab 1:1 Million) sind Musterbeispiele sorgfältiger Grundlagenarbeit, an die sich der Meteorologisch-Hydrologische Dienst der
DDR unter H. Philipps mit einem entsprechenden Atlas für die
DDR anschloß. Im Ruhestand entwickelte Knoch am Beispiel des Blattes von Bad Kissingen den Plan einer klimatischen Landesaufnahme in den Maßstäben 1:25 000 bis 1:100 000 und schuf für den von der Heidelberger Akademie betreuten Welt-Seuchen-Atlas eine Anzahl großräumiger Klimakarten. Knochs wissenschaftliches Wirken, in das er auch zahlreiche große Reisen miteinbezog, zeichnete sich aus durch völlige Beherrschung aller Bereiche klimatologischer Betrachtung von der Mikroklimatologie im bodennahen Raum und der medizinisch orientierten Bäder- und Quellenforschung bis hin zur weltweiten Schau (zum Beispiel „Weltklimatologie und Heimatklimakunde“, 1942).
Werke ↑
Weitere W u. a.
in:
Abhh. d.
Preuß. Meteorolog.
Inst. III, 2, 1909, IV, 3 u. 5, 1911, VII, 5, 1923, VIII, 3,1926, 10, 1927, IX, 6, 1930;
- Klima u. Klimaschwankungen, 1930;
Methoden d. Klassifikation (mit
Alfr. Schulze), in: Petermanns Geograph.
Mitt.,
Erg. H. 249, 1952,
21954;
Die Landesklima-Aufnahme, Wesen u. Methodik, in:
Berr. d.
Dt. Wetterdienstes 12,
Nr. 85, 1963.
Literatur ↑
Festschr. z. 70.
Geb.tag (mit 107
Btrr.), in:
Berr. d.
Dt. Wetterdienstes in d. U. S.-Zone 42, 1952
(P);
H. Flohn, in: Meteorolog.
Rdsch. 25, 1972, S. 131 f.;
Zs. f. Meteorol. 23, 1972, S. 129;
Zs. f. angew. Bäder- u.
Klimaheilkde. 19, 1972, S. 313;
Mitt.bl. d.
Dt. Wetterdienstes 20, 1972, S. 1;
K. Keil,
Hdwb. d.
Meteorol., 1950, S. 293;
Pogg. VI, VII a.
Autor ↑
Herman FlohnEmpfohlene Zitierweise ↑
Flohn, Hermann, „Knoch, Karl“,
in: Neue Deutsche Biographie
12
(1979), S.
198
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118723782.html