<< Kessler, Gabriel
Kessler. >>
Kessler, Stefan
Maler,
* 1622 Wien,
† 31.8.1700 Brixen.
Genealogie
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Genealogie ↑
V Georg aus
B., Maler in Donauwörth;
M N. N.;
⚭ 1643 Margarete Mader (
† 1692), Brixener Bürgers-
T ;
S Gabriel (s. 1), Michael, Rafael (beide
s. Gen. 1).
Leben ↑
Kessler läßt sich 1643 nach einer Wanderzeit in Deutschland, Österreich und Italien in Brixen nieder und nimmt als führender Maler den Platz des 1639 verstorbenen Hofmalers Martin Teofil Polak ein. Er ist ein typischer Eklektiker zwischen Spätmanierismus und Hochbarock mit breiter Erzählergabe, buntem Kolorit, sorgfältiger Zeichnung und einer Vorliebe für Stoffe, Kostüme und alle Details, in denen er die adelige Gesellschaft seiner Zeit (ähnlich wie in holländischen Sittenbildern) darstellt. Dies beweisen vor allem seine großformatigen Bildfolgen der Geschichte des verlorenen Sohnes (nach Stichen von Abraham Posse, Paris), die mythologischen Themen und historischen Erinnerungsbilder. Seine Schwäche liegt in der Komposition der selbsterfundenen Szenen, während er bei den Altarbildern häufig Kupferstiche nach Rubens als Vorlagen verwendet, dessen Lichtführung und schwellende Körperlichkeit ihm aber fremd sind. Seine Fresken des Marienlebens (1658) in der Liebfrauenkirche in Säben sind noch tafelbildmäßig aufgefaßt, ohne jede barocke Illusion. Kessler war auch als Theatermaler in Brixen tätig.
Werke ↑
Weitere W u. a. Altarbilder:
Marienleben, 1648 (Diözesanmus. Brixen);
Philipp Neri, 1663 (
ebd.);
Aufnahme Mariens in den Himmel (Pfarrkirche Feldthurns);
Marter d.
Hl. Bartholomäus (Tiroler Landesmus., Innsbruck);
Hl. Zeno (Kapelle
b. Schloß Reifenstein/Sterzing);
Hl. Andreas, 1672 (Andreaskirche Graz);
Marter d.
Hl. Vigil (
Stadtmus. Meran).
Heiligenlegenden: Urteil Salomons (
ebd.);
Bekehrung d. Saulus (Stift Stams);
Hl. Elisabeth u. Kunigunde,
n. J. M. Kager (Tiroler
|Landesmus. Innsbruck);
Gesch. d. verlorenen Sohnes, meist in 4 Bildern (
u. a. Schloß Friedberg
b. Hall);
Gastmahl d. Pharisäers (Kloster Neustift b Brixen);
Anbetung d. Könige, 1648 (Schahs
b. Brixen). -
Weihe d. Stiftskirche Willen, 1665 (Stift Wilten/Innsbruck), 4 Elemente (Fahlburg
b. Prissian). -
Nicht erhalten: Fresken d. Marienkapelle in Tramin, 1647 u. im Merkantilpalast Bozen, 1672.
Literatur ↑
z. Gesamtfam.
A. Roschmann, Tyrolis Pretoria et statuaria, Pars II. Dip. 1032, f. 36;
J. Sperges, Collectanea de artificibus tirolensibus, Dip. 230, f. 20 u. P. Denifle,
Nachrr. v. d. berühmteren
tirol. bildenden Künstlern, Dip. 1104 (alle Innsbruck, Tiroler Landesmus.);
H. Hammer, Die Entwicklung d. barocken Deckenmalerei in Tirol, 1912, S. 49-52;
M. Rumer u. J. Ringler, Die Entwicklung d. barocken Deckenmalerei in Tirol, in: Tiroler Heimatbll., 1963, S. 5;
A. Huber u. J. Ringler, Die Brixener
Malerfam. K., in;
Der Schlern, 1962, S. 63-68, 285, 290, 1963, S. 143-54, 283-89;
J. Ringler, Die barocke Tafelmalerei in Tirol, in: Tiroler Wirtsch.stud. 29, 1973, S. 46-49;
E. Egg, Kunst in Tirol,
Bd. Malerei u. Kunsthandwerk, 1972, S. 164;
Wurzbach XI;
ThB.
Autor ↑
Erich EggEmpfohlene Zitierweise ↑
Egg, Erich, „Kessler, Stefan“,
in: Neue Deutsche Biographie
11
(1977), S.
544 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd141496797.html