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NDB-Artikel

<< Benary, Ernst     Benda >>

Bencard, Johann Caspar

Buchdrucker und Verlagsbuchhändler in Dillingen, * Würzburg (?), getauft 30.10.1649 Würzburg, 24.12.1720 Augsburg. (katholisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V möglicherweise Johann Bencard, Universitätsbuchhändler in Würzburg; M Maria Katharine Eberheim; Halb-B. Johannes; 1) Kirchheim (Ries) 18.11.1675 Maria Magdalena Weinhart ( 30.5.1690), 2) Dillingen 6.11.1690 Maria Johanna Dannenberger, 4) Eva Maria Würsching; 1 S, 5 T aus 1), 1 S, 4 T aus 2), 3 S, 2 T aus 3), 2 S, 1 T aus 4).

Leben  
Bencard kam - anscheinend von Frankfurt/Main her - Ende 1669 nach Dillingen und pachtete die der Universität gehörige akademische Buchdruckerei. 1670 ließ er in Dillingen bereits 13 lateinische und deutsche Druckwerke erscheinen. 1675 erhielt er vom Jesuitenprovinzial Benedikt Paintner ein Druckprivileg für alle Werke der Dillinger Jesuiten, erwarb die akademische Buchdruckerei mit Buchhandlung zu eigen. Beide blieben jedoch unter akademischer Jurisdiktion und genossen wie bisher die akademischen Privilegien. Im November 1694 verlegte Bencard, ohne seinen Dillinger Betrieb aufzugeben, seinen Wohnsitz nach Augsburg. 1715 brachte er einen Verlagskatalog heraus, der für die damalige Zeit einmalig ist und wie ein modernes Klischeewerk anmutet. Auf 84 ungezählten Blättern bringt er Titelkopien der Originalausgaben in den drei Formaten, die sich entsprechend auf die Folioseiten des Katalogs verteilen: also 1 Folioausgabe oder 2 Quartausgaben oder 4 Oktavausgaben auf eine Seite. Wiedergegeben wurden so 338 Titelblätter, die ungefähr der Zahl der Bencardschen Verlagswerke bis 1715 entsprechen. Darunter finden sich auch einige wenige Verlagswerke seiner Vorgänger in Dillingen. Den Hauptteil seiner Veröffentlichungen nehmen theologische Werke ein. Doch hat er auch Musikaliendrücke und geographische Werke herausgebracht. Typis Bencardianis sind auch die Promotionskataloge der Dillinger Universität gedruckt. - Nach Bencards Tod führten seine Erben den Dillinger und Augsburger Betrieb weiter. 1761 boten sie die Dillinger Druckerei der Universität zum Kauf an, die jedoch ablehnte, so daß sie in andere Hände überging.

Werke  
J. C. Bencardi Bibliopolae Augustano-Dilingani impressorum, in gratiam litteratorum plenis suis titulis pro majori librorum cognitione in lucem datus, 1715.

Literatur  
Th. Welzenbach, Gesch. d. Buchdruckerkunst im ehemal. Hzgt. Franken, in: Archiv d. hist. Ver. f. Unterfranken u. Aschaffenburg 14, 1857, S. 210; Th. Specht, Gesch. d. ehemal. Univ. Dillingen, 1902, S. 174; ders., Zur Gesch. d. Dillinger Buchdruckerei im 17. u. 18. Jh., in: Jb. d. hist. Ver. Dillingen 21, 1908, S. 42 f.; B. Duhr, Gesch. d. Jesuiten in d. Ländern dt. Zunge III, 1921, S. 295; Eitner, 1900–04, Bd. 2, S. 319. - Eigene Archivstud.

Autor  
Friedrich Zoepfl
Empfohlene Zitierweise  

Zoepfl, Friedrich, „Bencard, Johann Caspar“, in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 34 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd130558974.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 2 (1955), S. 34 f.

PND: 130558974
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Index

Bencard, Johann Caspar

Name: Bencard, Johann Caspar
Lebensdaten: 1649 bis 1720
Geburtsort: Würzburg
Sterbeort: Augsburg
Beruf/Lebensstellung: Buchdrucker; Verlagsbuchhändler
Konfession: katholisch
Autor NDB: Zoepfl, Friedrich
PND: 130558974

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Bencard, Johann Caspar

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130558974

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