<< Abel, Hans Karl
Abel, Karl Friedrich >>
Abel, Jacob Friedrich von (seit 1820)
Philosoph, Psychologe und Pädagoge,
* 9.5.1751 Vaihingen/Enz (Württemberg),
† 7.7.1829 Schorndorf (Württemberg). (lutherisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Conradin Ludwig Abel, Regierungsrat und Oberamtmann, aus alter Arztfamilie (nahm den von Schiller im „Verbrecher aus verlorener Ehre“ behandelten „Sonnenwirt“ Friedrich Schwan gefangen);
M Eva Regine Bojon;
B Christoph Conradin von Abel, Landschaftskonsulent;
⚭ 1) 1786 Luise,
T des Stadtschreibers Schmid in Schorndorf, 2) 1810 Friederike Beate,
T des Stiftspredigers Rieger in Stuttgart;
S Karl Gustav von Abel, Obertribunalprokurator in Stuttgart, Kunstsammler; Adelserneuerung für die Familie 10.1.1820 (für einen angeblich 1624 verliehenen Adel);
E Otto Abel (1824–54), Historiker, Mitarbeiter der MG, Sigurd Abel (1837–1873), Historiker.
Leben ↑
Nach dem üblichen Bildungsgang der altwürttembergischen Theologen war Abel 1772-90 Professor an der „Karlsschule“, 1790-1811 Professor der praktischen Philosophie in Tübingen, dann bis 1823 Vorsteher des „Seminars“ (der evangelischen Klosterschule) Schöntal und endlich Generalsuperintendent für Urach und Reutlingen. Seit 1790 war er zugleich Visitator der Lateinschulen in den Umkreisen seiner Wirkungsorte, wie denn seine Bedeutung überhaupt vorzüglich in seinem Erziehertum lag, zumal während seiner Karlsschulzeit, wo er dem Unterricht durch seinen Reformplan eine neue Gestaltung gab. Vor allem durch seine Betonung des Eigenrechts der Jugend und seine Methode, aus der Literatur Belege heranzuziehen, übte Abel großen Einfluß auf Schiller aus, den er zuerst mit Shakespeare bekannt machte und dem er stets freundschaftlich verbunden blieb. Wissenschaftlich wirkte er am stärksten durch seine „Erfahrungsseelenkunde“, die er selbständig neben K. Philipp Moritz begründete, auch dadurch auf Schillers Jugendphilosophie und -dichtung einwirkend. Als Anhänger der englischen und deutschen Aufklärungsphilosophie nahm Abel an der großen Wendung der deutschen Philosophie seit Kant keinen Anteil.
Werke ↑
W. u. a. Btrr. z. Gesch. d. Liebe aus einer
Slg. v. Briefen, 2
Bde., 1778;
Einl. in d. Seelenlehre, 1786;
Slg. u. Erklärung merkwürdiger Erscheinungen aus d. menschl. Leben, 2
Bde., 1787
(darin eine Studie über den „Sonnenwirt“); Selbstbiogr.,
Württ. Landesbibl. (ungedr.); J. Abel, Aus
Prof. J. F.
A.s
hs. Erinnerungen, 1788 ff., in:
Württ. Vjschr. 8, 1885, S. 227-29; R. Weltrich, Aus J. F.
A.s Aufzeichnungen
üb. Schiller, in:
Ztschr. f. vergleichende
Lit.gesch. 14, 1901, S. 325 bis 329.
Literatur ↑
ADB I;
F. Aders, J. F.
A. als Philosoph, 1893;
J. Hartmann, Schillers Jugendfreunde, 1904, S. 95 bis 123;
R. Berger, Schiller, Sein Leben u. sein Werk,
Bd. 1, 1909, S. 582 ff.;
Goedeke IV, 1, 1916, S. 599;
Frels, 1934;
41. Rechenschaftsber. d.
Schwäb. Schillerver., 1936/37;
R. Buchwald, Schiller I, 1937, S. 182 ff.;
s. a. Heyd II, 1896, S. 298, IV, 1915, S. 247, VI, 1929, S. 212.
Autor ↑
Reinhard BuchwaldEmpfohlene Zitierweise ↑
Buchwald, Reinhard, „Abel, Jacob Friedrich von“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
11
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd119270285.html
<< Abel, Caspar
Abel, Josef >>
Abel, Jacob Friedrich von
Leben
| Autor
| Literatur
| Zitierweise
Leben ↑
Abel: Jacob Friedr. v.
A.
, Philosoph, geb. 9. Mai
1751 zu Vaihingen,
|† 7. Juli 1829; studirte
1764—1772 auf den niederen Seminarien zu Denkendorf und Maulbronn,
so wie auf dem höheren zu Tübingen Philologie, Philosophie und
Theologie und wurde, nachdem er 1770 Magister geworden, 1772 als
Professor der Philosophie an die militärische Pflanzschule auf der
Solitude und bei der Verlegung derselben nach Stuttgart berufen.
Er war einer von Schiller's Lehrern und sein Freund. Seine
Vorträge betrafen die Psychologie, Moral und Geschichte der
Menschheit. 1790 erhielt er nach Ploucquet's Tode die ordentliche
Professur der Philosophie und das Rectorat des Contuberniums in
Tübingen, wurde 1792
Pädagogarch der lateinischen Schulen ob der
Staig, 1811 Prälat, Generalsuperintendent von Oehringen und
Vorsteher des Seminars zu Schönthal und dadurch Mitglied der
leitenden Oberbehörde der evangelischen Kirche in Würtemberg. 1823
wurde er Generalsuperintendent zu Urach und im selben Jahre zu
Reutlingen mit dem Wohnsitz in Stuttgart, wo er seit 1819 auch
Mitglied der Ständeversammlung war. Er starb auf einer
Erholungsreise zu Schorndorf im Jaxtkreise. Von seinen zahlreichen
philosophischen Schriften war die "Einleitung in die Seelenlehre"
(Stuttg. 1786) ihrer Zeit die am meisten geachtete und seine
Hauptaufgabe fand er in der Beweisführung von der Einfachheit der
Seele und ihrer Unsterblichkeit ("Ausführliche Darstellung des
Grundes unseres Glaubens an Unsterblichkeit." Frkf. 1826). Die
"Sammlung und Erklärung merkwürdiger Erscheinungen aus dem
menschlichen Leben" (Stuttg. 1784—90. 3 Bde.) enthält im zweiten
Bande (1787. S. 1 ff.) die Geschichte des Fr. Schwan, aus welcher
Schiller, nach Abel's mündlicher Erzählung schon vor dem
Erscheinen, seinen "Verbrecher aus verlorener Ehre" gebildet
hatte.
Literatur ↑
Wagner, Hohe Carlsschule 2, 185 ff. N. Nekrol. 7, 549 ff.
Schiller's sämmtl. Schr. 4, 64.
Autor ↑
Goedeke.
Empfohlene Zitierweise ↑
Goedeke, Karl, „Abel, Jacob Friedrich von“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
12-13
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd119270285.html?anchor=adb
Abel, Friedrich von
Name: Abel, Friedrich von
Namensvariante: Abel, Jacob Friedrich von
Lebensdaten: 1751 bis 1829
Geburtsort: Vaihingen/Enz (Württemberg)
Sterbeort: Schorndorf (Württemberg)
Beruf/Lebensstellung: Philosoph; Psychologe; Pädagoge
Konfession: lutherisch
Autor NDB:
Buchwald, ReinhardAutor ADB:
Goedeke, KarlPND: 119270285