<< Bernold, Franz Joseph Benedikt
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Bernoulli
Bernoulli
Basler Gelehrtenfamilie.
Leben ↑
Die Bernoulli sind berühmt durch drei Generationen von Mathematikern, deren bedeutendste noch im 17. Jahrhundert zur Welt kamen. Sie leiten sich ab von einem niederländischen Refugianten
Jakob Bernoulli, der sich um 1570 in Frankfurt/Main niederließ. Ein Enkel desselben erwarb 1622 das Basler Bürgerrecht, und dessen Sohn,
Niklaus (1623–1708), Spezereihändler, Rats- und Gerichtsherr, wurde durch seine Heirat mit Margaretha (1626–73), der Tochter des Kaufmanns und Ratsherrn Emanuel Schönauer (1601–73) und der Gertrud Herwagen, der Stammvater aller im Folgenden besprochenen Bernoulli. Drei von den acht Mathematikern (in der Literatur durch Nummern unterschieden) werden hier kurz vorweggenommen:
Nikolaus (II) (1695-1726), der als glänzender Mathematiker mehrfach seinem Vater
Johann (I) s. (4) in dessen Kontroversen mit italienischen und englischen Widersachern sekundierte und 1725 mit seinem Bruder
Daniel s. (2) an die neugegründete Petersburger Akademie ging, wo er jedoch schon ein Jahr später starb; ferner sein Bruder
Johann (II) (1710-90), der - schon mit 14 Jahren Magister, mit 22 Dr.
jur. - als Mathematiker mehrfach Preise der Pariser Akademie erhielt, mit dem Präsidenten der Berliner Akademie, Maupertuis, befreundet war und dem 1743 die Professur für Eloquenz in Basel, nach dem Tode seines Vaters (1748) die für Mathematik übertragen wurde; schließlich dessen jüngster Sohn
Jakob (II) (1759-89), der, durch einige mathematische Arbeiten gut ausgewiesen, 1786 Adjunkt, 1787 ordentliches Mitglied der Petersburger Akademie wurde, dort aber schon bald beim Baden in der Newa einem Herzschlag erlag. Von den Nicht-Mathematikern sind aus neuerer Zeit hervorzuheben: der Archäologe
Johann Jakob (1831–1913), dessen sieben Bände über römische und griechische Ikonographie (1882–1905) bis heute grundlegend geblieben sind;
August (1839–1921), ein Kleinmeister der schweizerischen Geschichte, der eine Reihe sorgfältiger Untersuchungen durchführte und
z. B. 7 Bände der Basler Chronik in vorbildlicher Weise kritisch herausgab; endlich
Carl Albrecht (Pseudonym
Ernst Kilchner, 1868-1937), der 1895-98 und wieder 1922-36 als Privatdozent und Lektor über Kirchengeschichte las, dazwischen als freier Schriftsteller lebte (an die 20 Dramen und Festspiele, 8 Romane, 5 Gedichtbände, zahlreiche kritische Artikel zu Tagesfragen) und 1911-19 den Nachlaß seines Lehrers und Freundes Franz Overbeck herausgab, insbesondere 1916 dessen Korrespondenz mit Nietzsche, die er schon 1908 in seinem gegen das Weimarer Nietzsche-Archiv gerichteten Werk „Overbeck und Nietzsche“ verwertet hatte.
Bernoulli, Christoph
Bernoulli, Daniel
Bernoulli, Jakob
Bernoulli, Johann
Bernoulli, Johann
Bernoulli, Niklaus
Bernoulli
Name: Bernoulli
Lebensdaten: unbekannt
Beruf/Lebensstellung: Basler Gelehrtenfamilie
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Spiess, OttoPND: 118656481