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Klingelnberg, Adolf
Werkzeug- und Werkzeugmaschinenfabrikant,
* 7.9.1880 Remscheid,
† 9.12.1947 Remscheid.
Genealogie
| Leben
| Auszeichnungen
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Julius (1843–97), Stahl- u. Eisenhändler;
M Hulda Rosenthal (1850–1920);
⚭ 1910 Klara,
T d.
Stahlwarenfabr. Hermann Rahmer in Altena; 2
S, 1
T .
Leben ↑
Klingelnberg trat nach kaufmännischer Lehre in einem Remscheider Exporthaus 1900 in das elterliche Geschäft ein, das von seiner Mutter nach dem Tode seines Vaters als Einpersonenbetrieb weitergeführt worden war. Auf ausgedehnten Geschäftsreisen verkaufte er zunächst Werkzeuge, unter anderem Maschinenmesser und Kreissägen, doch bereits 1908 wurde in eigenen Fabrikationsräumen die Herstellung von Maschinenmessern mit einer kleinen Belegschaft aufgenommen. Als glänzender Organisator legte Klingelnberg damals den Grundstein zu dem heute auf diesem Gebiet in Europa führenden Unternehmen, indem er unter anderem eigene Verkaufsniederlassungen und Tochtergesellschaften im In- und Ausland gründete, die in der Folge auch die Interessen anderer bedeutender Firmen wahrnahmen. 1914-16 ergänzte Klingelnberg sein Fabrikationsprogramm durch die Herstellung von Zahnradfräsern. Eine 1916 in Hückeswagen gepachtete, später gekaufte stilliegende frühere Textilfabrik gab der Werkzeugfabrikation einen größeren Rahmen. 1922 wurde Klingelnberg auf eine Neuerung aufmerksam, die eine Umwälzung auf dem Gebiet der Kegelradverzahnung mittels Wälzfräser versprach. Die ihm angebotenen Patente Schicht-Preis wurden erworben. Unerwartete mathematisch-technische Schwierigkeiten, die mit diesem Verzahnungsproblem verbunden waren, konnten – unter großen finanziellen Opfern – von Klingelnberg und seinen Mitarbeitern gelöst werden. Heute sind das Klingelnbergsche Verzahnungssystem (Klingelnberg-Palloid-Spiralkegelradverzahnung, Klingelnberg-Sferoid-Verzahnung) und die neuartigen Verzahnungsmaschinen, Zahnradprüf- und Meßgeräte, Fräserscharfschleifmaschinen, Schneckenschleifmaschinen und andere, die in diesem Zusammenhang entstanden sind, international bekannt geworden. Eine der ersten von Klingelnberg gebauten Kegelradwälzfräsmaschinen steht im Deutschen Museum in München.
Durch eigene Lehrwerkstätten, die lange vor dem 2. Weltkrieg entstanden, wurden die angehenden Mitarbeiter an die in der Fertigung notwendigen hohen Genauigkeiten von tausendstel Millimetern herangeführt. Dem Werkwohnungsbau schenkte Klingelnberg besondere Aufmerksamkeit. Es gab eine Altersversorgung und eine Unterstützungskasse für in Not geratene Firmenangehörige (Hulda-Klingelnberg-Hilfe). Klingelnberg war Vorstandsmitglied des Reichsverbandes der Deutschen Industrie, Mitbegründer des Gesamtverbandes der Deutschen Werkzeugindustrie und viele
|Jahre dessen Vorsitzender. Die Versuchsanstalt der Remscheider Werkzeugindustrie verdankt ihr Entstehen seiner Initiative. Seit Anfang der 1930er Jahre gab Klingelnberg „Das Klingelnberg Technische Hilfsbuch“ heraus (
151967).
|Auszeichnungen ↑
Dr.-
Ing. E. h. (Aachen 1929).
Literatur ↑
Rhdb. (P).
Autor ↑
Hermann BuschEmpfohlene Zitierweise ↑
Busch, Hermann, „Klingelnberg, Adolf“,
in: Neue Deutsche Biographie
12
(1979), S.
77 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd124447929.html
Klingelnberg, Adolf
Name: Klingelnberg, Adolf
Lebensdaten: 1880 bis 1947
Geburtsort: Remscheid
Sterbeort: Remscheid
Beruf/Lebensstellung: Werkzeug- und Werkzeugmaschinenfabrikant
Konfession: keine Angabe
Autor NDB:
Busch, HermannPND: 124447929
Informationsangebote zu
Klingelnberg, Adolf
PND
124447929
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