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Kaegi, Adolf

klassischer Philologe, Indologe, * 30.9.1849 Holderbaum bei Bauma (Kanton Zürich), 14.2.1923 Rüschlikon (Kanton Zürich). (evangelisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Joh. Jakob, Primarlehrer in B.; M Elisabetha Kündig; B Joh. Jakob (* 1847), Theologe, Leiter d. Diakonissenanstalt Riehen b. Basel; - Zürich 1878 Caroline, T d. Pfarrers Denzler in Affoltern am Albis; 1 S, 2 T .

Leben  
K. studierte 1868-71 in Zürich klassische Philologie und vergleichende Sprachwissenschaft; seine Lehrer waren Konrad Bursian, Eduard Wölfflin, der Archäologe Otto Benndorf und der Sprachwissenschaftler Heinr. Schweizer-Sidler. 1871 legte er die Diplomprüfung für das höhere Lehramt ab. Aufgrund seiner Diplomarbeit (Kritische Geschichte des spartan. Staates von 500-431 v. Chr. mit Ausschluß der Kriegsereignisse von 480-479, in: Fleckeisens Jbb. f. class. Philol., Suppl.bd. 6, 1873, S. 435-505) wurde er 1873 an der Univ. Zürich zum Dr. phil. promoviert. 1871-72 war K. Hauslehrer der Söhne von Otto Wesendonck zunächst in Zürich, dann in Leipzig; 1872-73 setzte er seine Studien der allgemeinen Sprachwissenschaft in Leipzig vor allem bei Herm. Brockhaus, Georg Curtius, Aug. Kuhn und Aug. Leskien, 1874-75 in Tübingen beim Indologen Rud. Roth fort. 1875 wurde K. Hilfslehrer (für Latein) am Zürcher Gymnasium, wo er 1877 als Lehrer (für Griechisch) definitiv angestellt wurde und bis 1893 verblieb. 1875 habilitierte er sich an der Univ. Zürich für Sanskrit und Sprachvergleichung, 1883 wurde er dort zum ao. Professor mit Lehrauftrag für Sanskrit und griech. Sprache und Literatur (1888–90 Dekan), 1893 als Nachfolger Schweizer-Sidlers zum o. Professor für Sanskrit, indogerm. und klassische Philologie ernannt; aus Gesundheitsgründen trat er 1912 von der Professur zurück und wurde 1914 zum Honorarprofessor ernannt. 1917-22 war er Präsident des „Schweizer. Idiotikon“, dessen leitendem Ausschuß er seit 1901 angehört hatte. Er war Mitglied der kantonalen Kirchensynode in Zürich und 1907-11 der neutestamentlichen Sektion der Kommission für die Revision der Zürcher Bibelübersetzung.
K.s wissenschaftliches Werk war zunächst überwiegend der Indologie gewidmet; er hat mit der Übersetzung „Siebenzig Lieder des Rigveda“ zusammen mit Karl Geldner (1875) und mit seiner Schrift „Der Rigveda, die älteste Literatur der Inder“ (Wiss. Beilage zum Progr. d. Kantonsschule in Zürich 1878 und 1879, 21881, engl. 1886) viel zur Popularisierung der Indologie und besonders zur Verbreitung des Rigveda in der Schule getan. Sein Hauptverdienst liegt jedoch auf dem Gebiet des Griechischen und auch hier wieder im schulischen Bereich. Er hat eine Reform des Unterrichts des Griechischen eingeleitet; sein Ziel war es, den grammatischen Unterricht auf dasjenige zu beschränken, was für die Autorenlektüre notwendig ist. In seiner „Griech. Schulgrammatik“ (1884, 111921) sowie in seinem „Griech. Übungsbuch“ (1. T., 1891, 231922, 2. T., 1895, 201922, 3. T., 1906, 21919) hat er dieses Programm verwirklicht und damit für die Didaktik der klassischen Philologie bahnbrechend gewirkt. Die aufgrund des Schriftstellerkanons der preuß. Lehrpläne verfaßte „Kurzgefaßte griech. Schulgrammatik“ (1893, 321922) und die „Repetitionstabellen zur kurzgefaßten griech. Schulgrammatik“ (1893, 91918) haben seinen neuen Vorstellungen auch in der deutschen Schule den Weg geebnet.

Werke  
Weitere W u. a. In hymni in Apoll. Pyth. vss. 92sqq., in: Acta societatis philologae Lipsiensis ed. F. Ritschel 2, 1872, S. 441 f.; Gutachten d. Lehrerkonvents d. Gymnasiums in Zürich z. Gestaltung d. griech. Unterrichts, in: 16. J.h. d. Ver. schweizer. Gymnasiallehrer, 1884, S. 13-18; Zur griech. Schulgrammatik, in: Zs. f. d. Gymnasialwesen 10, 1886, S. 331-51; Alter u. Herkunft d. german. Gottesurteils, in: Festschr. z. Begrüßung d. v. 28.9.-1.10.1887 in Zürich tagenden 39. Vslg. dt. Philologen u. Schulmänner dargeboten v. d. Univ. Zürich. 1887, S. 40-60; Die Neunzahl bei d. Ostariern, in: Philolog. Abhh., H. Schweizer-Sidler z. Feier d. 50j. Jubiläums s. Dozententätigkeit an d. Zürcher Hochschule gewidmet, 1891, S. 50-70; Die vedischen Aoriste āvar, var, āvaḥ, vaḥ, in: Festgruß an Rud. v. Roth, 1893, S. 159-66; Homers Odyssee erklärt v. J. U. Faesi, I, 91901; Wb. z. d. homer. Gedichten v. Gg. Autenrieth, 91902, 131920.

Literatur  
Festgabe A. K. v. Schülern u. Freunden dargebracht z. 30.9.1919, 1919 (P); E. Schwyzer, in: Jb. d. Univ. Zürich f. 1922/23, S. 53-56 (P); ders., A. K., 1923 (P Privatdr); ders., in: Bursian-Jberr. 206, 205, Nekr., S. 61-85 (W, L); Biograph. Lex. verstorbener Schweizer in memoriam II, 1948, S. 464 (P); DBJ V (Tl., L).

Autor  
Gerhard Baader
Empfohlene Zitierweise  

Baader, Gerhard, „Kaegi, Adolf“, in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 723 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd116013184.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 10 (1974), S. 723

PND: 116013184
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Index

Kaegi, Adolf

Name: Kaegi, Adolf
Lebensdaten: 1849 bis 1923
Geburtsort: Holderbaum bei Bauma (Kanton Zürich)
Sterbeort: Rüschlikon (Kanton Zürich)
Beruf/Lebensstellung: klassischer Philologe; Indologe
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Baader, Gerhard
PND: 116013184

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Kaegi, Adolf

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