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Keyserling(k) Grafen von (evangelisch)
Leben  
Altes Stadtgeschlecht in Bielefeld und Herford (Westfalen), seit 1492 in Kurland als Vasallen des Deutschen Ordens, 1631 in die kurländische Adelsmatrikel eingetragen. Für einzelne Linien: Reichsgrafenstand 1741, preußischer Grafenstand 1744, 1777 beziehungsweise 1786, russische Anerkennung des Barontitels 1835.
Georg (1679–1711) war 1702-11 preußisch Gesandter in Moskau, Hermann (Reichsgraf 1741, 1696-1764) war russisch Diplomat (1733–44, 1749-52 und 1763-65 in Warschau, 1744-46 am Reichstag in Regensburg, 1747/48 in Berlin, 1752-61 in Wien). Er trug 1734 zur Anerkennung des sächsisch Kurfürsten als König August III. durch den polnisch Reichstag bei, half die Einverleibung Kurlands in Polen verhindern und wirkte 1737 mit bei der Wahl von Johann Ernst Graf von Biron zum Herzog von Kurland. 1764 setzte er die Wahl von Stanislaus Poniatowski zum König von Polen durch. Er war (seit 1733) Präsident der Petersburger Akademie der Wissenschaften und ein Förderer der Künste, unter anderem, und andere Mäzen von J. S. Bach. Sein Sohn Heinrich (1727–87), Reichshofrat in Wien 1753–62, ließ sich mit seiner Frau, Caroline geboren(e) Gräfin Truchseß zu Waldburg (1727–91) in Königsberg (Preußen) nieder, wo ihr Haus am Roßgarten zu einem geistigen Mittelpunkt wurde; hier verkehrten Kant und Hamann. Ernst Johann ( 1763) war dänisch Generalleutnant, dessen Bruder Dietrich (1698–1745) ein Freund Friedrichs der Große (im Rheinsberger Kreis „Caesarion“ genannt), Oberst und Generaladjutant (s. ADB 15). Gebhard (1699–1761) war braunschweig. Diplomat und wurde 1744 mit der Herrschaft Rautenburg in Ostpreußen belehnt. Johann Christopher ( 1754) war russisch General und Gouverneur von Wiborg, Dietrich ( 1793) Generaladjutant des russisch Feldmarschalls Graf Lacy. Zu nennen sind ferner: Johann Heinrich ( 1733), kurländisch Kanzler, Archibald (1785–1855), preußisch Oberst, der über seine Erlebnisse in den Freiheitskriegen berichtete (Aus der Kriegszeit, 2 Bände, 1847/55; s. ADB 15), und Heinrich (1831–74), deutscher Gesandter in Konstantinopel. Hugo (1833–1903) war Landesbevollmächtigter von Kurland, dessen Bruder Eugen (1832–89) Zoologe, speziell Spinnenforscher (seine Sammlung mit mehr als 10 000 Arten kam in das Naturw. Museum London). Dessen Frau war die Schriftstellerin Margarete geboren(e) von Dönniges (1846–1930, s. NDB IV*). Beider Sohn war Robert (1866–1959), Regierungspräsident in Königsberg, Ministerialdirektor im Landwirtschaftsministerium, 1917/18 Reichskommissar für Litauen und die baltisch Provinzen, dessen Frau Margarete geboren(e) Hirt (1879–1958), Mitglied der schlesisch Landwirtschaftskammer und des Verwaltungsrats des Hauptvorstandes des Vaterländ. Frauenvereins (beide s. Rhdb., P). Heinrich (1861–1941) war Generaldirektor von Westpreußen, Ewald (1832–91) preußisch Generalmajor und dessen Sohn Walter (1868–1946) Vizeadmiral.

Keyserling, Eduard Graf von
Keyserling, Hermann Graf von
Keyserlingk, Wedig Freiherr von von

Quelle/Vorlage: 
NDB 11 (1977), S. 563

PND: 121699110
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Index

Keyserling

Name: Keyserling
Namensvariante: Keyserlingk
Lebensdaten: unbekannt
Beruf/Lebensstellung: Grafen von Keyserling; Stadtgeschlecht in Bielefeld und Herford; Vasallen des Deutschen Ordens in Kurland; russische Barone
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Martini, Fritz
PND: 121699110

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Keyserling

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121699110

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