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Juncker, Hans

* um 1582 wohl Walldürn (Odenwald), um 1624.


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Michael ( um 1619), Bildhauer in W. u. Miltenberg, erhielt 1619 Auftrag z. Bau e. neuen Heiligblut-Altars f. d. Wallfahrtskirche in W.; M N. N.; B Zacharias (s. 2), Philipp u. Michael d. J. ( vor 1629), Bildhauer; - Miltenberg 24.1.1606 Margarsete Enkel; 1 T .

Leben  
Infolge mangelnder archivalischer Belege sind viele Einzelheiten über Leben und Werk J.s ungewiß. Sein ausführlich bezeichnetes Erstlingswerk, ein Altärchen der Kirche zu Darstadt b. Ochsenfurt von 1598, erlaubt die Errechnung des Geburtsjahres: 1582. Das „frühreife Wunderkind“ (Bruhns) dürfte mit den Eltern 1598 nach Miltenberg gezogen und als Gehilfe in der väterlichen Bildhauerwerkstatt tätig gewesen sein. 1607 ging er nach Aschaffenburg, wo er zum Bürger angenommen und bei der Krämerzunft eingeschrieben wurde. Wichtigstes Werk der bis in die ersten Aschaffenburger Jahre reichenden Frühzeit ist die 1602 datierte, wenn auch archivalisch nicht abgesicherte Kanzel der dortigen Stiftskirche. Ihr Datum setzt zuvor schon bestehende Beziehungen J.s zum Stift St. Peter und Alexander voraus, die seit etwa 1605/06 noch enger wurden und in dem umfangreichen Auftrag zur Erneuerung des spätgotischen Hochaltars der Stiftskirche (1606) kulminierten. Als noch wichtiger erwies sich die Verbindung zu G. Ridinger, der J. alle wichtigeren bildhauerischen Arbeiten für das von ihm in diesen Jahren gebaute Schloß übertrug. Nach Größe und Anspruch steht der vor 1614 fertige Altar der Schloßkapelle im Mittelpunkt der Gruppe, der der Qualität der Bildhauerarbeit nach als Hauptwerk des Künstlers anzusehen ist. Die noch in den kleinteiligen Reliefs der Stiftskanzel erkennbaren umfänglichen Entlehnungen nach graphischen Vorlagen fremder Künstler verlieren hier an Bedeutung, und der nervös übersteigerte Bewegungsdrang im Sinne des Manierismus wird durch die größere Schwere der Leiber gebremst. Der vereinheitlichende Schwung des Hochaltars wirkt in der 1618 vollendeten Kapellenkanzel nach und leitet über zu dem Magdalenenaltar der Stiftskirche, der 1617 in Auftrag gegeben und Weihnachten 1620 abgerechnet wurde. Das Werk markiert in seiner Enthaltsamkeit von lebhafter Bewegung und reichem Beiwerk und seiner Zunahme an seelischem Ausdruck der Figuren den barocken Spätstil J.s. – Von seinem weiteren Leben ist nichts bekannt; er scheint etwa 1624 an einem anderen Ort gestorben zu sein.

Werke  
Ausführl. Verz. b. Bruhns S. 143-98, s. L z. Gesamtfam.; außerdem Alabasterkopf e. trauernden Maria, um 1610/18; Tonrelief mit Kain u. Abel, um 1610 (beide Aschaffenburg, Schloßmus.).

Literatur  
O. Schulze-Kolbitz, Das Schloß zu Aschaffenburg, 1905, S. 47, 106-21, 130, 138; A. E. Brinckmann, Barockskulptur, in: Hdb. d. Kunstwiss., 1919, S. 190; Schloßmus. d. Stadt Aschaffenburg, Bildführer, hrsg. v. E. Schneider, 1972, S. 1; - s. a. L z. Gesamtfam.

Autor  
Ernst Schneider
Empfohlene Zitierweise  

Schneider, Ernst, „Juncker, Hans“, in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 659 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd123325943.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 10 (1974), S. 659

PND: 123325943
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Index

Juncker, Hans

Name: Juncker, Hans
Lebensdaten: um 1582 bis um 1624
Geburtsort: wohl Walldürn (Odenwald)
Beruf/Lebensstellung: Bildhauer
Konfession: katholisch
Autor NDB: Schneider, Ernst
PND: 123325943

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Juncker, Hans

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123325943

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