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Bethel, Johannes

Theologe, 1503-30 nachweisbar.


LebenLiteraturAutorZitierweise

Leben  
Bethel nennt sich nach seinem Geburtsort meist Johannes Spangenberg und ist daher immer wieder mit dem gleichnamigen Vater des Cyriacus Spangenberg verwechselt worden. Er trat um 1498 in das (reformierte) Kloster der Augustiner-Eremiten zu Eschwege ein, wurde 1503 Lesemeister der Heiligen Schrift, im Juni 1505 durch J. von Staupitz zum Magister im Orden befördert. Er studierte wiederholt in Wittenberg, erstmals 1504, dann seit 1508 zusamen mit Luther; 1509 wurde er biblischer Bakkalaureus, 1510 Sententiarius, 1511 Lizentiat und Doktor der Heiligen Schrift, in der philosophischen Fakultät 1507 Bakkalaureus, 1512 Magister. 1516 von Staupitz zur Unterstützung des Priors Heinrich von Zutphen nach Dordrecht gesandt, führte er dort die Observanz ein. 1518-23 war Bethel Prior in Eschwege. Er war ein Feind der Reformation. Nachdem Staupitz' Nachfolger Wenzel Link im Februar 1523 das Ordensvikariat niedergelegt hatte, beteiligte sich Bethel maßgebend an der Leipziger Protestation der Observanten vom 22.6.1523 gegen Luthers Lehre (bester Druck: UB der Erfurter Stifter und Klöster, Augustiner-Eremiten III, Nr. 588), wurde im September 1523 auf dem Ordenskonvent zu Mühlheim (Ehrenbreitstein) selbst zum Ordensvikar gewählt und bemühte sich in den folgenden Jahren unablässig und fast immer unterwegs, den Verfall des Ordens aufzuhalten, unterstützt namentlich durch Herzog Georg von Sachsen. In dieser Tätigkeit finden wir ihn 1524, vom Magistrat gerufen, in Köln, in Mühlheim, 1525 wieder in Köln, 1527 in Eschwege und Erfurt. Mit Hilfe des Herzogs richtete er 1527 in dem albertinischen Langensalza einen neuen Ordenskonvent ein als Mittelpunkt seiner Tätigkeit, aber er mußte mehr und mehr erkennen, daß die Zeit gegen ihn war. 1529 legte er schweren Herzens sein Amt nieder. Ein wohl damals verfaßter, von Cyriacus Spangenberg erwähnter „Trostbrief über seinen Rücktritt an die Trümmer des Eremi|tenordens“ ist noch nicht wieder aufgetaucht; erst im März 1530 gab er sein Einverständnis und wurde evangelischer Pfarrer in Eschwege. - In den durch Gerhard Westerburch 1523 heraufbeschworenen Streit über das Fegfeuer hat er 1525 mit einer eigenen Schrift eingegriffen (Schottenloher, Nr. 36 824a): er gab zu, daß viele falsche Lehren über das Fegfeuer bestünden, aber das sei kein Hindernis, an seiner durch Bibel und Kirchenväter bezeugten Existenz zu zweifeln und die Wirksamkeit der Messen für Verstorbene in Frage zu stellen. - Bethel war eine aufrichtige, im Grunde irenische und bedächtige Natur, seine Betrachtungsweise war herkömmlich theologisch mit einem volkstümlichen Einschlag. Sein konservativer Sinn vermochte weder den inneren noch äußeren Antrieben der Reformation Verständnis abzugewinnen, nur widerwillig und schwerlich überzeugt hat er sich dem Zwange des Umschwungs gefügt.

Literatur  
Biogr. fehlt; Einzelnes: Th. Kolde, Die dt. Augustiner-Kongregation u. Joh. Staupitz, 1879; A. Huyskens, Die Klöster d. Landschaft an d. Werra, 1916; PRE.

Autor  
Arno Duch
Empfohlene Zitierweise  

Duch, Arno, „Bethel, Johannes“, in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 185-186 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd119620022.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 2 (1955), S. 185-186

PND: 119620022
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Index

Bethel, Johannes

Name: Bethel, Johannes
Namensvariante: Johannes Spangenberg
Namensvariante: Spangenberg, Johannes
Lebensdaten: erwähnt 1503 und 1530
Beruf/Lebensstellung: Theologe; Gegner der Reformation
Konfession: katholisch; evangelisch
Autor NDB: Duch, Arno
PND: 119620022

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Bethel, Johannes

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119620022

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