<< Benteli, Emmanuel Albrecht
Bentheim, Lüder von >>
Bentheim, Grafen bzw. Fürsten von.
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Leben ↑
Die 1116 anläßlich einer Eroberung durch Herzog Lothar von Sachsen zuerst genannte Burg Bentheim befand sich 1152 im Besitz von Lothars Schwägerin Gertrud von Nort
|heim (
† nach 1154), Witwe des Grafen Otto von Rheineck. Ihre Tochter und Erbin Sophia war mit dem Grafen Dietrich VI. von Holland vermählt, dessen jüngerer Sohn
Otto Bentheim erbte und das Geschlecht der Grafen von Bentheim begründete. Unter zeitweise engem Anschluß an die Bischöfe von Utrecht gelang es den Grafen, in den Grenzgebieten der Diözesen Münster und Utrecht ein kleines, selbständiges Territorium zu begründen. Nach dem durch den Tod des kinderlosen Grafen
Bernhard 1421 bewirkten Aussterben dieses Geschlechts fiel die Grafschaft an Bernhards Großneffen
Eberwin von Götterswick, der einem seit 1191 urkundlich genannten Edelgeschlecht des Niederrheins entstammte und das noch heute blühende Haus der Grafen
bzw. Fürsten von Bentheim begründete. Er erwarb durch Heirat die Bentheim benachbarte Herrschaft Steinfurt, die 1495 zur Reichsgrafschaft erhoben wurde. Die durch Erbteilung der Söhne Eberwins bewirkte Spaltung in zwei Linien Bentheim und Steinfurt wurde 1530 durch den Heimfall Bentheims an die Steinfurter Linie beendet. Durch seine Heirat mit der Gräfin Anna von Tecklenburg erwarb
Eberwin III. von Bentheim (1553-62) die Grafschaft Tecklenburg und die Herrschaft Rheda: sein Sohn
Arnold IV. (1562–1606), der bedeutendste der Bentheimer Grafen, fügte durch seine Heirat mit Magdalena von Neuenahr die Grafschaft Limburg (an der Lenne), die rheinische Herrschaft Alpen und andere Güter hinzu. Erbteilungen unter den Söhnen und Enkeln Arnolds führten im 17. Jahrhundert zur Zersplitterung dieser umfangreichen Gütermasse. Von den damals gebildeten 5 Linien des Geschlechts blühen heute noch zwei, beide nach der Mediatisierung 1817 in den Fürstenstand erhoben: die Fürsten von Bentheim-Tecklenburg, die seit der 1707 erfolgten Eingliederung der Grafschaft Tecklenburg in Preußen auf Rheda und Hohenlimburg beschränkt waren, und die Fürsten von Bentheim-Steinfurt zu Burgsteinfurt.
Literatur ↑
J. H. Jung,
Hist. antiquissimae Comitatus Benthemiensis libri tres, Hannover 1773;
J. C.
Möller,
Gesch. d. vormal.
Gfsch. B. v. d. ältesten Zeiten bis auf unsere Tage, 1879;
K. Döhmann, Das Leben d.
Gf. Arnold
v. B. 1554-1606, =
Festschr. z. 50jähr. Jubelfeier d. Fürstl.
B.schen Gymnasiums Arnoldinum, Burgsteinfurt, 1903;
J. Prinz, Ein Lehnreg. d.
Gf. Otto
v. B., in: Osnabrücker
Mitt. 60, 1940, S. 1 ff. -
Qu.: Archive in Burgsteinfurt (Inventare d. nichtstaatl. Archive d.
Prov. Westf. I/4) u. Rheda.
Autor ↑
Albert K. HömbergEmpfohlene Zitierweise ↑
Hömberg, Albert K., „Bentheim, Grafen beziehungsweise Fürsten von.“,
in: Neue Deutsche Biographie
2
(1955), S.
55 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118655604.html
Bentheim, von
Name: Bentheim, von
Lebensdaten: unbekannt
Beruf/Lebensstellung: Grafen und Fürsten von Bentheim
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Hömberg, Albert K.PND: 118655604