<< Friederich, Johann Konrad
Friederici, Christian Ernst >>
Friederichsen, Max
Geograph,
* 21.6.1874 Hamburg,
† 22.8.1941 Hamburg. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Ludwig (1841–1915),
Dr. phil. h. c., 1857-63 Kartograph
b. J. Perthes in Gotha, gründete 1868 in
H. d. Land- u. Seekartenhandlung u.
geogr. u.
naut. Verlagshandlung L.
F. u.
Co., war 1868 Begründer d.
Geogr. Ges. in
H. u. bis 1915 ihr
Gen.-sekr. u.
Hrsg. ihrer
Mitt. (s.
W,
L),
S d. Andreas
v. F. (
dän. Personaladel, 1787-1859),
dän. Major, u. d. Dorothea Hackhe;
M Elisabeth (1851–1931),
T d. Hermann Kauffmann (1808–89),
Prof., Genre- u. Landschaftsmaler (s.
ThB), u. d. Marianne Spengel;
Om Hugo
K. (1844-1915), Maler (s.
ThB);
B Richard (1879–1956), Verleger (L. Friederichsen u.
Co.);
⚭ 1907 Marianne (1883–1951),
T d.
Frdr. Martius (1850–1923),
Prof. d.
Med. in Rostock, u. d. Martha Leonhard;
Schwager Heinr. M. (
* 1885), Gynäkologe; 2
S , 1
T .
Leben ↑
Dem Wunsche des Vaters folgend, widmete sich Friederichsen der geographischen Wissenschaft. Während seiner Studienzeit durch Theobald Fischer und besonders durch F. von Richthofen beeinflußt, wandte er sich zunächst hauptsächlich der Morphologie zu und bereiste im Anschluß an 2 internationale Geologenkongresse 1897 den Ural, den Kaukasus und russisch Armenien, 1900 Teile Frankreichs. 1902 führte er zusammen mit dem russischen Botaniker Saposchnikow eine Expedition im zentralen Tiën-schan und dem dsungarischen Ala-tau durch. 1903 habilitierte er sich in Göttingen für Geographie. 1906 ging er als außerordentlicher Professor nach Rostock, 1907 wurde er als Ordinarius nach Bern, anschließend an die ostdeutschen Universitäten Greifswald (1909), Königsberg (1917) und Breslau (1923) berufen. – Bereits in Göttingen hatte ihn Hermann Wagner zum Hauptbearbeiter des länderkundlichen Teils seines Lehrbuches bestimmt. Seitdem sah Friederichsen sein wesentliches Arbeitsziel in der methodisch ausgewogenen länderkundlichen Darstellung, insbesondere – begünstigt durch eine Tätigkeit während des 1. Weltkrieges in der Landeskundlichen Kommission beim Deutschen Generalgouvernement Warschau (Mitarbeit am Handbuch von Polen, 1917,
21918) – der deutschen Ostgebiete mit den Grenzländern, den baltischen Randstaaten und Polen, sowie des Russischen Reiches. Bei umfangreicher eigener literarischer und organisatorischer Tätigkeit – er gab unter anderem die „Veröffentlichungen der Schlesischen Gesellschaft für Erdkunde …“ und die „Beiträge zur schlesischen Landeskunde“ (1925) heraus – hat Friederichsen auch einen großen Schülerkreis zu wissenschaftlich begründeter Deutschtumsforschung im osteuropäischen Raum angeregt.
Werke ↑
Weitere W u. a.
Der
südl. u. mittlere Ural, in:
Mitt. d.
Geogr. Ges. Hamburg, 1898;
Russ. Armenien u. d. Ararat,
ebd., 1900, S. 1-15;
Forschungsreise im zentralen Tiën-schan u. dsungar. Ala-tau,
ebd., 1904;
Morphol. d. Tiën-schan, in:
Zs. d.
Ges. f.
Erdkde. zu Berlin 34, 1899, S. 1-62, 193-271;
Ostpreußen, Dtld.s nordöstl. Grenzmark,
ebd., Jubiläums-Sonderbd., 1928, S. 347-87;
Moderne Methoden d. Erforschung, Beschreibung u. Erklärung geogr. Landschaften, 1914;
Die Grenzmarken d. Europ. Rußlands, ihre geogr. Eigenart u. ihre Bedeutung f. d. Weltkrieg, 1915;
Landschaften u. Städte Polens u. Litauens, 1918;
Finnland, Estland u. Lettland, Litauen, 1924. –
Zu V Ludw.: Fam.- u. Lebenserinnerungen, 1941
(P).
Literatur ↑
Vom
dt. Osten, M.
F. zum 60.
Geb.tag,
hrsg. v. H. Knothe, 1934
(P);
ders., in: Petermanns
Geogr. Mitt., 1941, S. 394 f. –
Zu V Ludw.: F. R. Regel,
ebd. 61, 1915, S. 189
(P);
W. Horn, Die
Gesch. d. Gothaer
Geogr. Anstalt im Spiegel d. Schrifttums,
ebd. 104, 1960, S. 271
ff. (L, P);
J. A. Repsold, L.
F., 1916
(W, L);
Pogg. III, IV, VII a.
Autor ↑
Otto BerningerEmpfohlene Zitierweise ↑
Berninger, Otto, „Friederichsen, Max“,
in: Neue Deutsche Biographie
5
(1961), S.
449
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116795905.html