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Jarno, Georg

Komponist, * 3.6.1868 Budapest, 20.5.1920 Breslau. (israelitisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturPortraitsAutorZitierweise

Genealogie  
V Carl Cohner. Pferdehändler; M Katharina Brettschneider; B Josef (s. 3); Schwägerin Hansi (s. 2); - 1901 Susanne Hirschbein.

Leben  
Nach Beendigung der musikalischen Ausbildung in seiner Vaterstadt wirkte J. zunächst als Musik- und Gesanglehrer, um dann – anscheinend gegen den Willen der Eltern – den Kapellmeisterberuf zu ergreifen, der ihn an zahlreiche deutsche Theater führte. Eine Tätigkeit als Opernregisseur in Bad Kissingen blieb freilich nur episodisch. Als freischaffender Komponist nahm er seinen endgültigen Wohnsitz in Wien. – J. begann als Opernkomponist, wobei sein Erstlingswerk „Die schwarze Kaschka" (Breslau 1895), nach V. Blüthgens Novelle gestaltet, beachtenswert erscheint. Mit den folgenden beiden Schöpfungen indes – „Der Richter von Zalamea" (nach Calderon) und „Der zerbrochene Krug" (nach Kleist) – griff er ein bißchen zu hoch. Er wandte sich nun ganz der Operette zu; darin schuf er sich durch die „Försterchristel“ (Libretto B. Buchbinder) von 1907 einen Namen. Hier, wie auch im „Musikantenmädel“ (Libretto v. dems., Wien 1910) und später in „Jungfer Sonnenschein“ (Libretto v. dems., Hamburg 1918) werden beliebte Persönlichkeiten der österr. Geschichte (Kaiser Joseph II., Haydn, Prinz Eugen) in die Handlung miteinbezogen, und überall schimmert ein bestimmter Singspielton durch. J.s Musik ist reich an Einfällen; in der Welt zündender Marschrhythmen ist er ebenso zu Hause wie in den Sphären des Wiener Walzers oder des ungar. Csárdás. Etwas außerhalb des gewohnten Kreises stehen die Operetten „Der Goldfisch“ sowie das im Goldenen Westen spielende „Farmermädchen“, dessen Partitur durch die Einfügung der damals gerade modern werdenden amerikan. Tänze besonders reichhaltig geraten ist. In seiner sauberen Tonsprache zählt er zu den Klassikern der Wiener Operette, ist heute aber fast vergessen.

Werke  
Weitere W u. a. Das Farmermädchen (Libretto G. Okonkowski), Berlin 1913; Mein Annerl (Libretto F. Grünbaum u. W. Sterk), Wien 1916.

Literatur  
O. Keller, Die Operette in ihrer geschichtl. Entwicklung, 1926, S. 323 ff.; K. Westermeyer, Die Operette im Wandel d. Zeitgeistes, 1931, S. 125 f.; O. Schneidereit, Operettenbuch, 1955, S. 426 f.; B. Grun, Die leichte Muse, Kulturgesch. d. Operette, 1961, S. 393 f.; H. Renner, Oper -Operette - Musical, 1969, S. 541 f.; MGG VI (W, L); ÖBL (W, L).

Portraits  
Phot., ca. 1910, in: Musik f. Alle, H. 109 (Jarno, Das Farmermädchen), 1913.

Autor  
Werner Bollert
Empfohlene Zitierweise  

Bollert, Werner, „Jarno, Georg“, in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 356 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd11943265X.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 10 (1974), S. 356

PND: 11943265X
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Index

Jarno, Georg

Name: Jarno, Georg
Namensvariante: Cohner, Georg
Lebensdaten: 1868 bis 1920
Geburtsort: Budapest
Sterbeort: Breslau
Beruf/Lebensstellung: Komponist
Konfession: jüdisch
Autor NDB: Bollert, Werner
PND: 11943265X

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Jarno, Georg

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11943265X

Normdaten
Personennamendatei (PND)
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