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Kleist, von >>
Kleinwächter, Ludwig
Geburtshelfer und Gynäkologe,
* 15.11.1839 Prag,
† 11.4.1906 Czernowitz (Bukowina).
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Alois (1807–40),
Dr. iur., Komponist (s.
ÖBL),
S d. Ignaz (
† 1845),
Großkaufm., verdient um d. Prager Musikleben;
M Friederike Helminger;
⚭ Prag 1872 Marie (1854-
n. 1909),
T d. Ferdinand Weber
Rr. v. Ebenhof (1819–93),
Prof. d. Geburtshilfe in Prag (s.
ADB 41;
BLÄ), u. d. Auguste Wagner;
S Friedrich (s. 1).
Leben ↑
Kleinwächter studierte in Prag Medizin. 1863 promovierte er und wurde darauf Sekundärarzt am Allgemeinen Krankenhaus in Prag. 1868-72 nahm ihn B. Seyfert als Assistent an die geburtshilfliche Klinik. Seine Habilitation zum Privatdozenten für Geburtshilfe erfolgte 1871, 1875 wurde er zum außerordentlichen Professor ernannt. Er entfaltete eine rege Lehrtätigkeit, hielt Operationskurse, eine gynäkologische Poliklinik und Kollegien über praktische Geburtshilfe ab.
1878 erhielt Kleinwächter. einen Ruf auf ein Ordinariat nach Innsbruck. Auf seine Anregung hin wurde 1880 die aseptische Wochenbettpflege in Tirol amtlich vorgeschrieben. Da er das Gefühl hatte, in seiner Lehrtätigkeit behindert zu werden, gab er 1881 seinen Innsbrucker Lehrstuhl auf und eröffnete eine Praxis in Czernowitz, wo sein Bruder Friedrich Ordinarius für Staatswissenschaften war. Obwohl er einen Ruf nach Amerika abgelehnt hatte, sollte seine Hoffnung, eine andere Lehrkanzel in Österreich zu erhalten, unerfüllt bleiben.
Kleinwächters Arbeiten behandeln hauptsächlich geburtshilfliche und gynäkologische Probleme. Trotz seiner praktischen Tätigkeit in Czernowitz entfaltete er noch eine ausgeprägte wissenschaftliche schriftstellerische Tätigkeit. Außer Monographien hat er über 150 Auf
|sätze in den verschiedensten wissenschaftlichen Zeitschriften geschrieben.
Werke ↑
u. a.
Die Lehre
v. d. Zwillingen, 1871 (
Habil.-schr.);
Grundriß d. Geburtshilfe f. Studierende u.
prakt. Ärzte, 1877,
21881;
Geburtshilfl. Phantome, darstellend ausgetragene Früchte, geboren in d. Hinterhauptslage u. Stirnlage …, 1878;
Die künstl. Unterbrechung d. Schwangerschaft, 1879,
31902;
Lehrb. d. Hebammenkunst, 1879;
Die geschichtl. Entwicklung d. Geburtshilfe mit gleichzeit. Berücksichtigung d.
Gynäkol., in:
Hdb. d. Geburtshilfe,
hrsg. P. Müller, 1889.
Literatur ↑
R. Roth, Die Personalbibliogrr. d. Professoren u. Dozenten d.
Augenheilkde.,
Dermatol., Gerichtsmed., Gynäkologie, Innere
Med., Pädiatrie,
Pharmakol., Psychiatrie u.
Zahnheilkde. an d.
med. Fak. d.
dt. Karl-Ferdinand-
Univ. in Prag im ungefähren Zeitraum
v. 1848–80, 1972, S. 33-64;
BLÄ;
ÖBL.
Autor ↑
Erhart KahleEmpfohlene Zitierweise ↑
Kahle, Erhart, „Kleinwächter, Ludwig“,
in: Neue Deutsche Biographie
12
(1979), S.
9 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116219289.html
Kleinwächter, Ludwig
Name: Kleinwächter, Ludwig
Lebensdaten: 1839 bis 1906
Geburtsort: Prag
Sterbeort: Czernowitz (Bukowina)
Beruf/Lebensstellung: Gynäkologe; Geburtshelfer
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Kahle, ErhartPND: 116219289