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NDB-Artikel

<< Jurende, Karl     Jussow, Heinrich Christoph >>

Jurenka, Hugo

klassischer Philologe, * 24.5.1858 Ungarisch Hradisch (Mähren), 10.2.1920 Wien. (katholisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V N. N., Volksschullehrer; M N. N.; Ungar. Hradisch 1881 Marie Czapla (1863–1926) aus Plumenau (Mähren); 3 T .

Leben  
J. studierte 1876-80 klassische Philologie in Wien (1880 Lehramtsprüfung für Latein und Griechisch, 1889 die für den Gesangsunterricht; 1883 Dr. phil.). 1880-83 war er Supplent an einem Wiener Gymnasium, 1884-89 Gymnasiallehrer in Wiener Neustadt, 1890-1910 Gymnasialprofessor in Wien; seit 1895 war er mit der Einführung von Lehramtskandidaten im Probandenseminar betraut. 1895 habilitierte sich J. für klassische Philologie an der Univ. Wien, 1909 wurde ihm der Titel eines ao. Professors und 1912 der eines Regierungsrates verliehen.
J.s wissenschaftliches Werk war vor allem der Textkritik und der Exegese der griech. Lyrik und Chorlyrik gewidmet. Nach den aus seiner Hausarbeit und seiner Dissertation hervorgegangenen Untersuchungen zu Ovid (1881 u. 1885) wandte er sich der Pindarforschung zu (1893-95). Zur Erklärung von Gedichten des Alkman, des Alkaios, der Sappho, des Archilochos und des Simonides hat er wichtige Beiträge geliefert, stets unter Heranziehung der neusten Papyrusfunde; das gilt auch für den Neufund des Bakchylides, dem er eine kommentierte Ausgabe mit Übersetzung (1898) widmete, und für die Entdeckung des Timotheospapyrus (1903). Von den „Persern“ des Aischylos hat er eine kommentierte Ausgabe vorgelegt (1902). Neben dem Forscher J. stand stets der Schulmann. Schon 1895 hat er ein „Schulwörterbuch zu H. P. Sedlmayers P. Ovidii Nasonis Carmina selecta“ herausgegeben, von dem er 1892 eine völlig umgearbeitete 2. Auflage besorgte (41921); ein „Schulwörterbuch zu Ovids Metamorphosen“ (1898) gehört auch hierher. Sein „Erstes lat. Lesebuch, zumeist aus Cornelius Nepos“ (1891) und seine „Auswahl aus den röm. Lyrikern. Mit griech. Parallelen“ (1903, 21912, besorgt v. J. Mesk) dienten der Verbesserung des Schriftstellerkanons des Gymnasiums; ebenso versuchte er, den neuen Theorien der griech. Metrik Eingang in die Schule zu verschaffen. So verkörpert J. in ausgezeichneter Weise den für das österr. Gymnasium charakteristischen Typus des an der Universität wissenschaftlich tätigen Mittelschulprofessors.

Werke  
Weitere W u. a. Btrr. z. Kritik d. Ovid. Heroiden, in: Progr. d. Staatsgymnasiums im 8. Bez., Wien 1881; Novae lectiones Pindaricae, in: Wiener Stud. 15, 1893, S. 1-34; Psaumidea, ebd. 17,|1895, S. 1-20; Zur Aufhellung d. Alkman'schen Poesie, ebd. 18, 1896, S. 235-59; Humor bei Pindar, ebd. S. 91-98; Zur Klärung d. Sapphofrage, ebd. 19, 1897, S. 189-210; Alcaica, ebd. 20, 1898, S. 119-34; Neue Lieder d. Sappho u. d. Alkaios, ebd. 36, 1914, S. 201-43; Analecta Pindarica, ebd. 17, 1895, S. 197-203, 19, 1897, S. 71-77 u. in: Zs. f. d. österr. Gymnasien 45, 1895, S. 1065-75; Die neuen Theorien d. griech. Metrik, ebd. 52, 1901, S. 1-26; Die Metrik d. Horaz u. deren griech. Vorbilder, ebd., S. 673-97; Der neuaufgefundene Timotheus-Papyrus u. d. Ed. princeps, ebd. 54, 1903, S. 577-87; Des Simonides Siegeslied auf Skopos in Platons Protagoras, ebd. 57, 1906, S. 865-75; Die neuen Bruchstücke d. Korinna, ebd. 59, 1908, S. 390-97; Über die Wichtigkeit, die gegenwärt. Richtungen u. d. Aufgaben d. Pindarstud. in: Verhh. d. 42. Versammlung dt. Philologen u. Schulmänner in Wien 1893, 1894, S. 280-89; Archilochos v. Paros, in: Progr. d. Staatsgymnasiums d. 9. Bez., Wien 1909; Entwickelung d. griech. Epinikions bis auf Pindar (Habil.vortrag), ebd., Wien 1895; Der ägypt. Papyrus d. Alkman, 1898; Zur Würdigung d. Römeroden d. Horaz, in: Philologus 57, 1898, S. 289-306; Pindaros neuaufgefundener Paean f. Abdera, ebd. 71, 1912, S. 173-210.

Literatur  
E. Hauler, in: Die feierl. Inauguration d. Rektors d. Wiener Univ. f. d. Stud.j. 1920/21, 1920, S. 32-36; ÖBL (W).

Autor  
Gerhard Baader
Empfohlene Zitierweise  

Baader, Gerhard, „Jurenka, Hugo“, in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 701 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd117240842.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 10 (1974), S. 701 f.

PND: 117240842
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Index

Jurenka, Hugo

Name: Jurenka, Hugo
Lebensdaten: 1858 bis 1920
Geburtsort: Ungarisch Hradisch (Mähren)
Sterbeort: Wien
Beruf/Lebensstellung: klassischer Philologe
Konfession: katholisch
Autor NDB: Baader, Gerhard
PND: 117240842

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Jurenka, Hugo

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117240842

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