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Besler, Simon
* 27.8.1583 Brieg,
† 12.7.1633 Breslau. (evangelisch)
Genealogie
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Genealogie ↑
B Samuel s. (1).
Leben ↑
Über das Leben der Brüder Besler ist nur wenig überliefert.
Samuel wird das Gymnasium zu Brieg besucht haben, das bis 1584 der Leitung seines Vaters unterstand. Ob dieser nach seiner Amtsenthebung nach Frankfurt/Oder übersiedelte, ob Samuel hier die Universität besucht und den Magistertitel erworben hat, ist hisher nicht nachzuweisen. Wann er seine Tätigkeit in Breslau antrat (1594?), ist nicht ermittelt; 1602 ist er Kantor an der (3.) Hauptpfarrkirche
St. Bernhardin, von 1609 an auch Lehrer der ihr zugehörigen Schule zum heiligen Geist. Am 18.9.1611 feierte er den Einzug des Erzherzogs Matthias, 1620 den des „Winterkönigs“ Friedrich von der Pfalz mit achtstimmigen Festkompositionen. Kaum 50jährig wurde Samuel Besler ein Opfer der Pest.
Simon wurde im Sommersemester 1604 an der Universität Frankfurt/Oder immatrikuliert, wo er möglicherweise auch Schüler des Kantors Bartholomäus Gesius war. Vorübergehend Kantor in Striegau, wirkte er 1610-20 in gleicher Eigenschaft an der Maria-Magdalenen-Kirche in Breslau und 1620-27 als Hofmusiker des Herzogs Georg Rudolf in Liegnitz. Die letzten Lebensjahre verbrachte er in
|Breslau; ob und wo er hier bis zu seinem frühen Tode amtierte, ist nicht bekannt.
Das musikalische Schaffen der Kantoren Besler, in der Hauptsache schlichte vierstimmige Choralsätze umfassend, die nur in Samuels „Kirchen- und Hausmusica“ kunstvollere Faktur nach dem Vorbild Johann Eccards aufweisen, diente der Kirche und der Schule. Als bedeutender Vorläufer von H. Schütz zeigt sich Samuel in den vier Choralpassionen (R. Gerber); in die Nähe des neuen Stilwillens seiner Zeit gelangte er mit den einstimmigen liturgischen Hymnen und Klageliedern (1611, 1613, 1614) und dem generalbaßbegleiteten Solowerk „Heptalogus in Cruce pendentis Christi“ (1624). Von Simon Besler sind nur einzelne vierstimmige Liedsätze überliefert, die ein Urteil über seine schöpferische Leistung nicht zulassen. Mit dem Bruder steht er in der Tradition des protestantischen Kantorentums, bedrängt von den Nöten der Zeit und den Kräften eines neuen Stilideals, das in seinem Schaffen aber kaum sichtbare Spuren hinterlassen haben dürfte.
Werke ↑
u. a. Liederslgg., 4stimmig, Breslau 1609, 1610, 1615; Kirchen- u. Haus-Musica. 4stimmig, 2 T., ebenda 1618; Hymnorum et Threnodiarum sanctae crucis …, ebenda 1611, 1613, 1614; Threnodiarum … das heilige Leiden … Jesu Christi … wie es die
hl. vier Evangelisten beschreiben …, ebenda 1612; Heptalogus in Cruce pendentis Christi, … Voce sola cum basso generali pro organo …, ebenda 1624;
s. a. MGG.
Literatur ↑
O. Kade, Die ältere Passionskompos. bis
z. J. 1631, 1893;
R. Starke, Samuel
B., in:
Mhh. f.
Musikgesch. 31, 1899;
R. Gerber, Das Passionsrezitativ
b. H. Schütz u. seine stilgeschichtl. Grundlagen, 1929;
H. A. Sander,
Btrr. z. Gesch. d.
luth. Gottesdienstes u. d. Kirchenmusik in Breslau, 1937;
N. Hampel, Dt.sprach. Kirchenmusik Schlesiens bis
z. Einbruch d. Monodie,
Diss. Breslau 1937;
P. Epstein,
Sam. B., in:
Schles. Lb. IV, 1931, S. 145-51
(L);
Riemann;
A. Adrio, in:
MGG I
(L),
s. a. II
(Artikel „Breslau“).Autor ↑
Adam AdrioEmpfohlene Zitierweise ↑
Adrio, Adam, „Besler, Simon“,
in: Neue Deutsche Biographie
2
(1955), S.
177 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd135546400.html