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NDB-Artikel

<< Dürr, Alphons Friedrich     Dürr, Gustav >>

Dürr, Ernst

Psychologe und Philosoph, * 23.3.1878 Würzburg, 27.9.1913 Bern. (evangelisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturPortraitsAutorZitierweise

Genealogie  
V Georg (1853–1931), Lehrer, S des Bäckermeisters Joh. Andreas; M Amalie Uhl (1852–1913); Marie Borst (Schw des Max Borst, 1946, Pathologe, s. NDB II); kinderlos.

Leben  
Dürr wurde während seines Studiums in der Vaterstadt von O. Külpe für die experimentelle Psychologie und die Philosophie des kritischen Realismus gewonnen; er promovierte 1902 nach vielseitigen natur- und geisteswissenschaftlichen Studien bei W. Wundt in Leipzig als 2. Assistent des Instituts. Nach kurzer Privatdozententätigkeit in Würzburg erhielt der 28jährige einen Ruf an die Universität Bern (1906 außerordentlicher, 1907 ordentlicher Professor für Philosophie, speziell Pädagogik und Psychologie), wo er eine emsige Tätigkeit entfaltete, ein pädagogisch-psychologisches Seminar und, kurz vor seinem Ableben (nach langem Leiden), das Psychologische Laboratorium gründete. In zahlreichen Schriften, auch durch Beiträge zu Zeitschriften für Jugenderziehung (Aarau), wirkte er in die Weite. Er versuchte, den Problemen der Erkenntnistheorie, Ethik und Pädagogik mit einer reflektionsartigen Psychologie beizukommen, die jedoch unter Vermengung widersprüchlicher Voraussetzungen und Vernachlässigung wesentlicher Tatsachen litt. Das Problem des psychophysischen Parallelismus suchte er durch Verbindung pluralistischer und monistischer Ideen zu lösen; seine Bedeutung ist in der Begrenzung zu sehen, die der Entwurf einer „Physiologischen Psychologie“ (Wundt) bei seiner Anwendung auf Philosophie und Pädagogik erfuhr.

Werke  
Grundzüge d. realist. Weltanschauung, 1907; Die Lehre v. d. Aufmerksamkeit, 1907, 31923; Einführung in d. Päd., 1908; Grundzüge d. Ethik, 1909; Erkenntnistheorie, 1910; H. Ebbinghaus, Grundzüge d. Psychol. II, 1913 (zum größten Teil); Zur Frage d. Wertbestimmung, in: Archiv f. d. gesamte Psychol. 6, 1906, S. 271-88; Üb. d. experimentelle Unters. d. Denkvorgänge, in: Zs. f. Psychol. 49, 1908; s. Lehre v. einem „partiellen Monismus“ im Anhang z. 2. Aufl. v. L. Busse, Geist u. Körper, Seele u. Leib, 1913.

Literatur  
Nachruf, in: Der Bund, Bern 1913, Nr. 455; BJ 18 (Tl. 1913, L); Ziegenfuß (W); A. Busemann, in: Lex. Päd. I, 1952.

Portraits  
in: Berner Woche, 1913.

Autor  
Adolf Busemann
Empfohlene Zitierweise  

Busemann, Adolf, „Dürr, Ernst“, in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 174 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd117657530.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 4 (1959), S. 174
Erwähnungen: 
NDB 11 (1977), S. 534*

PND: 117657530
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Index

Dürr, Ernst

Name: Dürr, Ernst
Lebensdaten: 1878 bis 1913
Geburtsort: Würzburg
Sterbeort: Bern
Beruf/Lebensstellung: Philosoph; Psychologe
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Busemann, Adolf
PND: 117657530

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Dürr, Ernst

PND
117657530

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