<< Berens, Johann Christoph
Berg, Adam >>
Berg
rheinisch-westfälisches Dynastengeschlecht.
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Leben ↑
Die Grafen von Berg nannten sich nach ihrem Stammsitz Altenberg südlich Remscheid; dort stifteten sie 1133 ein Zisterzienserkloster und siedelten nach der nahen Burg an der
|Wupper über. Als
Adolf (I.) um 1050 die Vogtei über die Reichsabtei Werden erlangte, besaßen sie reiches Allod im Wupperbogen, an Ruhr und Lippe, pfalzgräfliche Lehen im rechtsrheinischen Reichsforst und Vogteien verschiedener kölnischer Stifter und Klöster zwischen Sieg und Ruhr. Um 1100, nach dem Aussterben der älteren Pfalzgrafen und der Grafen von Werl und Arnsberg, waren sie bereits die mächtigsten Dynasten zwischen Lippe und Sieg. Spätestens seit
Adolf I. (III.) (1093-1152) führten sie den seit 1101 erblich nachweisbaren Grafentitel; wenig später erlangten sie die Erbvogtei über das Reichsstift Essen, die Abteien Kappenberg, Siegburg und Deutz, - die beiden letzteren als Nachfolger der wohl stammverwandten Saffenberger Grafen. Sie besetzten den Kölner Erzstuhl in den Erzbischöfen
Bruno II. (1134–37),
Friedrich III. (1156–58),
Bruno III. (1191–93) und
Engelbert I. (1216–25) mit Angehörigen ihres Hauses und rundeten ihr Gebiet durch kölnische Lehen und Pfandschaften ab. Ein enges Verhältnis zu Köln und den Hohenstaufen kennzeichnet ihre Politik; zwei Söhne
Adolfs II. (IV.) (1140–1161),
Adolf (
† 1149) und
Engelbert (1161–1189), kamen ebenso wie sein Enkel
Adolf III. (V.) (1189-1218) auf Kreuzzügen um.
Eberhard, ein weiterer Sohn Adolfs II., erbte die westfälischen Güter und begründete zu Altena eine Seitenlinie, die späteren Grafen von der Mark. Die Wiedervereinigung des Familienbesitzes nach dem söhnelosen Tod Adolfs III. gelang nicht: dessen Bruder
Engelbert I. von Köln, Reichsverweser Kaiser Friedrichs II., übernahm die Regierung der Grafschaft Berg und würde sie wohl mit dem Erzbistum vereinigt haben, wenn er nicht 1225 einem Mordanschlag seines märkischen Vetters Friedrich von Isenberg erlegen wäre. - Mit Engelbert starb die Hauptlinie aus. Ihre Erben wurden ein von Adolfs III. Tochter
Irmgard und deren Gatten Heinrich I. stammender Zweig der Herzöge von Limburg, - der mit Erwerbung von Rheinzöllen, niederbergischem Reichs- und Dynastenbesitz sowie der Landfriedenshoheit, mit Städtegründungen und Durchführung der Ämterverfassung die Landesherrschaft ausbaute, -und 1348 durch
Margarete von Berg und Ravensberg eine Nebenlinie der Herzöge von Jülich, die 1380 die bergische Herzogswürde erlangte, Düsseldorf zur Residenzstadt erhob und mit dem Ankauf der Lande Hardenberg, Blankenberg und Löwenberg dem bergischen Territorium seine endgültige Gestalt gab. Sie vereinigte 1423 Jülich mit Berg und führte 1510 beide Herzogtümer durch Heirat der letzten Erbin
Maria mit Johann III. von Kleve-Mark dem um 1160 abgespaltenen märkischen Zweig des ältesten bergischen Grafenhauses zu, der, in reichsfürstlicher Linie 1609 ausgestorben, heute noch in den Grafen von Limburg-Styrum fortblüht.
Literatur ↑
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Autor ↑
Helmut DahmEmpfohlene Zitierweise ↑
Dahm, Helmut, „Berg“,
in: Neue Deutsche Biographie
2
(1955), S.
71 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118655914.html