<< Hensler, Albrecht Karl Friedrich
Hentig, Philipp Hermann Otto von >>
Hensoldt, Moritz Carl
Optiker, Industrieller,
* 11.11.1821 Lindenau-Friedrichshall bei Hildburghausen,
† 10.10.1903 Wetzlar. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Quellen
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Heinr. Frdr. Christoph (1781–1859), Kassenverwalter d. Saline in Friedrichshall, dann
Verwaltungssekr. in Sonneberg,
S d.
Heinr. Christoph, Zimmermeister in Guthmannshausen
b. Sömmerda, u. d. Susanne
Dor. Schmidt;
M Karoline
Marg. Engel (1787–1848);
⚭ Sonneberg 1854 Christine (1829–1903),
T d. Jakob Ohlenburger (1787–1863), Rotgerbermeister in Haiger, u. d. Sara Philippine Rudersdorf;
Vt d. Ehefrau Louis Engelbert (1814–87), Mikroskophersteller, Carl Kellner (
† 1855), Gründer d. opt. Werke, später Leitz; 10
K (3 früh
†),
u. a. Waldemar (1857–1946), u. Carl (1872–1953);
E Hans (1900–64), alle 3 Leiter d. Firma;
N d. Ehefrau Wilhelm (1840–1925) u. Heinrich Seibert (1842–1907), Gründer d.
Fa. W. u. H. Seibert, opt. Werke, Wetzlar.
Leben ↑
Nach Ausbildung als Mechaniker sowie mathematischem und physikalischem Unterricht bei dem Mechanikus und Graveur G. A. Wiskemann in Saalfeld arbeitete Hensoldt bei den Firmen F. W. Breithaupt in Kassel und Repsold & Söhne in Hamburg, wo er den Optiker Carl Kellner kennenlernte. Beide blieben von da an in periodischer Zusammenarbeit verbunden. Gemeinsam arbeiteten sie 1849 in Wetzlar (Gründung des „Optischen Institutes“). Doch bald ging Hensoldt in seine Vaterstadt Sonneberg, und zwar in die Spielwarenindustrie. 1851 ließ er sich nochmals von Kellner nach Wetzlar holen. Aber sogar eine Teilhaberschaft hielt ihn nicht ab, sich wieder zu trennen, ein eigenes Unternehmen in Sonneberg zu gründen und in der Optik tätig zu sein. 1861 kam er jedoch nach Braunfels bei Wetzlar zurück, wo er zusammen mit Louis Engelbert Mikroskope herstellte. Engelbert hatte bis 1856 das Unternehmen von Kellner, der 1855 gestorben war, weitergeführt, welches dann F. Belthle übernahm und das heute als Ernst Leitz G. m. bei Hensoldt fortbesteht. Engelbert und Hensoldt übersiedelten 1865 in getrennte Werkstätten nach Wetzlar. 1877 nahm Hensoldt in seinem selbständigen Unternehmen die Herstellung von Fernrohren für geodätische, astronomische und physikalische Geräte auf. An der Firma Engelbert & Hensoldt blieb er beteiligt. Sie wurde erst nach dem Tode von L. Engelbert 1887 von dessen Sohn Fritz allein weitergeführt.
Hensoldts Unternehmen entwickelte sich vom Handwerksbetrieb zum Industriebetrieb. 1877 wurde ein neues Ablesemikroskop für Kreisteilungen an Theodoliten und ähnlichen Geräten geschaffen. 1879/80 wurden militärische Entfernungsmesser nach dem Prinzip der Messung mit Basis am Ziel (Skala-Entfernungsmesser) entwickelt. Auch das Kellnersche „orthoskopische Okular“ wurde 1880 verbessert. 1891/92 wurde mit der Entwicklung optischer Systeme für Basis-Entfernungsmesser begonnen, die für die Interessengemeinschaft Beaulieu-Hahn-Hensoldt bestimmt waren. Wesentlich für diese Geräte war die Einführung von Prismen als Umkehrsysteme und von Pentagonal-Prismen vor den Objektiven. Prismen und ihre Nutzanwendung für geodätische Zwecke waren Hensoldts vornehmliches Gebiet. – Hensoldts Söhne Waldemar und Carl, seit 1896 Teilhaber, übernahmen 1899 die Leitung. Carl konstruierte 1897 Prismen-Ferngläser. Wesentliches Merkmal ist die Einführung von Dachkantprismen in den Feldstecherbau, sowohl von Pentagonalprismen (1900) als auch der bis heute gefertigten Dialyt-Prismen-Systeme (1905), die zunächst bei Prismen-Zielfernrohren (1902) für Jagdgewehre verwendet wurden. Hensoldts Unterneh
|men besteht, heute zur Zeiss-Gruppe gehörend, fort.
Literatur ↑
Carl Hensoldt, Das Hensoldt-Werk u. s. Beziehungen
z. allg. Fernrohrtechnik, 1908
(W, P);
M. Wiedling, 100 J. Optik u. Feinmechanik in Wetzlar,
hrsg. v. d. Industrie- u. Handelskammer Wetzlar, 1949
(P);
E. Voege, 100 Jahre M. Hensoldt & Söhne Opt. Werke A-G Wetzlar, 1952
(P);
A. Berg, Carl Kellner, 1955
(P);
S. Rösch,
Frühgesch. u.
Geneal. d. Wetzlarer opt. Industrie, in:
Bll. f.
dt. Landesgesch. 98, 1962, S. 159-64.
|Quellen ↑
Qu.: 44 Briefe (1845–53)
v. Carl Kellner an M.
H. (im
Bes. v. Frau L. Mignon
geb. Hensoldt, Wetzlar);
Pogg. I.
Autor ↑
Roland LeinhosEmpfohlene Zitierweise ↑
Leinhos, Roland, „Hensoldt, Moritz Carl“,
in: Neue Deutsche Biographie
8
(1969), S.
565 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd129868078.html
Hensoldt, Moritz
Name: Hensoldt, Moritz
Namensvariante: Hensoldt, Moritz Carl
Lebensdaten: 1821 bis 1903
Geburtsort: Lindenau-Friedrichshall bei Hildburghausen
Sterbeort: Wetzlar
Beruf/Lebensstellung: Optiker; Industrieller
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Leinhos, RolandPND: 129868078