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NDB-Artikel

<< Heineken, Philipp Cornelius     Heinen, Anton >>

Heinemann, Friedrich Karl Otto von

Historiker, Bibliothekar, * 7.3.1824 Helmstedt, 7.6.1906 Wolfenbüttel. (evangelisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Friedrich (1770–1854), Kreisgerichtsdir. in H., S d. Ernst Christoph (Reichsadel 1781, 1734-85), braunschw. Oberstlt., u. d. Elisabeth Strauß; M Charlotte (1785–1854), T d. Karl Ludw. Meinders, Amtmann z. Borgholzhausen, u. d. Henr. Dorothea Krüger; Urur-Gvm Adolf Meinders (1665–1730), westfäl. Gesch.forscher; B Hermann (1812–71), Finanzrat u. Entomologe in Braunschweig (s. W), Alexander (1813–84), preuß. Gen.-Major (s. Priesdorff VIII, S. 339 f.), Ferdinand (1818–81), Gymnasialdir., Schriftsteller (s. ADB 50), Adolf (1820–1906), preuß. Gen.-Major (s. Priesdorff IX, S. 510); Schw Mathilde ( Eduard Rhamm, 1891, braunschweig. Obergerichtspräs.); - Braunschweig 1854 Helene v. Brandenstein (1827–1902), Adoptiv- u. natürf. T d. braunschw. Gen.-Majors Heinr. v. Brandenstein (1787–1851, s. NND 29) u. d. Carol. Jul. Christiane verw. v. Prößler geb. v. Meyern; 2 S, 2 T, u. a. Lothar (1859–1901), Prof. d. Gesch. in Tübingen (s. H. Hermelink, in: BJ VI, S. 427-29, W, L, u. Tl. 1901), Elisabeth ( Reinhold Koser, 1914, Gen.dir. d. preuß. Staatsarchive); N Walter (1858–1928), preuß. Gen. d. Inf., Werner (1856–1921), preuß. Gen.-Major.

Leben  
Die selbstsichere, konservative Art der deutschen Kleinstadt hat Heinemanns Wesen bestimmt; seine lesenswerten Memoiren bezeugen das. Er leitete vier Jahrzehnte lang (1863 bis 1904) die Herzog-August Bibliothek (Herzogliche Bibliothek) zu Wolfenbüttel, eine Sammlung von überlokaler Bedeutung. 1848-50 war er Hauslehrer in Paris. Der Anblick der Revolutionsereignisse konnte seine Loyalität nicht erschüttern. Das Vaterhaus in Helmstedt bedeutete ihm Sicherheit und Geborgenheit, Bonn (1843/44) studentische Freiheit, Berlin (1844/46) ernste Vorbereitung auf den Dienst in der braunschweigischen Heimat. Notgedrungen jedoch ging er zunächst nach Bernburg im Herzogtum Anhalt-Bernburg als Gymnasialoberlehrer und Verwalter des Hauptarchivs (1854–63). Hier begann er die Arbeit an seinem „Codex diplomaticus Anhaltinus“ (1867-83), wozu ihn hervorragende paläographische Kenntnisse befähigten. Seine ersten historischen Bücher schrieb er zum Ruhme des askanischen Hauses, wie er später dem Welfenhause mit seiner gefälligen Feder diente (Geschichte von Braunschweig und Hannover, 3 Bände, 1882–91). Er war im Seminar Rankes geschult, das hielt ihn in Zucht. Seine Energie setzte er in Wolfenbüttel ein und erkämpfte den Neubau der Bibliothek. Dem alten berühmten Gebäude, der Rotunde Lessings, trauerte er nicht allzusehr nach, war es doch wenig gepflegt und sehr baufällig. Das neue feste Haus sah er stets nur als herzogliche Privatbibliothek an, sich selbst als deren Hüter und vornehmsten Benutzer. Fordernde Be|sucher wurden zurückgewiesen, 1888 jede Versendung von Handschriften untersagt. Die Alarmrufe Mommsens und der Presse überhörte er. Fleißig arbeitete er an seinen Schriften (Rezensionen und viel Lokalgeschichtliches) und an dem großen Handschriftenkatalog, der heute noch seine guten Dienste leistet, wenn er auch die genauen Nachweise der Publikationsorte von Texten und die Verzeichnung der Initien vermissen läßt.

Werke  
Weitere W Mgf. Gero, 1860; Albrecht d. Bär, 1864; Zur Erinnerung an G. E. Lessing, Briefe u. Aktenstücke, 1870; Die Hss. d. Hzgl. Bibl. zu Wolfenbüttel, 9 Bde., 1884-1903; Die Hzgl. Bibl. z. Wolfenbüttel, 1894; Aus vergangenen Tagen, 1902 (Selbstbiogr., P); s. a. DW. - Zu B Hermann: Die Schmetterlinge Dtld.s u. d. Schweiz, 1859-77.

Literatur  
G. Milchsack, O. v. H., 1904; A. Wolfstieg, in; Zs. d. Hist. Ver. f. Niedersachsen, 1904, S. 456-65; P. Zimmermann, in: Braunschweig. Mgz., 1904, S. 125-37 (Bibliogr., P); W. Schrader, in: BJ IX, S. 49-56. - Vollst. hs. Verz. s. Schrr. im H.-Nachlaß d. Hzg. August Bibl. Wolfenbüttel.

Autor  
Hans Butzmann
Empfohlene Zitierweise  

Butzmann, Hans, „Heinemann, Friedrich Karl Otto von“, in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 300 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd101119046.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 8 (1969), S. 300 f.
Erwähnungen: 
NDB 12 (1979), S. 613*

PND: 101119046
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Index

Heinemann, Otto von

Name: Heinemann, Otto von
Namensvariante: Heinemann, Friedrich Karl Otto von
Lebensdaten: 1824 bis 1906
Geburtsort: Helmstedt
Sterbeort: Wolfenbüttel
Beruf/Lebensstellung: Historiker; Bibliothekar
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Butzmann, Hans
PND: 101119046

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Heinemann, Otto von

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