<< Kapff, Sixt Carl von
Kaplan, Viktor >>
Kapfhammer, Josef
Physiologischer Chemiker,
* 3.4.1888 Nürnberg,
† 27.3.1968 Freiburg (Breisgau). (lutherisch)
Genealogie
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| Werke
| Literatur
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| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V August,
Kaufm. in
N.;
M Johanna Bub aus
N.;
⚭ Leipzig 1922 Martha (
* 1896),
T d.
Brauereidir. Karl Heinrich Dürlich in Zittau u. d. Anna Pauline Engelmann; 1
S, 1
T .
Leben ↑
Kapfhammer absolvierte 1903-06 in Nürnberg eine praktische Apothekerlehre, studierte 1906-10 in Erlangen Pharmazie (Apothekerexamen 1910) und war danach mehrere Jahre lang in Bremen und Berlin in Apotheken tätig. Daneben begann Kapfhammer 1912 in Berlin mit dem Chemiestudium, das er 1914-18 wegen des Kriegsdienstes als Heeresapotheker unterbrach und 1919 mit der Promotion zum doctor philosophiae in Erlangen abschloß. Ein gleichzeitiges Studium der Medizin in Erlangen und Berlin beendete Kapfhammer 1922 mit der Promotion zum doctor medicinae und dem Staatsexamen. Er war seit 1920 Assistent bei Max Rubner am Kaiser-Wilhelm-Institut für Arbeitsphysiologie in Berlin und seit 1922 bei Karl Thomas im Institut für Physiologische Chemie in Leipzig. Dort habilitierte sich Kapfhammer 1925 mit der Arbeit „Die freien Aminogruppen im Eiweiß“ für das Fach Physiologie. 1928 nahm er die Berufung zum ordentlichen Professor für Physiologische Chemie und zum Institutsdirektor in Freiburg im Breisgau als Nachfolger von Konrad Knoop an (1934/35 Dekan der Medizinischen Fakultät; emeritiert 1956).
Kapfhammer hat sich als Forscher um die Aufklärung wichtiger Stoffwechselfragen verdient gemacht. In seinen frühen Arbeiten beschäftigte er sich mit Problemen der Ernährungsphysiologie, später hat er sich vor allem der Chemie und den Stoffwechselreaktionen von Aminosäuren zugewandt. Im Vordergrund standen dabei Arbeiten über Guanidinderivate (Arginin und Kreatin) sowie über die beiden Iminosäuren Prolin u. Hydroxyprolin. Letztere konnte er als „Reinecke“-Salze aus Proteinhydrolysaten in größeren Mengen isolieren und für Stoffwechselstudien einsetzen. Dabei gelang ihm der Nachweis der glukoplast. Natur beider Aminosäuren. Kapfhammer bearbeitete auch den Stoffwechsel der Aminozucker, insbesondere des Glucosamins. 1944 verlor er durch Zerstörung seines Instituts alle Arbeitsmöglichkeiten und büßte wertvolle Protokolle über langjährige Arbeiten ein. Seit 1945 hat sich Kapfhammer besonders der Lehre zugewandt. – Weitere Verdienste erwarb er sich durch den Neuaufbau des Deutschen Roten Kreuzes (1949–65 Präsident des Landesverbandes Südbaden; Gründung der DRK-Blutspende-Zentrale Baden-Baden; 1951 1. Bundesarzt des DRK).
Werke ↑
Weitere W u. a.
Über d. Nachweis e. trypt. Fermentes im menschl. Harn,
Diss. Erlangen 1916;
Kap. „Leber im Stoffwechsel“, in:
Hdb. d. Biochemie,
hrsg. v. C. Oppenheimer, IX, 1924;
Chemie d. Leber, in;
Tabulae biologicae III, 1926;
Kap. „Leber“, in:
Hdwb. d.
Naturwiss. VI, 1931;
Nahrung u. Ernährung, 1931;
Die essentiellen Aminosäuren, in: Ergebnisse d.
Med. Grundlagenforschung I, 1965, S. 291-341;
(mit R. Bauer u. V. Kapfhammer);
ca. 40 Originalarbb., vor allem in: Hoppe-Seyler's
Zs. f.
Physiolog. Chemie, Biochem.
Zs. u. Pflügers Archiv.
Literatur ↑
H. Holzer, in: Freiburger Univ.bll., H. 20, 1968, S. 9 f.;
Pogg. VI, VII a.
Portraits ↑
Phot. in d.
Bibl. d.
Physiolog. chem. Inst. d.
Univ. Freiburg.
Autor ↑
August W. HolldorfEmpfohlene Zitierweise ↑
Holldorf, August W., „Kapfhammer, Josef“,
in: Neue Deutsche Biographie
11
(1977), S.
132
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116045485.html
Kapfhammer, Josef
Name: Kapfhammer, Josef
Lebensdaten: 1888 bis 1968
Geburtsort: Nürnberg
Sterbeort: Freiburg (Breisgau)
Beruf/Lebensstellung: physiologischer Chemiker
Konfession: lutherisch
Autor NDB:
Holldorf, August W.PND: 116045485