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Ellinger, Alexander

Pharmakologe, * 17.4.1870 Frankfurt/Main, 26.7.1923 Frankfurt/Main. (israelitisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Philipp ( 1875), Inh. eines Metallgeschäfts, aus Mainz; M Mathilde Ruben; Vt Philipp (1887–1952), Prof. der Pharmakologie u. Toxikologie (s. Pogg. VI, VII a); Berlin 1899 Rosa , Tochter des Philipp Simon, Kaufmann in Berlin, und der Laura Jaffé, N des Max Jaffé ( 1911), Prof. der med. Chemie; 2 S, 2 T, u. a. Frdr. (* 1900), Dr. med., Strahlenforscher.

Leben  
1887-92 erhielt Ellinger in Berlin und Bonn bei A. W. von Hofmann, A. Kekulé und H. Landolf seine Ausbildung als Chemiker (Dr. phil. 1892). Anschließend studierte er Medizin in München, ging 1895 an das Pharmakologische Institut in Straßburg und 1897 als Assistent von M. Jaffé an das Laboratorium für medizinische Chemie und experimentelle Pharmakologie der Universität Königsberg (Dr. med. 1898), wo er sich 1899 für diese Fächer habilitierte. Nach Jaffés Tode 1911 wurde Ellinger dessen Nachfolger, und 1914 folgte er einem Ruf an die neugegründete Universität Frankfurt als Ordinarius für Pharmakologie. – Ellinger hat sich – angeregt durch die Entdeckung des Indikans|durch Jaffé – viele Jahre mit dem Indol-Problem beschäftigt und dabei zwei fundamentale Ergebnisse erzielt. Durch Synthese konnte er die Konstitution des Eiweißspaltungsproduktes Tryptophan aufklären (1907). Dann gewann er aus dem Ornithin beziehungsweise dem Lysin durch Bakterieneinwirkung die beiden Fäulnisbasen Putrescin und Cadaverin. Auf dem Gebiet der experimentellen Physiologie beschäftigte sich Ellinger mit dem Problem des Wasseraustausches zwischen Gewebe und Blut, der Lymphbildung, der Harnbereitung und der Immunität. An den großangelegten Experimental-Untersuchungen im 1. Weltkrieg, die im Auftrage des Kriegsministeriums über Toxikologie, Pathologie und Therapie der Kampfgasvergiftungen angestellt wurden, beteiligte sich Ellinger, und es gelang ihm, mit Hilfe einer 25 %igen Glukoselösung Lungenödeme wirksam zu bekämpfen, die durch Kampfgase vom Phosgentyp entstanden.

Werke  
u. a. Mithrsg.: Hdb. d. normalen u. patholog. Physiol. mit Berücksichtigung d. experimentellen Pharmakol., hrsg. v. A. Bethe u. a., 17 Bde., 1925-27; – Mitarbeiter: Hdb. d. experimentellen Pharmakol., hrsg. v. A. Heffter, 1920-24; Hdb. d. biol. Arbeitsmethoden, hrsg. v. E. Abderhalden, 1920-25.

Literatur  
G. Embden, in: Dt. med. Wschr. 49, 1923; Ph. Ellinger, in: Ergebnisse d. Physiol. 23, 1. Abt., 1924, S. 139-79; K. Spiro, in: DBJ V, S. 54-58 (u. Tl. 1923); Pogg. IV, VI; Fischer.

Autor  
Berthold Peter Anft
Empfohlene Zitierweise  

Anft, Berthold Peter, „Ellinger, Alexander“, in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 457 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd117499846.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 4 (1959), S. 457 f.
Erwähnungen: 
NDB 9 (1972), S. 290*
NDB 10 (1974), S. 291*

PND: 117499846
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Index

Ellinger, Alexander

Name: Ellinger, Alexander
Lebensdaten: 1870 bis 1923
Geburtsort: Frankfurt/Main
Sterbeort: Frankfurt/Main
Beruf/Lebensstellung: Pharmakologe
Konfession: jüdisch
Autor NDB: Anft, Berthold Peter
PND: 117499846

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Ellinger, Alexander

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