<< Kießling, Ludwig
Kilian >>
Kikuth, Walter
Arzt, Hygieniker,
* 21.12.1896 Riga,
† 5.7.1968 Düsseldorf. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Auszeichnungen
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Martin (1868–1945),
Dr. med. Arzt,
S d.
städt. Beamten Georg in
R. u. d. Ernestine Karoline Jellinsky;
M Emmy Schulz (
† 1898);
⚭ Hamburg 1928 Helga (
* 1907),
T d. Dr. Harald Timmermann (
* 1872), Gründer u. Eigentümer d. Wilhelmsburger Zinnwerke
b. Hamburg, u. d. Emmy Kirchner;
K.Leben ↑
Kikuth studierte in Dorpat, Königsberg und Freiburg Medizin, war Medizinalassistent am Pathologischen Institut in Hamburg-Eppendorf, wo er sich mit dem Lungenkarzinom beschäftigte, und 1924-28 Mitarbeiter am Tropeninstitut in Hamburg. Dort gelang es ihm zusammen mit Martin Mayer, die ätiologische Einheit von Oroyafieber und Verruga peruviana nachzuweisen und die Bartonellen als Krankheitserreger zu beschreiben. 1927-28 unternahm er eine Studienreise nach Brasilien zur Erforschung tropischer Blutparasiten. 1929 wurde Kikuth Leiter der chemotherapeutischen Abteilung der Industriegewerkschaft-Farben in Elberfeld. Es erfolgte 1931 die Habilitation an der Medizinischen Akademie in Düsseldorf, wo er 1938 außerordentlicher Professor für Tropenmedizin und Tropenhygiene wurde. 1932 hatte Kikuth die therapeutische Wirkung des von F. Mietzsch und H. Mauss synthetisierten Atebrins bei Malaria beschrieben. Wenig später konnte er mit seinen Mitarbeitern bei Industriegewerkschaft-Farben den Entwicklungszyklus der Vogelmalaria aufdecken und durch Miterforschung neuer chemotherapeutischer Substanzen, vor allem von 4-Aminochinolinen und Xanthonen sowie Thioxanthonen („Miracilgruppe“), die Einführung weiterer Arzneimittel gegen Tropenkrankheiten fördern. Seit 1932 beschäftigte er sich mit Fragen der Virusforschung und konnte den Kikuth-Gollubschen Kanarienvogelvirus nachweisen. 1946 wurde er zunächst kommissarischer Leiter des Hygienischen Institutes der Medizinischen Akademie in Düsseldorf und 1948 Ordinarius für Hygiene und Mi
|krobiologie. Jetzt beschäftigte sich Kikuth mit den verschiedensten Gebieten der Hygiene und Mikrobiologie. So setzte er sich schon früh für die aktive Schutzimpfung gegen Kinderlähmung ein, wies auf die Notwendigkeit der Krankenhaushygiene hin und förderte die Lufthygiene und Silikoseforschung. Bei seiner Emeritierung setzte er die Aufteilung des Lehrstuhls in einen für Hygiene und einen für Mikrobiologie durch. Er arbeitete bis zu seinem Tode in dem auf seine Initiative geschaffenen Institut für Lufthygiene und Silikoseforschung. Kikuth betrieb die Wiedergründung der Deutschen Tropenmedizinischen Gesellschaft und gehörte zu den Gründern der Gesellschaft für Allergie- und Immunitätsforschung
|Auszeichnungen ↑
Goldene Paul-Ehrlich-Medaille (1934), Bernhard-Nocht-Medaille (1940), Fritz-Schauchnn- u. Erich-Hoffmann-Medaille (1960).
Werke ↑
u. a.
Zur Weiterentwicklung synthet.
dargest. Malariamittel, 1.
Mitt., Über d. chemotherapeut. Wirkung d. Atebins, in:
Dt. Med. Wschr. 58, 1932, S. 530 f.;
Die Immunität d. Protozoen-Erkrankungen, in:
Med. u. Chemie I, 1933, S. 99-110;
Die Chemoprophylaxe d. Malaria,
ebd. II, 1934, S. 263-68;
Die Chemotherapie d. Malaria in Beziehung
z. Biol. d. Plasmodien,
ebd. IV, 1942, S. 44-59 (mit L. Mudrow);
Die Chemotherapie d. Malaria, 1943,
21944 (mit W. Menk);
Die Infektionskrankheiten d. Menschen u. ihre Erreger, 2
Bde., 1958 (mit A. Grumbach). -
Hrsg.: Zs. f. Hygiene u. Infektionskrankheiten,
Mikrobiol. Immunitätsforschung u. experimentelle Therapie.
Literatur ↑
H. Mauss, H. Kölling u. R. Gönnert,
Stud. z. Chemotherapie d. Schistosomiasis, in:
Med. u. Chemie V, 1956, S. 185 f.;
F.-J. Pothmann, W.
K. z. 60.
Geb.tag, 1956,
(W-Verz.);
P. Klein, Zur
Ideengesch. d. chemotherapeut. Frühperiode, in:
Dt. Med. Wschr. 91, 1966, S. 2281-84;
H.-W. Schlipkötter, in: Arzneimittelforschung 16, 1966, S. 1689 f.;
R. Gönnert, in:
Zs. f. Tropenmed. u.
Parasitol. 18, 1967, S. 2;
ders.,
ebd. 19, 1968, S. 261 f.;
L. Grün, in:
Med. Welt, 1968, S. 1875 f.;
ders., in:
Mitt. d.
Dt. Ges. d. Fachärzte f. Laboratoriumsdiagnostik, Ärztl. Labor 14, 1968,
St. S. 58 f.;
ders., in: Diagnostik 1, 1968, S. 125;
H. Knothe u.
K. Bartmann, in: Arzneimittelforschung 18, 1968, S. 1354 f.;
A. Hasselblatt, in: Balt. Briefe 22, 1969,
Nr. 1;
Kürschner, Gel.-Kal.;
Pogg. VII a.
Portraits ↑
Phot. in: Die
Med. Ak. in Düsseldorf, 1958.
Autor ↑
Manfred StürzbecherEmpfohlene Zitierweise ↑
Stürzbecher, Manfred, „Kikuth, Walter“,
in: Neue Deutsche Biographie
11
(1977), S.
602-603
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd129936944.html