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Bernhard, Ludwig >>
Bernhard, Carl Friedrich
Baumwollspinner,
* 25.8.1771 Grünstadt (Rheinpfalz),
† nach 1810 Berlin. (lutherisch)
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Heinrich
Jak. (
ca. 1728–1807), Kammerrat und Landamtmann;
M Anna Elisabeth Schäfer;
B Ludwig Carl Philipp (
† 1810,
⚭ Joh. Barbara von Paris aus Augsburg), Mitinhaber der Firma;
⚭ Dessau 1798 Ernestine Sophie (
Joh. Sophia Maria?),
T des Johann Jacob Schul(t)ze, Kellermeister und Gastwirt in Dessau, und der
Joh. Luise Krem(p)ling; 1
T.
Leben ↑
Bernhard ging in seiner Jugend als Textilkaufmann nach Manchester. Nach seiner Rückkehr versuchte er, das englische Spinnereisystem auch in Sachsen einzuführen. 1798/99 errichtete er die erste Spinnmühle in Harthau bei Chemnitz; das Aufstellen der von England bezogenen Spinnmaschinen besorgten die Mechaniker Moult und Watson. Auf der Michaelismesse 1800 in Leipzig konnte Bernhard die ersten Garnproben, die großen Beifall fanden, vorlegen; 1802 wurde Evan Evans als Werkmeister in den Betrieb eingestellt, der in Sachsen die ersten Mulegarne herstellte. Schon 1804 beschäftigte Bernhard über 200 Maschinenspinner. Sein Unternehmen blühte, begünstigt durch die Kontinentalsperre, nach 1806 weiter auf und wurde bahnbrechend für die gesamte sächsische Baumwollindustrie des 19. Jahrhunderts. Es ging 1810 an Bernhards Bruder Ludwig Carl Philipp Bernhard über
bzw. an dessen Frau, 1838 an Friedrich Georg Wieck, 1839 an Carl Gottlieb Haubold und konnte sich bis in die Gegenwart unter wechselnder Leitung behaupten.
Literatur ↑
G. Wieck, Die Manufaktur- u. Fabrikindustrie d.
Kgr. Sachsen, 1845;
C. W. Zöllner,
Gesch. d. Fabrik- u. Handelsstadt Chemnitz
v. d. ältesten Zeiten bis
z. Gegenwart, 1888;
A. König, Die
sächs. Baumwollindustrie am Ende d. vorigen
Jh. u. während d. Kontinentalsperre, in: Leipziger
Stud. aus d. Gebiet d.
Gesch.,
Bd. 5, H. 3, 1899, S. 88;
F. Weinhold, Chemnitz u. Umgebung,
hrsg. v. Ver. f. Chemnitzer
Gesch., 1906;
J. Kulischer,
Allg. Wirtschaftsgesch. d.
MA u. d. Neuzeit,
Bd. 2, 1929, S. 476;
H. Pönicke, Sachsens Entwicklung
z. Industriestaat, 1934.
Autor ↑
Herbert PönickeEmpfohlene Zitierweise ↑
Pönicke, Herbert, „Bernhard, Carl Friedrich“,
in: Neue Deutsche Biographie
2
(1955), S.
119
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd13554520X.html
Bernhard, Carl Friedrich
Name: Bernhard, Carl Friedrich
Lebensdaten: 1771 bis 1810
Geburtsort: Grünstadt (Rheinpfalz)
Sterbeort: Berlin
Beruf/Lebensstellung: Industrieller; Baumwollspinner
Konfession: lutherisch
Autor NDB:
Pönicke, HerbertPND: 13554520X