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Speck-Sternburg, Maximilian Freiherr von

 LebenAutorZitierweise

Leben  
Speck: Maximilian Freiherr v. S.-Sternburg, Besitzer des Ritterguts Lützschena bei Leipzig, geb. am 30. Juli 1776 zu Gröba bei Riesa, † am 22. December 1856 in Leipzig. Er war der Sohn armer Eltern, begann seine Lausbahn in einer Detailhandlung Leipzigs, suchte sich dabei durch eigenen Fleiß in den neueren Sprachen, der Länder- und Völkerkunde und den technischen Wissenschaften auszubilden, trat dann in eine größere Handlung Leipzigs, wo er Gelegenheit fand, auf häufigen Reisen nach Frankreich, Belgien, England und Holland mit den commerciellen Verhältnissen und dem Zustande der Bodencultur und des Gewerbfleißes dieser Länder bekannt zu werden. Vorzüglich war es die seine sächsische Schafwolle, in welcher er großartige Geschäfte nach England machte. Neben rascher Entwicklung dieses Handels bahnte er aber auch eine allgemeine Vervollkommnung der Schafzucht in Deutschland, Oesterreich und Rußland an, wodurch sich die Blicke der Regenten dieser Länder immer mehr auf ihn richteten. So kam es, daß der Kaiser Alexander von Rußland S., welcher bereits 1821 das Rittergut Lützschena behufs Aufstellung einer Electoralheerde und Begründung einer Musterwirthschaft gekaust hatte, 1825 berief, um in Rußland die Schafzucht auf die höchstmögliche Stufe der Entwickelung zu bringen. Infolge dessen bereiste er einen großen Theil Rußlands, und wenn auch der Tod des Kaisers Alexander die Gründung einer großen Musterschäferei vereitelte, so hörte S. doch nicht auf, das lebendigste Interesse an Rußlands Entwicklung in landwirthschaftlicher und gewerblicher Beziehung zu bethätigen. Nach und nach schickte er gegen 10,000 der besten sächsischen Schafe nach Rußland, wodurch der Grund zum Aufblühen der dortigen Schäfereien gelegt wurde. Im Auftrag des Königs Ludwig von Baiern erging 1828 eine Einladung an S. zur umfangreichsten Mitwirkung an der Beförderung landwirthschaftlicher Industrie in Baiern, der er ungesäumt folgte. Er laufte die dem Damenstift St. Anna gehörende Herrschaft St. Veit in Oberbaiern, um eine Musterwirthschaft daselbst anzulegen, pachtete auch zur Errichtung einer zweiten Musterwirthschaft das Staatsgut Fürstenried bei München. Er wirkte in Baiern durch Gründung umfangreicher Schafzüchtereien und Schäferschulen, Anbahnung von Wollmärkten, Verbesserung der Rindviehzucht. Infolge dessen wurde er 1836 von dem König von Baiern in den Freiherrnstand erhoben. Beinahe ein halbes Jahrhundert hindurch lassen sich die Bestrebungen verfolgen, welche S. im Interesse des Volkswohls Deutschlands sich angelegen sein ließ. Er legte die erste baierische Bierbrauerei in Sachsen an, führte den Hopfenbau daselbst ein, gründete 1851 eine höhere landwirthschaftliche Lehranstalt in Lützschena, sowie eine Kleinkinderbewahranstalt. Daß er auch ein großer Freund der Kunst und Wissenschaft war, davon zeugen seine allbekannte Gemäldegallerie und seine verschiedenen im Druck erschienenen Schriften, die neben Landwirthschaft auch Fragen der Kunst und Wissenschaft behandeln. U. a. beschrieb er die Wirthschaft des Rittergutes Lützschena und den Betrieb des Hopfenbaues daselbst.

Autor  
Löbe.
Empfohlene Zitierweise  

Löbe, „Speck-Sternburg, Maximilian Freiherr von“, in: Allgemeine Deutsche Biographie 35 (1893), S. 78 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd100591604.html?anchor=adb

Quelle/Vorlage: 
NDB 24 (2010), S. 637-638
ADB 35 (1893), S. 78
Erwähnungen: 
NDB 9 (1972), S. 625*
NDB 23 (2007), S. 421 in Artikel Schönleutner, Max

PND: 100591604
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Index

Speck von Sternburg, Max Freiherr

Name: Speck von Sternburg, Max Freiherr
Namensvariante: Speck von Sternburg, Maximilian Freiherr von
Namensvariante: Speck-Sternburg, Maximilian Freiherr von
Namensvariante: Speck-Sternburg, Max Freiherr
Namensvariante: Speck, Maximilian
Lebensdaten: 1776 bis 1856
Beruf/Lebensstellung: Kaufmann; Agrarökonom; Brauereibesitzer; Großindustrieller; Kunstsammler
Konfession: lutherisch
Autor NDB: Nicolaisen, Jan
Autor ADB: Löbe
PND: 100591604

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Speck von Sternburg, Max Freiherr

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100591604

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