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NDB-Artikel

<< zum Jungen, Johann Hieronymus Freiherr von und     Junghans, Erhard >>

Jungermann, Ludwig

Botaniker, * 4.7.1572 Leipzig, 7.6.1653 Altdorf bei Nürnberg. (lutherisch)


GenealogieLebenLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Caspar (1531–1606), Prof. d. Rechte, Vizekanzler d. Univ. u. Hofgerichtsassessor in L.; M Ursula (1539–1604), T d. Humanisten Joachim Camerarius ( 1574. s. NDB III); B Caspar (1567–1637), Dr. iur., Regierungsrat in L., Domherr zu Merseburg, Gottfried (11.1.1501 Leipzig - 1610), Philologe, Korrektor d. Wechelschen Druckerei in Hanau (s. ADB 14); Schw Anna ( Andreas Homelius, 1607, Oberhofgerichtsadvokat u. Syndikus d. Univ. in L.); - ledig.

Leben  
J. studierte Medizin in Jena, Altdorf und Gießen (Dr. med. 1609). Bald danach beschäftigte er sich offenbar bereits mit der Systematisierung und Darstellung von Medizinalpflanzen und verfaßte mit B. Besler den Text zum „Hortus Eystettensis“ (1613). Zum Professor der Medizin und Botanik nach Gießen berufen (1614), schuf er dort einen medizinischen Garten und war zugleich dessen erster Aufseher (1609–25) unter Landgf. Ludwig von Hessen. Infolge der Kriegswirren ging J. 1625 als Professor der Anatomie und Botanik nach Altdorf. Hier legte er 1626 den weithin bekannt gewordenen „Doctorgarten“ an. J. war mehrmals Rektor (Gießen, 3mal in Altdorf) und lehnte wiederholt ehrenvolle Berufungen, darunter die als Nachfolger von Matthias Lobel nach England (1616), ab. – J. war ein sowohl botanisch wie medizinisch umfassend gebildeter akademischer Lehrer, der sein Wissen auch durch die Lehrpraxis im Heilpflanzengarten und auf Wanderungen weitergab. Seine vielfältigen Schriften und Sammlungen, vor allem die örtlichen Floren (Gießen, Altdorf) und großen Herbarien, mit denen er in der noch nach vielen verschiedenen Systemen ordnenden Zeit vor Linné bereits wesentliche Ordnungsmerkmale schuf oder sie vorbereitete, können als seine Hauptleistung betrachtet werden, die er durch zusätzliche Interessen für Astronomie und Anagrammatik abzurunden verstand. Ihm zu Ehren wurde eine Gattung der Lebermoose mit Jungermannia bezeichnet.
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Literatur  
ADB 14; P. Freher, Theatrum virorum eruditione clarorum, 1688 (P); J. J. Baier, Biographia professorum medicinae, qui in Academia Altorfina unquam vixerunt, 1728 (W, P); J. B. Wilbrand, Btrr. z. Gesch. d. Botanik in Dtld., Botan. Garten Gießen, in: Flora od. Botan. Ztg. (Regensburg) 11, 1825, 33, 1826; W. Ermann u. E. Horn, Bibliogr. d. dt. Universitäten, Tl. 2, 1904; 1965 (Ndr.); K. Mägdefrau, Jungermannia od. Jungermania, in: Chronica botanica 4, Nr. 1, 1938; H. Röhrich, Theatrum anatomicum, Hortus medicus u. Laborator. chymicum … in Altdorf, in: SB d. Physikal.-med. Societät zu Erlangen, 1964/69, S. 4-17; ders., Zur Gesch. d. Doctorgartens od. Hortus medicus d. ehem. Nürnberger Univ. Altdorf, in: Erlanger Bausteine 11, J. h. 1964, S. 31-44 (Abb., W); Zedler 14; Jöcher II; Pritzel.

Autor  
Heinz Röhrich
Empfohlene Zitierweise  

Röhrich, Heinz, „Jungermann, Ludwig“, in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 683 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd117238333.html

ADB-Artikel

<< Jungermann, Gottfried     Junghaus, Karl August Wilhelm >>

Jungermann, Ludwig

 LebenAutorZitierweise

Leben  
Jungermann: Ludwig J., geb. den 4. Juli 1572 in Leipzig, war von 1614—1624 Professor der Botanik in Gießen und darauf in Altdorf, woselbst er am 8. Juni 1653 starb. Er gehörte zu denjenigen deutschen Botanikern der vorlinné'schen Zeit, die, indem sie mit Vorliebe sich der botanischen Durchforschung einzelner, kleinerer Gebiete widmeten, für den späteren Ausbau der Wissenschaft, namentlich für die mit Linné beginnende Entwicklung der Systematik, manches Werthvolle beigetragen haben. So war eine der ersten Localfloren (wenn auch der Name Flora erst von Linné eingeführt wurde) Jungermann's "Pflanzenkatalog für Altdorf und Umgegend" (1615) und für Gießen (1623). An beiden Orten errichtete er botanische Gärten und hinterließ bei seinem Tode ein Herbarium von nahezu 2000 Pflanzen. Ob er auch bei der Herstellung des ersten in Deutschland erschienenen botanischen Prachtwerkes, Besler's Hortus Eystettensis, Norimberg. 1613, behülflich gewesen ist, bleibt zweifelhaft. Sein Name bleibt der Wissenschaft in der Lebermoosgattung Jungermannia erhalten. — Ein Verzeichniß von Jungermann's Schriften findet sich in Pritzel's Thes. literat. bot.

Autor  
Wunschmann.
Empfohlene Zitierweise  

Wunschmann, Ernst, „Jungermann, Ludwig“, in: Allgemeine Deutsche Biographie 14 (1881), S. 711 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd117238333.html?anchor=adb

Quelle/Vorlage: 
NDB 10 (1974), S. 683 f.
ADB 14 (1881), S. 711
Erwähnungen: 
NDB 3 (1957), S. 104*

PND: 117238333
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Index

Jungermann, Ludwig

Name: Jungermann, Ludwig
Namensvariante: Jungermann, Ludwig der Jüngere
Lebensdaten: 1572 bis 1653
Geburtsort: Leipzig
Sterbeort: Altdorf bei Nürnberg
Beruf/Lebensstellung: Botaniker; Mediziner
Konfession: lutherisch
Autor NDB: Röhrich, Heinz
Autor ADB: Wunschmann, Ernst
PND: 117238333

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Jungermann, Ludwig

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117238333

Normdaten
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