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NDB-Artikel

<< Behm, Michael     Behncke, Paul L. Gustav >>

Behn, Heinrich Theodor

Lübecker Staatsmann, * 15.2.1819 Lübeck, 28.2.1906 Lübeck (evangelisch)


GenealogieLebenLiteraturPortraitsAutorZitierweise

Genealogie  
V Georg Heinrich (1773–1855), Arzt, S des Friedrich Daniel (1733–1804), Rektor des Katharineums in Lübeck, Dichter der Lübecker Abendmusiken, und der Katharina Margarethe Kaeselau; M Johanna Elisabeth (1786–1850), T des Weinhändlers Georg Friedrich Stintzing (verwandt mit dem Rechtshistoriker Roderich v. Stintzing, 1825–1883) und der Catharina Elisabeth Haartmann aus Lübecker Patrizierfamilie; 1846 Margarethe Adele (1827–90), T des Kaufmanns Johannes Christoph Fehling und der Anna Emilie Oppenheimer aus Hamburg; 8 K; E Fritz Behn (* 1878), Bildhauer.

Leben  
Behn promovierte 1841 in Göttingen, bildete sich auf Reisen nach Frankreich, Italien und Griechenland (1841/42) und ließ sich 1842 als Advokat in Lübeck nieder. Hier nahm er alsbald führenden Anteil an den Bestrebungen zur Verfassungserneuerung, die von dem Kreis „Jung-Lübeck“ ausgingen. Grundsätze und Entwurf der 1844-47 vorbereiteten, 1848 ohne revolutionären Umsturz eingeführten Repräsentativverfassung sind weitgehend von ihm beeinflußt. Behn wurde 1848 in das neue Parlament, die „Bürgerschaft“, und in den Bürgerausschuß gewählt und leitete beide abwechselnd seit 1851 als Wortführer. Auch auf die weitere Ausgestaltung der inneren Verhältnisse übte er, 1858 in den Senat, seit 1871 sieben Mal zum Bürgermeister erwählt, starken Einfluß aus. Er bewährte sich vor allem als hervorragender Verwaltungs- und sehr vorsichtiger Etatfachmann; lange Jahre hatte er die besonders wichtige Stelle des Ständigen Senatskommissars bei der Bürgerschaft inne. Außenpolitisch trat er wenig hervor; in den Jahren 1863-68 vermochte er sich im Senat mit seiner großdeutsch-konservativen, gegen Preußen und Bismarck sehr mißtrauischen Haltung nicht durchzusetzen. Erst später wurde er Verehrer Bismarcks und vor allem Wilhelms I. Konservativ, ja pedantisch, Typ des Hanseaten alter Schule, ohne viel Sinn für die neuen sozialen Regungen, hat er die innere Entwicklung der Freien Stadt bis zur Jahrhundertwende durch das Gewicht seiner patriarchalischen Persönlichkeit stark beeinflußt. Neben dem „Außenpolitiker“ Th. Curtius war Behn der bedeutendste Staatsmann, den der Stadtstaat Lübeck im 19. Jahrhundert hervorgebracht hat.

Literatur  
E. F. Fehling. H. Th. B., Bürgermeister d. Freien u. Hansestadt Lübeck, 1906; ders., Zur Lübeck. Ratslinie 1814-1914, 1915.

Portraits  
Gem. v. J. de Boor (Rathaus Lübeck).

Autor  
Ahasver von Brandt
Empfohlene Zitierweise  

Brandt, Ahasver von, „Behn, Heinrich Theodor“, in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 9 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd135937817.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 2 (1955), S. 9
Erwähnungen: 
NDB 2 (1955), S.  570*
NDB 5 (1961), S. 46*

PND: 135937817
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Index

Behn, Theodor

Name: Behn, Theodor
Namensvariante: Behn, Heinrich Theodor
Namensvariante: Behn, Heinrich
Lebensdaten: 1819 bis 1906
Geburtsort: Lübeck
Sterbeort: Lübeck
Beruf/Lebensstellung: Lübecker Staatsmann
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Brandt, Ahasver von
PND: 135937817

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Behn, Theodor

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135937817

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