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NDB-Artikel

<< Beseler, Georg Karl Christoph     Beseler, Hans Hartwig von >>

Beseler, Gerhard Friedrich von (seit 1917)

Jurist, * 24.1.1878 Berlin, 27.12.1947 Oberaudorf. (evangelisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Max von Beseler (seit 1917, 1841-1921), preußischer Justizminister, S des Georg s. (1); M Luise Haupt (1847–1904); Schw Luise ( Hans Thierfelder, 1858–1930, Professor für chemische Physiologie in Tübingen); Gertrud (1872–1940), T des Pathologen Arnold Heller (1840–1913) in Kiel; kinderlos.

Leben  
Beseler studierte unter O. von Gierke, E. Zitelmann, H. Eisele u. a. in Berlin, habilitierte sich in Kiel 1906, wurde 1911 außerordentlicher, 1915 ordentlicher Honorarprofessor für römisches und bürgerliches Recht in Kiel, wo er bis zu seinem Verzicht 1937 lehrte. Fortan widmete er sich in München ganz seiner Forschungsarbeit am klassischen römischen Recht. Seine zahlreichen textkritischen Arbeiten behandeln den Stoff in scharfsinniger und souveräner, wenn auch häufig recht spröder Form, vor allem mit der Methode sprachgeschichtlicher Wortuntersuchung und streng juristischer Sachabgrenzung. Die Ergebnisse der in humanistischem Geist geleisteten, entsagungsvollen und doch für die gesamte Romanistik höchst förderlichen Arbeit legte Beseler in einer großen Anzahl meist umfänglich kleiner, äußerst gedrängter, mitunter fast aphoristischer Spezialabhandlungen vor. Seine gesamte Lebensarbeit ist von Liebe zum römischen Rechtsdenken getragen; er sah im römischen Recht „Anfang und Ende aller wirklichen Rechtskultur“ (F. Wieacker). In dieser Art ist Beseler der vielleicht letzte große Vertreter einer universalen juristischen Romanistik, in der er kein historisch-archäologisches Fach, sondern Pflege einer bleibenden Kulturleistung von einmaligem Range sah.

Werke  
u. a. Erörterungen z. Gesch. d. Novation u. d. Litteralkontrakte, 1904; Edictum de eo quod loco, Habil. Schr. 1907; Betrachtungen üb. d. Recht d. ehel. Verwaltungsgemeinschaft, 1907; Btr. z. Kritik d. röm. Rechtsqu., 1910–48; Jurist. Miniaturen, 1929; Fruges et Paleae I, 1948; vollst. Verz. wird mit nachgelassenen Werken v. M. Käser hrsg.

Literatur  
M. Kaser, in: ZSRGR 66, 1948; F. Wieacker, in: Dt. Rechts-Zs., 1948; G. Grasso, in: Studia et documenta hist. et iur. 15, 1949, S. 380. - Zu Arnold Heller: BJ XVIII (Totenliste 1913, L).

Autor  
Karl S. Bader
Empfohlene Zitierweise  

Bader, Karl Siegfried, „Beseler, Gerhard Friedrich von“, in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 175 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd116154012.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 2 (1955), S.  175
Erwähnungen: 
NDB 2 (1955), S. 174*

PND: 116154012
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Index

Beseler, Gerhard von

Name: Beseler, Gerhard von
Namensvariante: Beseler, Gerhard Friedrich von
Lebensdaten: 1878 bis 1947
Geburtsort: Berlin
Sterbeort: Oberaudorf
Beruf/Lebensstellung: Jurist
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Bader, Karl Siegfried
PND: 116154012

Weitere Informationen

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Beseler, Gerhard von

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116154012

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