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<< Berck, Tidemann     Bereit, Johannes, von Jüterbog >>

Berckheim, Karl Christian Freiherr von

badischer Staatsmann, * 12.8.1774 Lörrach, 1.3.1849 Karlsruhe. (katholisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturPortraitsAutorZitierweise

Genealogie  
Aus elsässischer, der schwäbischen Reichsritterschaft zugehörender Familie; V Ludwig Karl (1726–97), badischer Wirklicher Geheimer Rat und Landvogt, S des Philipp Friedrich (1686–1733), hanauisch-lichtenbergischer Wirklicher Geheimer Rat, und der Eleonore Heinrica von Berckheim zu Schoppenweier; M Francisca Luise, T des Christian Sigmund Freiherr von Glaubitz (1726–65), französischer General, und der Francisca Freiin von Landsperg, B Franz Karl, russischer Staatsrat; 1804 Pauline Luise Sophie Wurmser von Vendenheim (1780–1851); 2 S, 2 T.

Leben  
Nach Abschluß juristischer Studien in Freiburg und Erlangen, wo er Staatsrecht bei Klüber hörte, trat Berckheim 1797 in badische Dienste, wurde 1801 Kammerherr und stieg bis 1803 zum Geheimen Hofrat auf. 1806 wurde er Oberhofmeister der Markgräfin Amalie, Witwe des Erbprinzen von Baden. In ihrem Auftrag versuchte er 1807 vergeblich bei Napoleon die Wiedereinsetzung ihres Schwiegersohnes, des Herzogs von Braunschweig - Öls, zu erreichen. 1812 trat er in den Staatsrat, wurde 1813 Minister des Innern und ging mit dem Großherzog zum Wiener Kongreß. Bei den Verfassungsvorbereitungen war er beteiligt, ohne allerdings das konstitutionelle Wesen gutzuheißen. 1816 versuchte er in Mailand Kaiser Franz dahin zu bringen, den Breisgau beim Eintritt der hochbergischen Erbfolge bei Baden zu belassen, erreichte diesen Verzicht jedoch nicht. 1817 wurde er Gesandter am Bundestag. Hier brachte er 1819 die Territorialverhandlungen zum Abschluß. Berckheim trug dazu bei, daß sich Baden dem von Württemberg angestrebten „Bund im Bunde" der süddeutschen Höfe fernhielt. Streng konservativ gesinnt, suchte er die Souveränität der Fürsten auf jede Weise zu stützen. Er lehnte die Einmischung der Großmächte und des Bundes in innere Angelegenheiten der Bundesstaaten ab, vor allem als er 1821 wieder Minister des Innern geworden war, und bestritt auch dem Landtag jedes Recht der Kritik an der Staatsverwaltung. Als dieser im Dezember 1824 aufgelöst wurde, beeinflußte er die Neuwahlen zu den „ministeriellen Landtagen“ von 1825 und 1828, in denen jede Opposition erstickt wurde. Bei den endgültigen Territorialausgleichsverhandlungen 1827 wies er die bayerischen Ansprüche zurück und brachte einen Vertrag mit Frankreich zustande, in dem dieses die neuen Grenzen anerkannte. Beim Regierungswechsel 1831 wurde Berckheim als Minister pensioniert und zum Großhofmeister ernannt. Als Mitglied der 1. Kammer widersetzte er sich weiterhin jeder Ausdehnung der Rechte der Volksvertretung. Das monarchische Prinzip als Grundlage der Verfassung verteidigte er bei den Neuwahlen 1841 in „Reflexionen über die Wahlfreiheit beider Wahl landständischer Deputierter“.

Werke  
Briefe üb. d. polit., bürgerl. u. natürl. Zustand d. Schweiz…, Augsburg 1797; Lettres sur Paris, ou correspondance de M *** dans les années 1806 et 1807, 1809.

Literatur  
J. v. Krüdner, Schrr. d. Frau v. K. an Herrn v. B., Min. d. Inn. in Carlsruhe, 1817; F. v. Weech, Baden unter d. Großherzogen Karl Friedr., Karl|u. Ludw. 1738-1830, 1863; ders., in: Bad. Biogrr. I, 1875, S. 73-75; ders., Btrr. z. Gesch. d. bad. Landtage v. 1819–45, in: ZGORh, NF, Bd. 9, 1894, S. 621 bis 624; Leonh. Müller, Bad. Landtagsgesch., 4 Bde., 1900–02; K. Obser, Die Sendung d. Oberhofmeisters Frhr. Ch. v. B. nach Paris im Jahr 1807 u. seine Unterredung mit Napoleon, in: ZGORh, NF, Bd. 23, 1908, S. 328-39; W. Andreas, Gesch. d. bad. Verwaltungsorganisation u. Verfassung in d. Jahren 1802–18, Bd. 1, 1913, S. 378 ff., L. v. Hoermann, Der bayer.-bad. Gebietsstreit (1825–32), 1938; R. G. Haebler, Ein Staat wird aufgebaut, Bad. Gesch. 1789-1818, 1948. Qu.: Polit. Nachlaß im B.-schen Fam.-Archiv Rittersbach, verzeichnet in: ZGORh, NF, Bd. 22, 1907, S. 120 bis 127.

Portraits  
Ölgem. v. K. Kuntz, 1816; Lithogr., 1846 (Gen.-landesarchiv Karlsruhe).

Autor  
Hans Körner
Empfohlene Zitierweise  

Körner, Hans, „Berckheim, Karl Christian Freiherr von“, in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 66 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd116125179.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 2 (1955), S. 66 f.

PND: 116125179
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Index

Berckheim, Christian von

Name: Berckheim, Christian von
Namensvariante: Berckheim, Karl Christian Freiherr von
Lebensdaten: 1774 bis 1849
Geburtsort: Lörrach
Sterbeort: Karlsruhe
Beruf/Lebensstellung: badischer Staatsmann
Konfession: katholisch
Autor NDB: Körner, Hans
PND: 116125179

Weitere Informationen

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Berckheim, Christian von

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116125179

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