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NDB-Artikel

<< Imhof, Hans     Imhof, Heinrich Max >>

Imhof(f), Willibald

Kaufmann, Kunstsammler, * 16.11.1519 Nürnberg, 25.1.1580. (evangelisch)


GenealogieLebenLiteraturPortraitsAutorZitierweise

Genealogie  
V Hans (1488–1526), S d. Hans (s. 3); M Felicitas ( 1530), T d. Humanisten Willibald Pirckheimer ( 1530); Stief-V (seit 1528) Hans Kleeberger ( 1546), Kaufm., Philanthrop (s. ADB 16); Ov Andreas (s. 1); - 12.2.1545 Anna (1528–1601), T d. Wolff Harsdörffer u. d. Ehrentraud Welser; 6 K .

Leben  
Von seinem 14. bis zum 18. Lebensjahr hielt sich I. in Lyon, dann 3 Jahre in Antwerpen auf. Seine Lehre in den Handelskontoren der von Andreas geleiteten Familiengesellschaft machte ihn mit dem Groß- und Fernhandel vertraut. 1540-42 ging I. auf ausgedehnte Ge|schäftsreisen nach Frankreich und anschließend (bis 1544) nach Spanien. Seit dem letztgenannten Jahr unternahm er jährlich, 1554-60 nur noch alle 2 Jahre im Winter die Reise nach Lyon und Saragossa. In I. vereinigten sich ein nüchterner und praktischer Sinn mit einem lauteren Charakter. Er beherrschte sowohl die französische als auch die span. Sprache. Sein wirtschaftlicher Erfolg erlaubte es ihm, 1562 das Anwesen der Familie Straub am Egidienplatz zu erwerben. Dieses Haus baute er weiter aus und machte es zur Aufbewahrungsstätte seiner reichen Sammlung von Antiquitäten und Kunstwerken. Zuvor wohnte er seit 1546 als Mieter im Rückgebäude des Anwesens seines Oheims Andreas, seit 1556 im Schlüsselfelderschen Stiftungshaus bei St. Lorenz und seit 1561 in Linhard Kobolts Haus gegenüber dem Barfüßerkloster. Von dem Patrizier Franz Tucher kaufte er schließlich 1562 für ungefähr 4 850 fl. ein Haus auf der Füll.
Zeigte I. schon in seiner Jugend Interesse an Kunstwerken, so ließ ihm zunächst sein Beruf nicht die Zeit, sich dieser Liebhaberei zu widmen. Den Grundstock seiner Sammlung bildete Willibald Pirckheimers Nachlaß. Dieser umfaßte Hunderte von Medaillen, ca. 70 Silbergeräte sowie viele Gemälde. I. erwarb in Lyon und Venedig weitere Medaillen hinzu. Nach seinem Inventar von 1573/74 und demjenigen seiner Witwe von 1580 hat I. die Pirckheimersche Medaillensammlung um ein Vielfaches vermehrt und ihr eine Reihe kostbarer geschnittener Steine und andere Werke der Kleinplastik hinzugefügt. Ferner waren eine große Anzahl antiker und zeitgenössischer Statuen und Büsten aus Marmor oder Ton, Gemälde, eine reiche Kupferstichsammlung, zahlreiche Handzeichnungen berühmter Meister, eine ansehnliche Bibliothek, eine Sammlung von Fayencen und venezian. Gläsern in seinem Besitz. Sein Kunstverständnis und Schönheitssinn wurden durch die Beziehungen zu namhaften Künstlern, wie Albrecht Dürer, Georg Penz, Joachim Teschler und Jan de Zar, gebildet. Nach dem Tode Andreas Dürers (Bruder von Albrecht) konnte I. zahlreiche Werke von Albrecht Dürer erwerben. Auf Bitten Hzg. Albrechts V. von Bayern, der ihn als Kunstkenner vor allem auf dem Gebiet der Numismatik sehr schätzte, ordnete I. dessen Kunstsammlung und erstellte einen Katalog seiner Medaillen. Neben Albrecht V. waren noch zahlreiche andere hohe Persönlichkeiten Gäste des I.schen Hauses. So stiegen u. a. 1575 der Kurfürst von Köln, 1576 Marquard Bischof von Augsburg bei ihm ab. I. war niemals Mitglied des Rats seiner Vaterstadt. Sein Beruf als Kaufmann und seine Kunstliebhaberei ließen ihm dazu keine Zeit. Neben seinem großen kaufmännischen Geschick liegt seine Bedeutung auf dem Gebiet der Kunst. Er war der Begründer der ersten großen privaten Kunstsammlung in Nürnberg (heute in Wien, Albertina; London, Brit. Mus.; Nürnberg, German. Nat.-mus., Stadtbibl. u. Stadtarchiv).

Portraits  
Portraitmedaille vermutl. v. V. Maler (Nürnberg, Germ. Nat.mus.), Abb. b. Schwemmer, s. L; farbiges Medaillon v. J. G. v. d. Schardt, ca. 1570/80 (ebd.); Tonbüste v. dems., um 1570 (ebd. u. Berlin, Stiftung Preuß. Kulturbes.).

Literatur  
zu 1), 3) u. 4) Th. Hampe, Kunstfreunde im alten Nürnberg u. ihre Slgg., nebst Btrr. z. Nürnberger Handelsgesch., in: Mitt. d. Ver. f. Gesch. d. Stadt Nürnberg 16, 1904, S. 57-124; Johs. Müller, Die Finanzpol. d. Nürnberger Rates in d. 2. H. d. 16. Jh., in: VSWG 7, 1909; Th. G. Werner, Repräsentanten d. Augsburger Fugger u. Nürnberger I, ebd. 52, 1965, S. 1-41; L. Bardenhewer, Der Safranhandel im MA, Diss. Bonn 1914; P. Wescher, Großkaufleute d. Renaissance, 1940; H. Jahnel, Die I., eine Nürnberger Patrizier- u. Großkaufm.fam. (1351–1579), Diss. Würzburg 1950; H. Wagenführ, Handelsfürsten d. Renaissance, 1957; W. Schwemmer, in: Nürnberger Gestalten, 1950 (P); Ersch-Gruber II, 16; A. Gümbel, Die engl. Mission d. Gf. v. Arundel in Nürnberg, Mai u. Nov. 1636. in: Archival. Zs. NF 11, 1904; F. C. Springell, Connoisseur and Diplomat, 1963.

Autor  
Dietmar Trautmann
Empfohlene Zitierweise  

Trautmann, Dietmar, „Imhof, Willibald“, in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 150-151 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118980882.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 10 (1974), S. 150-151
Erwähnungen: 
NDB 9 (1972), S. 419 in Artikel Hoffmann, Hans
NDB 11 (1977), S. 718*
NDB 20 (2001), S. 475*
NDB 22 (2005), S. 567 in Artikel Schardt, Alois

PND: 118980882
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Index

Imhoff, Willibald

Name: Imhoff, Willibald
Namensvariante: Imhof, Willibald
Lebensdaten: 1519 bis 1580
Geburtsort: Nürnberg
Beruf/Lebensstellung: Nürnberger Kaufmann; Kunstsammler; Patrizier
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Trautmann, Dietmar
PND: 118980882

Weitere Informationen

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Imhoff, Willibald

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118980882

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