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Adrian, Johann Valentin
Leben
| Autor
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Leben ↑
Adrian: Johann Valentin
A.
, Dichter und Schriftsteller, geb. 17. Sept. 1793 zu Klingenberg bei Aschaffenburg, † 18. Juni 1864. Er besuchte 1806—10 die
Schule zu Miltenberg, das Gymnasium zu Aschaffenburg und die dort
neu errichtete Karlsuniversität, machte als Freiwilliger den
Freiheitskrieg mit und blieb etwa 2 Jahre in Frankreich. Nach dem
Friedensschlusse besuchte er nochmals die Universität und zwar
Würzburg, um historische und philologische Studien zu treiben.
Nachdem er während der J. 1816 und 1817 theils privatisirt, theils
am Hoffmann'schen Erziehungsinstitute in Rödelheim bei Frankfurt
a. M. als Lehrer gewirkt hatte, besuchte er 1819 die Schweiz und
Italien und wurde 1820 Erzieher der Söhne des Grafen Winzingerode,
legte jedoch später diese Stelle nieder, um sich nach Paris und
London zu begeben. Nach seiner
|Rückkehr wurde er 1823
als außerordentlicher Professor der neueren Sprachen und
Litteratur nach Gießen berufen, zugleich mit dem Auftrage, die
dortige Universitätsbibliothek wieder in Ordnung zu bringen, ein
Geschäft, zu welchem er sich die Befähigung bei seinen Arbeiten an
der Würzburger Universitätsbibliothek erworben hatte. Nachdem er
ein Jahr darauf ordentlicher Professor geworden war und 1827 eine
abermalige Reise nach England gemacht hatte, wurde er 1830 zum
ersten Universitätsbibliothekar ernannt.
A.
übersetzte Byron's erzählende Gedichte und Einiges von
Walter Scott sowie Bandello's Novellen und Alfieri's Virginia. Ein
Band eigener Erzählungen erschien 1820; andere Erzählungen und
Gedichte sind theils in dem eine Reihe von Jahren hindurch von ihm
herausgegebenen Rheinischen Taschenbuche (Frankfurt a. M. bei
Sauerländer), theils in anderen Zeitschriften gedruckt. Eine
Frucht seiner englischen Reisen waren die 1826—27 erschienenen 2
Bände "Bilder aus England", "Neuestes Gemälde von London", 1829,
und "Skizzen aus England", 1830, welche ihrer Zeit viel gelesen
wurden. Seine "Grundzüge zu einer provençalischen Grammatik", 1825, wurden bald durch
die Forschungen Anderer überholt. In den letzten Jahrzehenten
seines Lebens widmete
A.
seine Thätigkeit vorzugsweise der Gießener
Universitätsbibliothek, deren von ihm gearbeiteter
Handschriftenkatalog 1840 erschien und Zusätze dazu 1842.
Derselben Beschäftigung entsprangen auch seine "Mittheilungen aus
Handschriften und seltenen Drucken".
Autor ↑
Kelchner.
Empfohlene Zitierweise ↑
Kelchner, Ernst, „Adrian, Johann Valentin“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
123-124
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd119089645.html?anchor=adb
Adrian, Valentin
Name: Adrian, Valentin
Namensvariante: Adrian, Johann Valentin
Lebensdaten: 1793 bis 1864
Beruf/Lebensstellung: Dichter
Konfession: katholisch?
Autor ADB:
Kelchner, ErnstPND: 119089645