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NDB-Artikel

<< Bergler, Joseph der Ältere     Bergman, Johann >>

Bergler, Joseph der Jüngere

Maler und Radierer, * 1.5.1753 Salzburg, 25.6.1829 Prag. (katholisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturPortraitsAutorZitierweise

Genealogie  
V Joseph der Ältere (s. 1).

Leben  
Nach der ersten Lehrzeit bei seinem Vater in Passau studierte Bergler mit Mitteln des Fürstbischofs 1776-81 in Mailand unter Martin Knoller die großen italienischen Meister und die Antike und zeichnete 1781-86 in Rom, wo er Schüler des zum Mengs-Kreis gehörigen Malers A. Maron wurde, nach Raffael und Domenichino wie nach der Antike. 1784 erhielt er für sein Bild „Simson von den Philistern gefangen“ den großen Preis der Akademie von Parma und bekam mehrere Aufträge für Altarbilder in italienischen Kirchen und Klöstern (z. B. Fabriano und Marino bei Albano). Nach seiner Rückkehr nach Passau|(1786) wurde er von Kardinal-Fürstbischof Joseph Franz Anton Graf Auersperg zum „Truchseß und Kabinettsmaler“ ernannt -eine Stellung, die er auch bei dessen Nachfolger Graf Thun beibehielt - und malte zahlreiche Kirchenbilder für Passau selbst wie für dessen Umgebung. Schon vor der Säkularisation aber folgte er einem Ruf als Professor des historischen Faches an die Prager Akademie der Künste, deren Direktor er seit 1800 war. In dieser Zeit entfaltete er wiederum eine sehr umfangreiche Tätigkeit als Kirchenbild- und Historienmaler. Von seinen Prager Schülern sind in erster Linie J. von Führich, der Landschaftsmaler A. Manes und J. Gruß zu nennen. Bergler gehört zu den Nachfolgern der von R. Mengs ausgehenden klassizistischen Richtung und verpflanzte - wie Feulner sagt - den Eklektizismus nach Prag. Erfreulicher als seine akademisch streng korrekten und koloristisch nicht sehr ansprechenden Bilder sind die 1805 in Prag erschienenen Radierungen mit biblischen und mythologischen Szenen, deren Zahl auf 314 angegeben wird.

Werke  
Weitere W Seitenaltarblätter: Mariä Heimsuchung u. Beweinung Christi, 1774 (Wallfahrtskirche Maria Hilf Passau); Christus am Kreuz, zu Füßen Magdalena, um 1800 (St. Paul Passau); Ölgem.: Libussa auf der Burg Wissegrad d. brüderl. Erbstreit schlichtend, Richterspruch d. Hzg. Spilignew II., Rettung Karls IV. durch böhm. Ritter, dazu 40 Zeichnungen als Stud. (z. T. Rudolphinum Prag); Porträts Sternberg-Manderscheid u. Bildhauer Jos. Mattersberger (ebenda).

Literatur  
ADB II; Kunstdenkmäler Bayerns, Niederbayern-Stadt Passau, 1919, S. 77, 194, 229, 334; A. Feulner, Skulptur u. Malerei d. 18. Jh. in Dtld., = Hdb. d. Kunstwiss., 1929, S. 250; ThB.

Portraits  
Selbstbildnis (Rudolphinum Prag).

Autor  
Gerhard Woeckel
Empfohlene Zitierweise  

Woeckel, Gerhard, „Bergler, Joseph der Jüngere“, in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 86 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd128423749.html

ADB-Artikel

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Bergler, Joseph

 LebenAutorLiteraturZitierweise

Leben  
Bergler: Joseph B., Maler, geb. 1753 zu Salzburg, wo seine Eltern sich vorübergehend aufhielten, † 1829. Sein Vater, gleichfalls Joseph geheißen, geb. 1718, ward als Bildhauer auf der Wiener Akademie gebildet und † 1788 als Hofstatuar des Fürstbischofs von Passau. Zahlreiche Werke seines Meißels finden sich zu Passau, Salzburg, Wien und in Ungarn (vgl. Nagler, Künstlerlex.). Der Sohn verlebte seine Jugend in Passau und wurde hier von seinem Vater in den Anfangsgründen der Kunst unterrichtet. Die Liebe zur Malerei gewann in dem heranwachsenden Künstler die Oberhand, weshalb er sich im J. 1776 nach Mailand begab, um unter Leitung des damaligen Hofmalers und Professors Martin Knoller seine Studien fortzusetzen. Nach dreijährigem Aufenthalt in Mailand reiste B. nach Rom, wo er sich aufs engste der herrschenden Schule des Mengs anschloß und bis 1786 verweilte. Mittlerweile hatte er sich mit dem Bilde des Simson den großen Preis der Akademie zu Parma errungen und kehrte nach mehr als zehnjähriger Abwesenheit als gefeierter Künstler in seine Heimath zurück, wo ihn der Fürstbischof von Passau, Cardinal Auersperg, sogleich zu seinem Cabinetsmaler ernannte. Nunmehr entwickelte B. eine außerordentliche Thätigkeit als Maler und Kupferstecher, fertigte eine große Anzahl von Altarbildern und erwarb sich einen so ausgebreiteten Ruhm, daß er aus der Nähe und Ferne mit Aufträgen überhäuft wurde. Als sich um den Schluß des vorigen Jahrhunderts in Prag ein Verein hochgestellter Männer unter dem Titel "Gesellschaft patriotischer Kunstfreunde" bildete, in der Absicht eine Akademie der Künste zu errichten, wurde B. eingeladen, die Direction dieser Anstalt und zugleich die Professur des historischen Faches zu übernehmen. Bald|darauf übersiedelte B. nach Prag, wo er von 1800 an bis zu seinem Tode als fleißiger Lehrer und unermüdeter Künstler wirkte. Die Anzahl der von ihm in Baiern und Oesterreich ausgeführten Gemälde ist nicht genau bekannt, darf aber in keinem Falle unter 200 angenommen werden: seine theils radirten, theils mit dem Grabstichel ausgeführten Blätter belaufen sich auf 340 bis 350, weshalb er als der fruchtbarste Meister seiner Zeit angesehen werden darf. Sein Vorbild war und blieb Mengs, welchen er jedoch nicht erreichte. Die Zeichnung Bergler's ist akademisch und streng correct, das Colorit klar aber etwas trocken und die Hintergründe sind immer vernachlässigt. Alle seine Compositionen bewegen sich in den damals üblichen schulmäßigen Ueberlieferungen, die Figuren stehen leb- und theilnahmlos neben einander, wie gestellte Modelle. Eines seiner bedeutendsten Bilder sieht man in der Stiftskirche zu Sedletz in Böhmen, welches alle die obigen Vorzüge und Mängel offenbart. Höher als die Gemälde stehen die Radirungen: B. führte eine leichte Nadel und verstand trefflich zu ätzen, die in Heften herausgegebenen Blätter behandeln biblische und mythologische Scenen und lassen meist ein sorgfältiges Naturstudium erkennen. Seine Werke pflegte er entweder mit voller Namensfertigung oder mit dem Monogramm IB, auch JB zu bezeichnen. Von den zahlreichen Schülern, welche sich unter Bergler's Leitung heranbildeten, sind mit Auszeichnung zu nennen Franz Tschadlik (Cadlik), Historienmaler, Anton Manes, Landschaftsmaler und Johann Gruß.

Literatur  
Nekrolog, herausgegeben v. d. Gesellsch. patriot. Kunstfreunde in Prag. Dlabacz, Böhmisches Künstlerlexikon; E. Förster, Geschichte der deutschen Kunst.

Autor  
Grueber.
Empfohlene Zitierweise  

Grueber, Bernhard, „Bergler, Joseph“, in: Allgemeine Deutsche Biographie 2 (1875), S. 390-391 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd128423749.html?anchor=adb

Quelle/Vorlage: 
NDB 2 (1955), S.  86 f.
ADB 2 (1875), S. 390-391
Erwähnungen: 
NDB 2 (1955), S. 86*

PND: 128423749
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Index

Bergler, Josef der Jüngere

Name: Bergler, Josef der Jüngere
Namensvariante: Pergler, Joseph der Jüngere
Lebensdaten: 1753 bis 1829
Geburtsort: Salzburg
Sterbeort: Prag
Beruf/Lebensstellung: Maler; Radierer
Konfession: katholisch
Autor NDB: Woeckel, Gerhard
Autor ADB: Grueber, Bernhard
PND: 128423749

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Bergler, Josef der Jüngere

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128423749

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