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NDB-Artikel

<< Bergius.     Bergius, Johann Peter >>

Bergius, Friedrich

Chemiker, * 11.10.1884 Goldschmieden bei Deutsch-Lissa, 30.3.1949 Buenos Aires. (evangelisch)


GenealogieLebenLiteraturPortraitsAutorZitierweise

Genealogie  
Vorfahre Johann s. (2);V Heinrich, Direktor der chemischen Fabrik Goldschmieden, S des Karl Julius (1804–71), Jurist und Volkswirtschaftler, und der Clara Manera; M Marie, T des Altphilologen Friedrich Haase (1808–67) in Breslau und der Johanna Markstein (verwandt mit dem Strafrechtler Albert Friedrich Berner, 1907); 2) Ottilie Krazert.

Leben  
Bergius studierte in Breslau und Leipzig, war dann Assistent bei W. Nernst, F. Haber und M. Bodenstein in Berlin; 1909 habilitierte er sich an der Technischen Hochschule Hannover. Er war Ehrendoktor der Universität Heidelberg, der Harvard-Universität und der Technischen Hochschule Hannover. - Bergius' Verdienste sind die Erfindung der Kohlehydrierung und die technische Entwicklung der Holzverzuckerung. Nach Zielsetzung und Arbeitsmethodik ist er noch unter die ersten Pioniere der modernen chemischen Technik zu zählen, die die physikalische Chemie, insbesondere Katalyse, Hochdruck usw., in die Technik eingeführt und damit die großen chemischen Massenproduktionen ermöglicht haben. Ausgehend von Studien über die Bildung und die chemische Konstitution der Kohlen kam er 1911 auf die Idee, Kohle durch Anlagerung von Wasserstoff unter hohem Druck (200 atü) und hoher Temperatur (470°) in erdölartige Kohlenwasserstoffe umzuwandeln. In einer Versuchsanlage in Mannheim-Rheinau klärte er alle entscheidenden Faktoren dieses schwierigen Prozesses auf. Nachdem schon 1926 großtechnische Anlagen in England und im Ruhrgebiet errichtet waren, wurde das Verfahren 1927 von der I. G. Farbenindustrie übernommen, technisch weiterentwickelt und später in 10 Fabrikationsanlagen von einer Gesamtkapazität von 3 000 000 t Benzin pro Jahr durchgeführt. Danach widmete sich Bergius der technischen Ausarbeitung der Hydrolyse des Holzes mittels hochkonzentrierter Salzsäure zu kristallisiertem Traubenzucker. Er hat immer wieder sein Vermögen für seine Ideen riskiert. Aus seinem Streben nach persönlicher Unabhängigkeit und Betätigung als Unternehmer erwuchs die Erfindertragik, daß er an den Erfolgen nicht teilhaben konnte. 1931 erhielt er den Nobelpreis für Chemie gemeinsam mit C. Bosch.

Literatur  
R. A. W. Bergius, Notizen d. Stammtafel d. Fam. B. v. 1934, 1936; K. Schoenemann, F. B.s Lebenswerk, in: Brennstoffchemie, Bd. 30, 1949, S. 177-81; F. Martin, in: Chemie-Ingenieur-Technik, Jg. 21, 1949, Nr. 17 f. (P); K. Schmorl, in: Naturwiss. Rdsch., Jg. 2, 1949, S. 271 f.; A. Thau, in: VDI-Zs., Bd. 91, 1949, S. 340; Wenzel, 1929; Wi. X, 1935 (W). - Zu Karl Jul. B.: ADB II.

Portraits  
Lichtdr., in: Les Prix Nobel, 1931.

Autor  
Karl Schoenemann
Empfohlene Zitierweise  

Schoenemann, Karl, „Bergius, Friedrich“, in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 84 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118509500.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 2 (1955), S. 84
Erwähnungen: 
NDB 2 (1955), S.  108*
NDB 20 (2001), S. 143 in Artikel Pawlikowski, Rudolf
NDB 20 (2001), S.  428 in Artikel Pier, Matthias
NDB 24 (2010), S. 698 in Artikel Spilker, Adolf

PND: 118509500
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Index

Bergius, Friedrich

Name: Bergius, Friedrich
Lebensdaten: 1884 bis 1949
Geburtsort: Goldschmieden bei Deutsch-Lissa
Sterbeort: Buenos Aires
Beruf/Lebensstellung: Chemiker; Nobelpreisträger für Chemie (1931)
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Schoenemann, Karl
PND: 118509500

Weitere Informationen

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Bergius, Friedrich

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118509500

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