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NDB-Artikel

<< Bellino, Karl     Beloch, Karl Julius Alwin >>

Bellomo, Joseph (eigentlich Joseph Edler von Zambiasi)

Theaterdirektor, * 16.3.1754 Tajo (Nonsberg, Bezirk Cles, Provinz Trient), 18.10.1833 Graz. (katholisch)


GenealogieLebenLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Franz von Zambiasi ( 1772), kaiserlicher Leutnant; M Franziska Fuxhuber ( 1809); Graz 1777 Therese, T des Pantomimenprinzipals Nicolini, Sängerin und Tänzerin; T Karoline Friederike ( Graz 1814 Paul Soini, Seidenwarenfabrikant in Wien).

Leben  
Bellomo war zunächst Schauspieler in Graz, das er mit seiner Frau 1779 verließ. Gemeinsam wirkten sie als Künstler in Münster (A. Seylersche Truppe), Dresden und Prag (P. Bondinische Gesellschaft). Im Frühjahr 1783 übernahm Bellomo im Linckeschen Bade vor dem Schwarzen Thor in Dresden die Direktion einer kleinen Schauspielertruppe, mit der er auch in Erfurt gastierte. Der Weimarer Hof wurde auf die durch gute Sitten, Ordnung und Fleiß sich auszeichnende Truppe aufmerksam. Durch eine kleine Unterstützung des Hofes ausgezeichnet, übernahm Bellomo am 1.1.1784 die Leitung des Weimarer Theaters im Redoutengebäude. In seinem Spielplan bevorzugte er das italienische Singspiel und die Oper, das klassische Schauspiel trat zurück. In den Sommermonaten gastierte die 20 Mitglieder umfassende Truppe in Thüringen und seit 1785 regelmäßig in Bad Lauchstädt.
Geschäftstüchtigkeit und das natürliche Spiel seiner Künstler - die Gattin Therese wirkte als gute Sängerin - sicherten Bellomo die Gunst der Herzogin Anna Amalie und das Lob Wielands. Im April 1791 verließ er infolge heftiger Angriffe Weimar; der größte Teil seiner Truppe ging in dem nun Goethes Leitung unterstellten Hoftheater auf. Er selbst kehrte wieder als Schauspieldirektor nach Graz zurück und spielte dort, allgemein anerkannt, bis im April 1797 beim Herannahen der Franzosen das Theater geschlossen wurde. Daneben trieb er Handel mit Libretti und Schauspielmanuskripten. 1810-27 leitete er -nach vergeblichen Bemühungen um eine neue Theaterdirektion - eine Gastwirtschaft am Rosenberg bei Graz. - Bellomos Bedeutung liegt vor allem darin, daß Goethe von seiner Truppe die Richtlinien für die Leitung des Weimarer Theaters gewann.

Literatur  
ADB II; A. Schlossar, Österr. Kultur- u. Lit.-bilder, Wien 1879; J. Wähle, Das Weimarer Hoftheater unter Goethes Leitung, in: Schrr. d. Goetheges., Bd. 6, 1892; Lebenserinnerungen d. Karoline Schulze-Kummerfeld, in: Schrr. d. Ges. f. Theatergesch. Bd. 23/24, 1915; B. Th. Satori-Neumann, Die Frühzeit d. Weimarer Hoftheaters, ebenda, Bd. 31, 1922; L. Baravalle, J. B., in: BLL. f. Heimatkde., Jg. 4, Nr. 9/10, Graz 1926, S. 65-71; L. Schrickel, Gesch. d. Weimarer Theaters, 1928, S. 77; W. Stieda. J. B., in: Thür.-Sächs. Zs. f. Gesch. u. Kunst, Bd. 18, 1929, S. 161-92; M. Enzinger, Üb. J. B., in: ZDP, Bd. 57, 1932, S. 194 f.; E. L. Stahl. Shakespeare u. d. dt. Theater, 1947, S. 181 f.; H. Kindermann, Theatergesch. d. Goethezeit, Wien 1948, S. 571, 579, 606, 643; Goedeke XI/1, 1951, S. 95 f. (L).

Autor  
Hans Heinrich Borcherdt
Empfohlene Zitierweise  

Borcherdt, Hans Heinrich, „Bellomo, Joseph“, in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 31 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd130046205.html

ADB-Artikel

<< Bellmann, Karl Gottfried     Bemmel, Wilhelm von >>

Bellomo

 LebenAutorZitierweise

Leben  
Bellomo: der Name eines Schauspiel-Prinzipals, der in den siebziger Jahren des vor. Jahrh. eine wandernde Truppe in Böhmen und Sachsen führte, und mit derselben 1783 nach Weimar kam, wo er einen achtjährigen Vertrag mit dem herzoglichen Hofe abschloß, der ihn verpflichtete, während der Wintermonate in Weimar Theatervorstellungen zu geben. An den Darstellungen dieser Gesellschaft, die sich namentlich durch ihr Singspiel in Gunst erhielt, entzündete sich die Theilnahme des weimarischen Hofes und Goethe's für deutsches Schauspiel. Als im J. 1791 der Contract mit B. erlosch, wurde das Theater zum Hoftheater erhoben, und Goethe's Leitung unterstellt. An den Namen B. knüpft sich also die Entstehung des berühmten weimarischen Hoftheaters, und mittelbar die Erhebung der deutschen dramatischen Kunst zu ihrer idealen Höhe, als deren Gipfelpunkt die Aufführung des Schiller'schen Wallenstein betrachtet werden muß. Sie begründete den idealen Stil der weimarischen Schule. Von B. selbst ist sonst nichts weiter zu melden.

Autor  
Förster.
Empfohlene Zitierweise  

Förster, „Bellomo“, in: Allgemeine Deutsche Biographie 2 (1875), S. 313 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd130046205.html?anchor=adb

Quelle/Vorlage: 
NDB 2 (1955), S. 31
ADB 2 (1875), S. 313

PND: 130046205
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Index

Bellomo, Joseph

Name: Bellomo, Joseph
Namensvariante: Zambiasi, Joseph Edler von
Lebensdaten: 1754 bis 1833
Geburtsort: Tajo (Nonsberg, Bezirk Cles, Provinz Trient)
Sterbeort: Graz
Beruf/Lebensstellung: Theaterdirektor
Konfession: katholisch
Autor NDB: Borcherdt, Hans Heinrich
Autor ADB: Förster
PND: 130046205

Weitere Informationen

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Bellomo, Joseph

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