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Albrecht IV. (Albertus) von Querfurt
Erzbischof von Magdeburg (seit 1383),
† 12.6.1403 Giebichenstein.
Genealogie
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Genealogie ↑
V Gebhard von Querfurt;
M Elisabeth, Gräfin von Mansfeld.
Leben ↑
Albrecht, seit 1369 Domherr in Halberstadt, wurde im gleichen Jahr auch Domherr in Merseburg und 1374 Domherr und Thesaurar am Stift
St. Gangolphi in Magdeburg. 1369 ist er in Bologna und 1377 in Prag als Student nachzuweisen. 1382 bemühte er sich in Rom vergeblich um das erledigte Bistum Merseburg. Doch erteilte ihm Papst Urban VI. das Pallium, nachdem er 1383 in Magdeburg zum Erzbischof erwählt worden war. Albrecht beabsichtigte, den Besitz seiner Kirche wiederherzustellen und zu erweitern und geriet dabei in langwierige kriegerische Auseinandersetzungen mit den Markgrafen von Brandenburg und später mit den Herzögen von Sachsen. Nur kurze Zeit währte Albrechts 1395 begonnene Tätigkeit als Kanzler König Wenzels. Er versuchte während dieser Zeit auf einer Reise nach Frankreich vergeblich das Kirchen-Schisma zu beenden. Das durch die Fehden entstandene Geldbedürfnis glich Albrecht durch Münzverschlechterungen aus. Dadurch kam es zum Konflikt mit der Stadt Magdeburg, die sich bereits Albrechts Landfriedensbestrebungen widersetzt hatte. Die sozialen Spannungen in der Stadt entluden sich 1402 in einem schweren Aufstand der Innungen gegen den Rat und den Erzbischof, der jedoch 1403 die Bürger zum Nachgeben zwang.
Literatur ↑
ADB I;
Th. Lindner,
Gesch. d.
dt. Reiches unter
Kg. Wenzel, 2
Bde. 1875–80;
K. Heine,
A. IV., Edler
z. Querfurt, 37. Erzbischof
v. Magdeburg, 1383–1403, in:
Mitt. aus d. Gebiet
hist. -antiquar. F, 21, 1902, S. 237-90;
J. Schäfers. Personal- u. Amtsdaten d. Magdeburger Erzbischöfe,
Diss. Greifswald 1908, S. 9, 81;
Th. Lindner, Über Kanzler u. Kanzlei
Kg. Wenzels, in: Arch.
Ztschr. 4, 1879, S. 154 ff.;
F. W. Hoffmann,
Gesch. d. Stadt Magdeburg,
hrsg. v. G. Hertel u. H. Hülße,
Bd. 1, 1885, S. 175 ff.;
Dictionnaire d’Histoire et de Géographie Ecclésiastiques I, 1912,
Sp. 1550/51.
Autor ↑
Berent SchwineköperEmpfohlene Zitierweise ↑
Schwineköper, Berent, „Albrecht IV. von Querfurt“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
166
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd137411405.html
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Albrecht IV.
Leben
| Autor
| Literatur
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Leben ↑
Albrecht IV.,
Erzbischof von
Magdeburg von 1383—1403, war
ein geborener Edler von
Querfurt. Während
seines Aufenthaltes in Rom, wo er sich um das Bisthum Merseburg
bewarb, wurde er nach dem Tode Erzbischof Friedrichs (1382 Nov. 9)
vom Mageburger Domcapitel einhellig zu dessen Nachfolger erwählt.
Seine Regierungszeit ist für das Magdeburger Land keine allzu
glückliche gewesen: sie wird fast ausschließlich ausgefüllt durch
zahlreiche Fehden, in die Erzstift und Stadt Magdeburg mit der
Mark Brandenburg und dem Herzog Rudolf von Sachsen verwickelt
wurden, sowie, durch vielfache Streitigkeiten mischen ihm und der
Stadt Magdeburg. Dazu kam noch, daß
A.
seit 1395 als Kanzler König Wenzels seine Zeit und
Kraft mehr den Interessen Böhmens und des Reiches zuwandte, als
denen seines Erzstiftes. Die anarchischen Zustände in der Mark
Brandenburg seit dem Tode Karls IV. zogen
die angrenzenden Länder, vor Allem das Magdeburgische, in stete
Mitleidenschaft. Die Fehden gegen die Mark, theils vom Erzbischofe
in Verbindung mit der Stadt Magdeburg, theils von jenem oder
dieser allein unternommen, ziehen sich mit geringen
Unterbrechungen unter wechselndem Glücke durch die Jahre
1385—1400. Zu gleicher Zeit (1396) unternahm noch Herzog Rudolf
von Sachsen, man weiß nicht aus welchem Grunde, einen Einfalt ins
Magdeburgische. Die Magdeburger unter Anführung des Dompropstes
Heinrich von Warberg erlitten bei Jüterbogk eine Niederlage und
mußten ihre Gefangenen mit schwerem Gelde auslösen.
Das Verhältniß Erzbischof Albrechts zur Stadt Magdeburg,
anfangs ein gutes, erlitt bereits 1385 einen harten Stoß durch
sein Verlangen, daß die Bürger sich dem vom König Wenzel
bestätigten sächsischen Landfrieden, der aber deren
Selbständigkeit stark beeinträchtigte, fügen sollten. Ernster
wurden die Irrungen zwischen beiden Theilen, als der Erzbischof im
J. 1401 eine schlechtere Münze schlagen ließ. Das Domcapitel wurde
durch den Rath von der Gährung in der Bürgerschaft unterrichtet,
so daß dieses sammt den Mitgliedern der Collegiatstifter es
vorgezogen, die Stadt zu verlassen. Durch die Umsicht des Rathes
kam zwar ein Vertrag zu Stande, der das Münzwesen regelte, aber
kurze Zeit nachher erhoben sich neue Zwistigkeiten wegen
verschiedener Ansprüche seitens des Domcapitels. Noch ehe
dieselben beigelegt wurden, brach am 14. Sept. 1402, gleichfalls
wegen der Münze, ein Aufstand in der Stadt aus. Die Aufrührer
zerstörten die erzbischöfliche Münze, zogen nach dem unter der
Gerichtsbarkeit des Erzbischofs stehenden Neuen Markte, richteten
hier viel Verwüstungen an, begaben sich dann nach der Altstadt
zurück und setzten hier einen neuen Rath ein. Dieser erließ unter
Pression der Führer des Aufstandes ein neues Münzgesetz, das aber
die schädlichsten Wirkungen für die Stadt hatte. Erzbischof
A.
verklagte die Stadt, nachdem von Seiten der
aufständischen Partei seine Bereitwilligkeit zu einem billigen
Vergleiche zurückgewiesen war, vor dem Dompropst zu Hildesheim.
Der Stadt Magdeburg dorthin abgesandte Vertreter wurden bei ihrer
Rückkehr von Ludolf von Warberg, dem Bruder des Dompropstes,
gefangen genommen und dadurch die Verhandlungen in die Länge
gezogen. Die Stadt wurde mit dem Interdicte belegt und vor das
Landfriedensgericht nach Salze geladen. Die Magdeburger, von
befreundeter Seite gewarnt, hier zu erscheinen, blieben aus. Der
Erzbischof erhob Klage gegen die Magdeburger und beschwor, daß der
ihm und der Geistlichkeit durch den Aufstand zugefügte Schaden
sich auf 40000 Mark beliefe. Nach mancherlei Weigerungen seitens
der Bürgerschaft kam endlich durch Vermittlung des Grafen Günther
von Schwarzburg zwischen beiden Theilen am 26. Febr. 1403 ein
Vertrag zu Stande, wonach die Stadt sich verpflichtete, die
zerstörte erzbischöfliche Münze wieder aufzubauen, das Dorf
Hohendodeleben, das früher vom Erzstifte an die Stadt verpfändet
war, an dasselbe zurückzugeben, 2000 Schock Kreuzgroschen zu
zahlen etc. Auch mit dem Domcapitel verglich
|man sich
wenige Monate nachher (1. Mai). Bald darauf, am 12. Juni, starb
Erzbischof
A.
Literatur ↑
Magdeburger Schöppenchronik (Städte-Chroniken VII.) S. 286—314. (Chron.
Magdeb. bei Meibom, Scriptt. Rer. German.
T. II. p. 350 ss.) Sagittarius bei Boysen, Histor. Magazin
IV. 54—79.
Autor ↑
Janicke.
Empfohlene Zitierweise ↑
Janicke, Karl, „Albrecht IV.“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
267-268
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd137411405.html?anchor=adb
Albrecht IV.
Name: Albrecht IV.
Namensvariante: Albrecht IV. von Querfurt
Namensvariante: Albertus
Namensvariante: Albrecht von Querfurt
Lebensdaten: erwähnt 1369, gestorben 1403
Sterbeort: Giebichenstein
Beruf/Lebensstellung: Erzbischof von Magdeburg
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Schwineköper, BerentAutor ADB:
Janicke, KarlPND: 137411405