Logo der Deutschen Biographie
schwarzer Menuepunkt Schnellsuche
schwarzer Menuepunkt Erweiterte Suche
roter Menuepunkt Namen A-Z
schwarzer Menuepunkt Aktuelles
schwarzer Menuepunkt Hilfe
schwarzer Menuepunkt Über das Projekt
schwarzer Menuepunkt Impressum

NDB-Artikel

<< de Beyer, Johann     Beyer, Kurt Friedrich August >>

Beyer, Johann Christian Wilhelm

Gartenarchitekt, Maler und Bildhauer, * 27.12.1725 Gotha, 23.3.1806 Schönbrunn. (evangelisch)


GenealogieLebenLiteraturPortraitsAutorZitierweise

Genealogie  
V Johann Nicolaus ( 1750), fürstlich Gothaischer Hofgärtner; M Anna Rosina, T des Heinrich August Meyer, fürstlicher Mundkoch; ( Gabrielle Bertrand (1730–1790), französische Blumen- und Genremalerin.

Leben  
Beyer trat früh in herzoglich württembergische Dienste und wurde 1747 zur Erlernung der Gartenbaukunst nach Paris, 1751 zum Studium der Malerei nach Rom entsandt. Hier ging er zur Bildhauerei über, wobei Philippo della Valle sein Lehrer wurde, und gab sich, befreundet mit Winckelmann und angeregt durch die Ausgrabungen in Herculanum, der modernen klassizistischen Zeitströmung hin. 1759 erst kehrte er nach Stuttgart zurück, beteiligte sich an der architektonischen, plastischen und malerischen Ausgestaltung des Neuen Schlosses|(wovon nichts erhalten ist) und übernahm die Aufsicht über die neugegründete Ludwigsburger Porzellanmanufaktur. Beyer entwarf dafür zahlreiche Modelle, vor allem aus der antiken Geschichte und Mythologie, die er in zwei großen Kupferwerken veröffentlichte, und machte damit Ludwigsburg zur modernsten deutschen Manufaktur, in der schon gegen 1760 ein entwickelter Louis-XVI-Stil vorherrschte. Wahrscheinlich 1768 siedelte er nach Wien über, wurde 1770 zum Hofmaler und -statuarius ernannt und erhielt 1773 den Auftrag für die Gartenfiguren des Schönbrunner Parks. Hierfür schuf er, unterstützt durch einen Stab von Gehilfen, mehr als vierzig Skulpturen, die - einschließlich der eigenhändigen Hauptgruppe von Neptun und Thetis - 1780 vollendet waren. In den folgenden Jahren war Beyer vorwiegend als Bildhauer für den Adel in und um Wien beschäftigt und lieferte Entwürfe für Ansbach und Petersburg, über die nichts Näheres bekannt ist. Mitglied der Akademien von Wien und Petersburg, starb er hochgeehrt und in guten Verhältnissen. Während in Beyers Formensprache das Rokoko noch nachwirkt, sind seine Themen rein klassizistisch. Damit ist er ein typischer Vertreter des Louis-XVI-Stiles und - im Gebiet der österreichischen Skulptur - dessen bedeutendster Repräsentant.

Literatur  
Österr. Kunsttopogr. II, 1908, S. 181 ff.; L. Balet, Ludwigsburger Porzellan, Figurenplastik. 1911; H. Christ, Ludwigsburger Porzellanfiguren, 1921; E. M. Kronfeld, Park u. Garten v. Schönbrunn, 1922; ThB (L).

Portraits  
Selbstbildnis, 1773. v. G. C. Kilian radiert; Miniatur v. E. K. Remshart (Wien, Slg. Ullmanns).

Autor  
Annemarie Thünker
Empfohlene Zitierweise  

Thünker, Annemarie, „Beyer, Johann Christian Wilhelm“, in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 205 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd124355935.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 2 (1955), S. 205 f.

PND: 124355935
Artikel drucken

Index

Beyer, Wilhelm

Name: Beyer, Wilhelm
Namensvariante: Beyer, Johann Christian Wilhelm
Lebensdaten: 1725 bis 1806
Geburtsort: Gotha
Sterbeort: Schönbrunn
Beruf/Lebensstellung: Gartenarchitekt
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Thünker, Annemarie
PND: 124355935

Weitere Informationen

Informationsangebote zu

Beyer, Wilhelm

PND
124355935

Normdaten
Personennamendatei (PND)
Virtual International Authority File (VIAF)

Lexika

Bibliothekskataloge und Bibliographien
Bibliotheksverbund Bayern (BVB)

Digitaler Portraitindex

Nachlässe
Kalliope