<< Keutschach, Johann Ernst von
Keyser, Pieter Dircksz >>
Keyser, Erich
Historiker,
* 12.10.1893 Danzig,
† 21.2.1968 Marburg/Lahn. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Julius,
Kaufm.,
S d. Bäckermeisters Julius in
D. u. d. Auguste Streichan;
M Adelheid,
T d.
Kaufm. Hermann Gelhorn in
D. u. d. Laura Herhudt;
⚭ 1) 1922 Charlotte (1901–45),
T d. Arztes Edwin Haack u. d. Anna Dyck, 2) 1948 Annemarie (
* 1911),
T d. Pastors Paul Ohrt; 3
S, 1
T aus 1), 1
T aus 2).
Leben ↑
Nach Abschluß seiner Studien und Teilnahme an einem Archivlehrgang wurde Keyser 1920 dem Staatsarchiv Danzig zur Mitarbeit zugewiesen. Hier fand er auf dem Boden des rechtstädtischen Rathauses bisher nicht erfaßte Teile des Danziger Stadtarchivs, entdeckte auch in einer abgelegenen Kapelle der Marienkirche das seit 300 Jahren verschollene Archiv der Marienkirche wieder. 1927 wurde ihm die Leitung des im Olivaer Schloß im Entstehen begriffenen Museums für Danziger Geschichte übertragen, das 1939 zum Gaumuseum für westpreußische Geschichte erweitert wurde. Dabei machte Keyser es sich zur Aufgabe, nicht nur eine Sammelstätte geschichtlicher Altertümer Danzigs entstehen zu lassen, sondern eine Lehr- und Forschungsstätte für die Kulturgeschichte des ganzen unteren Weichsellandes. Daneben hat Keyser 20 Jahre als Hochschullehrer in Danzig gewirkt. Zu seinem Wesen gehörten eine besondere Befähigung und Neigung zu ordnender Zusammenfasung in wissenschaftlicher Sammlung, Forschung und Lehre. Der erste und zugleich bestimmende Ansatz seiner wissenschaftlichen Betätigung lag in seiner Vaterstadt Danzig. Ihre Ausweitung zum Stadtstaat mit weitreichenden Auslandsbeziehungen wies ihn bald weit über ihre Mauern hinaus zur Geschichte des ganzen Preußenlandes als einer Berührungszone von Preußen, Deutschen und Slawen. Von der Geschichte Danzigs ausgehend, hat Keyser zunächst Einzelfragen der allgemeinen Stadtgeschichte verfolgt, bis ihn Gespräche auf dem Internationalen Historikertag in Warschau 1933 ein allgemeines Verlangen nach einzelnen Stadtgeschichten in übersichtlicher, vergleichbarer Form, nach Ländern geordnet, erkennen ließen. Diesen Wunsch hat Keyser aufgegriffen und alsbald mit der Herausgabe des „Deutschen Städtebuches“ (1939 folgende) zu verwirklichen begonnen. Auch das Thema „Bevölkerungsgeschichte“ ist ihm aus seiner Vaterstadt zugewachsen. 1938 erschien sein Buch „Bevölkerungsgeschichte Deutschlands“ (
31943). Nach dem 2. Weltkrieg suchte Keyser trotz schwerer Schicksalsschläge mit gleichgesinnten Fachgenossen der deutschen Ostforschung mit der Gründung des J. G. Herder-Forschungsrates (1950) und des mit diesem verbundenen J. G. Herder-Instituts in Marburg einen neuen Ansatz zu geben.
Literatur ↑
Stud. z. Gesch. d. Preußenlandes,
Festschr. f. E.
K. zu s. 70.
Geb.tag,
hrsg. v. E. Bahr, 1963 (
W-Verz. 1918–62,
P);
K. Forstreuter, in:
HZ 208, 1969, S. 255 f.;
C. Haase, in: Hans. Gesch.bll. 87, 1969, S. 10-12;
H. Penner, in: Mennonit. Gesch.bll. 26, 1969, S. 57 f.;
E. Wermke,
Bibliogr. d.
Gesch. v. Ost- u. Westpreußen, 1931,
mit Nachträgen 1953 ff.;
Rhdb. (P);
Altpreuß. Biogr.Autor ↑
Ernst BahrEmpfohlene Zitierweise ↑
Bahr, Ernst, „Keyser, Erich“,
in: Neue Deutsche Biographie
11
(1977), S.
562
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd11872214X.html