<< Beichling, Wolf Dietrich Graf von
Beier, Adrian >>
Beidtel, Ignaz
Jurist,
* 15.1.1783 Hof in Mähren,
† 15.5.1865 Troppau. (katholisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
Nach unsicherer Überlieferung stammen die Beidtel (ursprünglich Beutel) aus Lothringen;
V Engelbert (1753–1806), zuletzt Obereinnehmer,
S des Johann, Bauernsohn, Händler und Bürgermeister in Hof, und der Veronika Scholz;
M Barbara,
T des Postmeisters Ignaz Duhn in Hof;
⚭ Olmütz 1815 Rosa,
T des Obereinnehmers
Jak. von Moor; 4
S,
u. a. Karl (1817–93), Jurist und Universitätsprofessor in Innsbruck (Pseudonym Albrecht Tebeldi). 3
T Leben ↑
Beidtel wurde 1807 im Olmützer Lyzeum Professor der Universalgeschichte, erhielt 1810 in Lemberg den Lehrstuhl für römisches Zivil- und österreichisches Kirchenrecht. Nachdem er seit 1812 die Advokatur ausgeübt hatte, gab er später seine Lehrtätigkeit auf und wurde Appellationsgerichtsrat: 1816 in Zara, 1821 in Fiume, 1822 in Klagenfurt, 1824 in Brünn. Er war seit 1851 korrespondierendes Mitglied der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. Beidtel versuchte im Sinne der katholischen Erneuerungsbewegung durch seine Lehrtätigkeit und seine publizistischen Werke dem in Österreich herrschenden Febronianismus und religiösen Indifferentismus entgegenzuwirken. In seinen Untersuchungen über die Beziehungen zwischen Staat und Kirche behandelte er vor allem die Geschichte der kirchlichen Gesetzgebung des österreichischen Staats seit Maria Theresia, um so die Notwendigkeit von Reformen darzutun. In den Jahren 1850 bis 1851 erstellte er für das Kultus- und Unterrichtsministerium Gutachten über kirchenrechtliche Fragen.
Werke ↑
u. a. Unterss. üb. d. kirchl. Zustände in d.
österr. Staaten, 1849; Das kanon. Recht, betrachtet aus d. Standpunkt d. Staatsrechts, d. Politik, d.
allg. Ges.rechts u. d. seit 1848 entstandenen Staatsverhältnisse, 1849; einzelne Vorträge vor allem
üb. rechtsgesch. Fragen d. Zeit 1740–92, in:
SB d.
Ak. d. Wiss. Wien,
Bd. 7-9, Wien 1851/52;
Gesch. d.
österr. Staatsverwaltung 1740-1848, (nebst) Anhang: Übersicht d.
österr. Kirchengesch. v. 1848–61,
hrsg. v. A. Huber, 2
Bde., Innsbruck 1896-98
(mit biogr. Einl.);
s. a. DW.
Literatur ↑
ADB II;
Alm. d.
Kaiserl. Ak. d. Wiss., Wien 1852, S. 215
(W);
Nachruf, ebenda,
Jg. 18, 1868, S. 169 ff.;
A. Huber, I.
B.s Leben u. Wirken nach seinen Memoiren, 1896;
Kosch, Kath. Dtld. I
(W). - Qu.: Hs. Selbstbiogr. in d.
Ak. Wien.
Autor ↑
Otto PuchnerEmpfohlene Zitierweise ↑
Puchner, Otto, „Beidtel, Ignaz“,
in: Neue Deutsche Biographie
2
(1955), S.
18
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd137150822.html
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Beidtel, Ignaz
Leben
| Autor
| Literatur
| Zitierweise
Leben ↑
Beidtel: Ignaz B., geb. zu Hof in Mähren 15. Jan. 1783, studirte am Gymnasium zu Teschen, an der Universität zu Olmütz, wo er 1802 Dr. jur. wurde, 1807 daselbst Lycealprofessor, später Appellationsgerichtsrath, 1849 quiescirt, gestorben zu Troppau 15. Mai 1865. Er schrieb: "Untersuchungen über einige Grundlagen der Strafrechtsgesetzgebung mit Rücksicht auf die neueren Entwürfe zu Strafgesetzgebungen etc." 1840. "Betrachtungen über einige durch die Zeitumstände besonders nöthig gewordenen Gegenstände der Civilgesetzgebung und der Strafgesetzgebung", 1840. 42. 2 Thle. "Uebersicht der Geschichte des österreichischen Kaiserthums etc." 1842. Leipzig 43. "Untersuchungen über die kirchlichen Zustände in den österreichischen Staaten", 1849. "Das kanonische Recht betrachtet aus dem Standpunkt des Staatsrechts, der Politik, des allgemeinen Gesellschaftsrechts und der seit dem J. 1848 entstandenen Staatsverhältnisse", 1849. Dies Buch, ein Gemisch von positiven Satzungen und Räsonnements, bewegt sich auf streng kirchlichem Standpunkt.
Literatur ↑
Wurzbach, Biogr. Lex. I. 232. XXII. 478.
Autor ↑
v. Sch.
Empfohlene Zitierweise ↑
Sch., von, „Beidtel, Ignaz“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
2
(1875), S.
291
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd137150822.html?anchor=adb