<< Garten, Ernst Heinrich Siegfried
Gartner, Josef der Jüngere >>
Gartenberg, Peter Nikolaus Neugarten Freiherr von (ursprünglich Peter Niels Nyegaard), (Reichsadel 1753, Reichsfreiherr 1758, seit 1768 Baron von Gartenberg-Sadogursky beziehungsweise Sadogórski)
sächsischer Oberberghauptmann,
* 1714 Kregome bei Frederiksværk (Nordseeland, Dänemark),
† 6.1.1786 Sierakow/Warthe (Großpolen). (lutherisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Quellen
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
Aus
dän. Pfarrersfam., in d. mehrfach abenteuerl. Schicksale vorkamen;
V
Hans Nielsen Nyegaard (1682–1748), Pfarrer in Kregome, seit 1724 in Højby,
S d.
Niels Pedersen N. (
ca. 1631–1715), Bürger in Durup u. Ribe, u. d. Cathrine
Sus. Hansdatter;
M
Marie (1684–1771),
T d. Bezirksvogtes Rasmus Larsen Arendrup u. d. Karen Sørensdatter; ⚭
Luisa Philippina (
† 1802),
T d.
Joh. Juncker (
† 1759),
Prof. d.
Med.; 1
T Charlotte (⚭ 1768
Carl Abraham
Gf. v. Fritsch, 1734–1812,
kursächs. Kanzler, s.
NDB V
*).
Leben ↑
Gartenberg besuchte die Lateinschule (Kathedralschule) in Roskilde und studierte seit 1736 Medizin in Kopenhagen und Bergwissenschaft in Kongsberg (Norwegen). An der Universität Halle promovierte er 1743 zum doctor medicinae. Nachdem er sich als dänischer Bergassessor in Norwegen Erfahrungen im Bergwesen erworben hatte, kam Gartenberg 1749 nach Sachsen, wo er mit dem Titel eines Bergrates zunächst Verwalter, später 1754-71 Pächter des Alaunwerkes Schwemsal bei Düben war, das erst durch seine Tätigkeit größere Bedeutung erlangte. 1753 wurde er als Supernumerar-Bergrat ins Bergkollegium nach Dresden berufen und im gleichen Jahre zum Generalbergkommissar ernannt und geadelt. Er führte die Oberaufsicht über das Oberbergamt und das Oberhüttenamt in Freiberg. 1755 wurde Gartenberg als Stellvertreter Graf Brühls Vize-Oberbergwerks-Direktor, 1761 daneben Oberberghauptmann in Freiberg und 1763 Geheimer Rat. – Gartenberg, der auf seinem Rittergut Canitz bei Oschatz einen Kalkofen mit Steinkohlenfeuerung betrieb, verfaßte 1754 eine Denkschrift über den Gebrauch der Steinkohlen und des Torfes (im Landeshauptarchiv Dresden). 1763 sandte er Vorschläge für Sachsens wirtschaftlichen Wiederaufbau an den Premierminister Brühl. Gartenberg war einer der nächsten Vertrauten Brühls und verwaltete 1758-60 dessen Gut Spisza in Polen, wo er 1756-63 auch Pächter des Gutes Samborz war. Während Sachsen durch Mißwirtschaft und Krieg verarmte, erwarb sich Gartenberg ein großes Vermögen. Nach Brühls Tode wurde er im Oktober 1763 auf Veranlassung des neuen Kurfürsten Friedrich Christian zusammen mit Heineken und Hausius verhaftet und aus seinen Ämtern entlassen. Da ihm keine bestimmten Verfehlungen nachgewiesen werden konnten, wurde er im Mai 1764 wieder freigelassen. Gartenberg, der schon 1749-50 und 1753-60 Anteil an der Verwaltung der Münzstätten in Guben und Leipzig gehabt hatte, ging 1765 als Sachverständiger für Münzsachen nach Warschau, übernahm dort 1766 die Leitung der staatlichen Münze und gründete Münzstätten in Warschau und Krakau. Gleichzeitig war er als Rat der Hof-Finanzkommission für Gewerbe- und Bergsachen zuständig. Er wurde 1767 Wirklicher Geheimer Rat und erwarb 1768 die polnische Staatsangehörigkeit. 1774 zog sich Gartenberg auf seine Güter Sierakow und Medyn zurück. In Sachsen hinterließ er zahlreiche Schulden, die seine Tochter aus dem Verkauf seines Gutes Canitz deckte.
Werke ↑
De casu singultus chronici viginti quattuor annorum,
Diss. Halle 1743;
Vorschläge
z. Wiederherstellung d. guten Zustandes d. chursächs. Länder, kurz vor d. Hubertusburger Frieden d.
Premiermin. Reichsgf. Brühl übergeben, in: A. F. Büsching, Der chursächs. Finanzstaat in d. neuesten Zeit,
ebd. 1777, S. 4-8.
Literatur ↑
L
E.
v. Zernicki-Szeliga, Der
poln. Adel I, 1900, S. 265;
A. Boniecki, Herbarz Polski V, Warschau 1902, S. 378;
G. Lehmann, Der Prozeß gegen K. H.
v. Heineken u. Genossen, in: NA f.
sächs. Gesch. 25, 1904, S. 264-95;
K. Carøe, Den danske Laegestand, Doktorer og Licentiater, 1479–1788, Kopenhagen 1909, S. 92;
M. Gumowski, Podręcznik numizmatyki polskiej, Krakau 1914;
ders.,
Hdb. d.
poln. Numismatik, 1960;
Th. Hauch-Fausbøll u. H. R. Hiort-Lorenzen, Patriciske Slaegter III, Kopenhagen 1915, S. 168-99;
A.
v. Boroviczeny,
Gf. v. Brühl, 1930, S. 514;
W. Schellhas, Die geschichtl. Entwicklung d. Oberbergamts,
dargest. an s. bedeutendsten Männern, in: 400 J. Oberbergamt Freiberg, 1942, S. 11 f.;
H. Schlechte, Die Staatsreform in Kursachsen 1762/63, 1958, S. 100, 214, 328;
H. Ehrencron-Müller, Forfatterlex. omfattende Danmark, Norge og Island indtil 1814 III, Kopenhagen 1926, S. 178;
Dansk Leks. VII;
Polska Słownika Biograficzna VII, H. 33/34, Krakau 1948 f.
|Quellen ↑
Qu.: Landeshauptarchiv Dresden, Bestallungen u. Lehnhofsakten Canitz;
Warschau, Hauptarchiv d. Alten Akten.
Autor ↑
Gerhard SchmidtEmpfohlene Zitierweise ↑
Schmidt, Gerhard, „Gartenberg, Peter Nikolaus Neugarten Freiherr von,“,
in: Neue Deutsche Biographie
6
(1964), S.
75 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd115789820.html
Gartenberg, Peter Nikolaus Freiherr von
Name: Gartenberg, Peter Nikolaus Freiherr von
Namensvariante: Nyegaard, Peter Niels
Namensvariante: Gartenberg, Peter Nikolaus von
Namensvariante: Gartenberg, Peter Nikolaus Neugarten von
Namensvariante: Neugarten von Gartenberg, Peter Nikolaus
Namensvariante: Neugarten von Gartenberg, Peter Nikolaus Freiherr
Namensvariante: Gartenberg, Peter Nikolaus Neugarten Freiherr von
Namensvariante: Gartenberg-Sadogursky, Peter Nikolaus Baron von
Namensvariante: Gartenberg-Sadogórsky, Peter Nikolaus Baron von
Lebensdaten: 1714 bis 1786
Geburtsort: Kregome bei Frederiksværk (Nordseeland, Dänemark)
Sterbeort: Sierakow/Warthe (Großpolen)
Beruf/Lebensstellung: sächsischer Oberberghauptmann
Konfession: lutherisch
Autor NDB:
Schmidt, GerhardPND: 115789820