<< Kniep, Christoph Heinrich
Knies, Karl >>
Kniep, Hans
Botaniker,
* 3.4.1881 Jena,
† 17.11.1930 Berlin. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Ferdinand (1830–1920),
Prof. d. Rechte in
J. (s.
Wi. 1912;
DBJ II,
Tl.),
S d. Riemermeisters
Joh. Friedrich in Wismar u. d. Caroline Hausmann;
M Clara,
T d. Karl
Ludw. Peter (1808–93), Historiker, Philologe, Rektor d. Fürstenschule Schulpforta,
Honorarprof. in Jena (s.
ADB 53), u. d. Caroline Gesenius;
Ur-Gvv Wilhelm Gesenius (
† 1842), Alttestamentler u. Orientalist (s.
NDB VI); -
⚭ 1910 Gertrud,
T d.
Herm. Wilh. Aug. Gilow (1852–1922),
Dir. d. Köln. Gymnasiums in
B., u. d. Antonie Mayet; 2
S, 1
T .
Leben ↑
Kniep studierte in Kiel und Jena Medizin, nach dem Physikum Naturwissenschaften in Genf und Jena, wo er 1904 bei Ernst Stahl promoviert wurde. Danach arbeitete er bei Wilhelm Pfeffer in Leipzig und wurde dort Assistent. An der Fischereistation in Bergen (Norwegen) untersuchte er die Keimungsphysiologie von Fucus und habilitierte sich 1907 mit einer Abhandlung hierüber bei Friedrich Oltmanns in Freiburg im Breisgau. 1911 wurde er als planmäßiger außerordentlicher Professor nach Straßburg berufen, 1914 als ordentlicher Professor der Botanik nach Würzburg und 1924 in gleicher Eigenschaft an die Universität Berlin als Nachfolger von G. Haberlandt. Studienreisen führten ihn nach den Balearen, Korsika, Norwegen, Italien, in den Kaukasus, nach Java, Bali und Japan. – Nach seiner Dissertation „Über die Bedeutung des Milchsafts der Pflanzen“ (1904), dem er keine ernährungsphysiologische, sondern eine ökologische Funktion als Wundverschluß und als Schutzmittel gegen Tierfraß zuerkennt, wandte sich Kniep unter Pfeffers Einfluß reizphysiologischen Studien zu: Chemotaxis der Bakterien, Lichtperzeption der Laubblätter, nastische Bewegungen. Ferner widmete sich Kniep ökophysiologischen Problemen der Photosynthese und Atmung, insbesondere der Meeresalgen. Das wichtigste Forschungsgebiet Knieps, das ihn in seinem letzten Jahrzehnt ausschließlich beschäftigte, umfaßt die Entwicklungsgeschichte der Pilze. Dabei gelang es ihm, mittels Einsporkulturen den Lebensgang und das Sexualverhalten der Hymenomyceten aufzuklären. Sein fachlich grundlegendes und zusammenfassendes Werk „Die Sexualität der niederen Pflanzen“ (1928) zeigt seine kritische Sorgfalt und große Zurückhaltung gegenüber ausschließlich theoretischen Folgerungen.
Werke ↑
Weitere W u. a.
Unterss. üb. d. Chemotaxis d. Bakterien, in:
Jb. f.
wiss. Botanik 43, 1906, S. 215-70;
Btrr. z. Keimungsphysiol. v. Fucus,
ebd. 44, 1907, S. 635-724;
Über d. Gasaustausch d. Wasserpflanzen,
ebd. 56, 1915, S. 450-510;
Btrr. z. Kenntnis d. Hymenomyceten I-V, in:
Zs. f. Botanik 5-9, 1913-17. -
Mithrsg.: Zs. f. Botanik, 1916-30;
Botan. Cbl., 1922-30;
Zs. f.
Pilzkde., 1922-29.
Literatur ↑
R. Harder, in:
Berr. d.
dt. botan.
Ges. 48, 1930, S. (164) -(96)
(W-Verz., P);
Rhdb. (P).
Autor ↑
Karl MägdefrauEmpfohlene Zitierweise ↑
Mägdefrau, Karl, „Kniep, Hans“,
in: Neue Deutsche Biographie
12
(1979), S.
182
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116254076.html